Kirchhellener Köpfe

Promijäger aus Feldhausen sammelt seit 40 Jahren Autogramme

| Lesedauer: 4 Minuten
Autogrammsammler Helmut Hornig (links) mit Ex-Schalkekicker Rudolf Schonhoff, langjähriger Spieler des TSV Feldhausen.

Autogrammsammler Helmut Hornig (links) mit Ex-Schalkekicker Rudolf Schonhoff, langjähriger Spieler des TSV Feldhausen.

Foto: Friedhelm Wessel

Kirchhellen.  Der Autor Peter von Zahn weckte 1981 das Interesse von Helmut Hornig an Autogrammkarten. Seitdem sammelt er die Unterschriften von Promis.

An Helmut Hornig kommt kein „Promi“ vorbei. Seit 40 Jahren sammelt der Feldhausener nämlich Autogramme. Begonnen hat alles 1981 mit einer Karte des einst bekannten Journalisten und Autoren Peter von Zahn (1913-2001). „Plötzlich war mein Interesse an Autogrammkarten geweckt,“ so der „Promijäger“.

Lesen Sie weitere Nachrichten aus Kirchhellen:

Heute verfügt der 66-Jährige ehemalige Mitarbeiter des Gelsenkirchener Hygiene-Institutes über etwa 2000 Autogramme, die er fein säuberlich in 20 dicken Alben sortiert hat. „Einige dieser Autogramme sind inzwischen bereits sehr wertvoll,“ betont der Sammler.

„Manchmal dauert es ein Jahr, bis das Autogramm eintrifft“

Ob Ex-US-Präsident Jimmy Carter, das jordanische Königshaus, Boxer Henry Maske, die deutsche Politelite, der Sänger Joe Cocker, Stones-Drummer Charlie Watts oder Fußballer aus allen Herren Ländern: Viele Prominente haben in den vergangenen Jahrzehnten die Autogrammwünsche des Feldhauseners gerne erfüllt. Allerdings: „Manchmal dauert es ein Jahr, bis das gewünschte Autogramm bei mir eintrifft,“ erzählt der ehemalige Grundwasseranalytiker. „Da ist Geduld gefragt. Aber es lohnt sich.“

Ab 1979 Mannschaftskameraden beim TSV Feldhausen

In seiner umfangreiches Sammlung hat der Feldhausener seinem Lieblingsverein Schalke 04 ein besonderes Album gewidmet. Nur ein Autogramm seines langjährigen Freundes Rudolf „Rudi“ Schonhoff, der in den 1970er-Jahren zum Bundesligakader der Knappen gehörte, fehlte noch. Dabei kennen sich der Feldhausener und der 69-jährige Gladbecker, der nur zwei Bundesligaspiele, aber etliche Freundschaftsspiele für die Königsblauen bestritt, seit 1979. In diesem Jahr wechselte Schonhoff von den Schalke-Amateuren zum TSV Feldhausen.

Das Trikot des TSV trug damals auch Hornig. Er ist verwandt mit dem einstigen Kölner Bundesliga-Spieler Heinz Hornig – Jahrgang 1937. Die gemeinsame fußballerische Zeit in Feldhausen hat Hornig und Schonhoff geprägt. Sie gingen verschiedene berufliche Wege, verloren sich aber nie in dem von fußballerischen Auf- und Abstiegen geprägten Lebensabschnitt aus den Augen.

„Mein Freund Rudi war immer der bessere Fußballer“

Gerne erinnern sich die beiden Ex-Kicker an den langjährigen TSV-Vorsitzenden Rudi Königshausen und den damaligen Trainer Alfred Semelka. „Mein Freund Rudi war zwar immer der bessere Fußballer,“ lacht der Ex-Linksaußen aus Feldhausen, „nur im Tennis hat er gegen mich auch heute noch keine Chance.“ Manchmal sind die Freunde auch heute noch auf dem Court bei einem Match anzutreffen.

Der 66-jährige Autogrammfan Hornig war bis 2020 über 30 Jahre lang in „Sachen Hygiene“ in NRW und im Ausland unterwegs. Vor allem an seine beiden Grubenfahrten auf den Zechen Consolidation in Gelsenkirchen und Auguste Victoria in Marl erinnert sich Helmut Hornig. „In Gelsenkirchen musste ich Proben vom Grubenwasser auf der 11. Sohle entnehmen, in Marl zog ich eine Probe von der dort anfallenden Sole.“ Die Quelle in Schacht 1 speiste bis in die 1960er Jahre ein Solebad.

Was noch fehlt, ist die Unterschrift von Barack Obama

Als Experte für Luft-, Wasser und Bodenmessungen lernte Hornig natürlich auch viele Brunnen und Kiesgruben im heimischen Raum kennen. Sein Hobby, das Sammeln von Autogrammen, ließ er aber nie aus den Augen. Um an die Adressen der jeweiligen Unterschriftengeber zu kommen, durchstöberte der Feldhausener in der „Vor-Computerzeit“ oft Bücher oder Zeitschriften.

Heute, im Zeitalter von Bits und Bytes, genügen meist mehrere Mausklicks, um an die entsprechenden Adressen von Promis zu gelangen. Für ein Autogramm kletterte der Sammler aus Feldhausen einmal sogar über den Abgrenzungszaun einer Rennbahn, um die Unterschrift eines Idols zu ergattern: Motorradrennfahrer Valentino Rossi. „Als Biker schwärme ich natürlich für den mehrmaligen Weltmeister aus Italien“, unterstreicht der Herr über 2000 Autogramme. Was noch fehlt: Schon lange wartet er auf Post von Ex- US-Präsident Barack Obama.

+++ Nachrichten aus Bottrop direkt ins Postfach: Hier geht es zum Bottrop-Newsletter +++

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bottrop

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben