Weibersitzungen

Prinzessin macht ihren Prinzen zum Schlumpf

Michelle I. hat ihren Prinzen im Laufe des Tages zum Schlumpf gemacht.

Michelle I. hat ihren Prinzen im Laufe des Tages zum Schlumpf gemacht.

Foto: Frank Oppitz

Bottrop.   Ausgelassen feiern die Närrinnen ihren Tag. Und auf den Damensitzungen hat nicht einmal der Prinz etwas zu sagen.

Kein leichtes Leben für die Bottroper Prinzen auf den Damensitzungen der Stadt. Michelle I. hat in Laufe des Tages ihren Stadtprinzen Ralf I. zum Schlumpf – genauer zu Papa Schlumpf – gemacht. Mit roter Mütze, roter Latzhose und weißem Bart zieht er hinter seiner Lieblichkeit in die Säle ein. Logisch, denn Weiberfastnacht haben die Frauen das Sagen.

Das merkt auch Tim I. von den Plattdütschen. Er darf zwar anfangs auf der Bühne im Ludgerushaus noch sprechen, doch dann greift Sitzungspräsidentin Marion Hannibal durch. Der Prinz muss seine Narrenkappe ablegen, Kittel und Hose ausziehen und den Rest des Abends im knappen Unterhemd und in Radlerhose ausharren, auf dem Kopf ein Pappkrönchen.

LEDs und bunte Perücken

Bei den Boyer Narren in der Aula Welheim hat Präsidentin Kerstin Wolfson ihre Weiber auf und vor der Bühne im Griff. Sylvia Schaub ist erstmals bei den Boyer Narren und begeistert. „Hier ist es super, hier wird richtig gefeiert.“ Durch die Boxen dröhnt es „links, rechts und zurück“, die Frauen im Saal stehen und schunkeln. Überall glitzern und blitzen bunte LEDs, an den Kostümen und in den Haaren. Letztere glitzern und strahlen oftmals auch schon von selbst, hier sind knallige pinke Perücken angesagt.

Im Prisma bei der KKG fallen vor allem blaue Perücken auf, die Stimmung ist aber mindestens ebenso gut. Dafür sorgt die Statt-Wache der KG Batenbrock 2000 – vor allem als die Jungs auf der Bühnen einen Striptease andeuten. Aber auch klassische Gardetänze werden bejubelt, etwa als die GKG aus Krefeld ihr Können zeigt. Und so manch einer stockt zwischendurch wohl der Atem, so wie die Tänzerinnen über die Bühne gewirbelt und geworfen werden.

Zuvor hatte schon Sänger Noel die Damen im Saal bestens unterhalten. Oder wie es eine Besucherin ausdrückt: „Der hätte ruhig auch den ganzen Abend bleiben können.“ Doch das geht selbstverständlich nicht, denn auch bei der KKG schaut die Prinzessin mit ihrem Schlumpf vorbei, schließlich ist es das Heimspiel für die beiden, stellt die KKG doch in diesem Jahr das Prinzenpaar.

Bei den Plattdütschen im Pfaarsaal von St. Ludgerus werden die Perücken übrigens wieder pink, hier übernimmt die eigene Funkengarde die Bühne und wird schon beim ersten Auftritt bejubelt – die geforderte Zugabe folgt im Laufe des Abends.

Wie überhaupt in den Sälen lange gefeiert wird. Und am Ende haben dann auch die Männer Zutritt, die sonst nur als Bedienung geduldet sind.

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