Betrug

Polizei warnt erneut vor Trickbetrug: 110 ruft niemals an

Per Internet können Betrügervorgeben, per Polizeinotruf 110 anzurufen. Die echte Polizei würde das aber nie tun.

Foto: Julian Stratenschulte

Per Internet können Betrügervorgeben, per Polizeinotruf 110 anzurufen. Die echte Polizei würde das aber nie tun. Foto: Julian Stratenschulte

Recklinghausen / Bottrop.  Die Polizei Recklinghausen warnt vor einer besonders perfiden Masche von Trickbetrügern. Sie geben vor, Bürger vor Einbrechern warnen zu wollen.

Das Telefon klingelt. Im Display steht die 110. Der Notruf der Polizei. Am anderen Ende der Leitung ein Mensch, der erklärt, die Polizei wolle vor Einbrechern in der Nachbarschaft warnen. Aber es ist nicht die Polizei, die anruft. Es sind Betrüger, die mit dieser besonders perfiden Masche, die das Vertrauen der Bürger in die Polizei ausnutzt, auch Bottroper übertölpeln wollen. Über eine Methode namens „Call-ID-Spoofing“ gelingt es ihnen, die Notrufnummer als Anrufer erscheinen zu lassen.

„Die Polizei ruft nicht mit der 110 an“, sagt Michael Franz, Sprecher der Polizei im Kreis Recklinghausen. Und schon gar nicht würden echte Polizeibeamte versuchen, Bürger am Telefon auszufragen. Denn genau das versuchen die Trickbetrüger, die meist aus dem Ausland anrufen, vor Ort aber Kontaktpersonen haben.

Betrüger suchen gezielt Senioren im Telefonbuch

„Die Betrüger versuchen mit allen möglichen Maschen, Menschen zum Handeln zu überreden.“ Wobei das gewünschte Handeln meist darin besteht, dass die Opfer Mittelsleuten, in diesem Fall angeblichen Polizisten, ihre Wertsachen oder ihr Geld aushändigen.

Oft suchten sich die Trickbetrüger gezielt ältere Menschen als Opfer, zum Beispiel, indem sie die Telefonbücher nach Namen durchsuchten, die auf ein gewisses Lebensalter hinweisen.Diese Menschen erhalten dann einen Anruf. Und wenn sie nicht sofort reagieren, klingelt das Telefon in regelmäßigen Abständen. Michael Franz spricht von einem regelrechten Telefonterror, der die Opfer mürbe machen soll.

Polizei holt niemals Wertsachen oder Geld ab

Die Geschichten der Betrüger variieren, im Kern handeln sie aber von einer Bedrohung. Zum Beispiel von Einbrüchen in der Umgebung, verbunden mit dem Hinweis, der Angerufene solle sich wappnen. Der vorgebliche Polizist fragt nach Wertgegenständen, nach Geldbeständen, um schließlich anzuweisen: „Legen Sie die Sachen mal zusammen, wir schicken einen Kollegen vorbei, der sie sichern wird.“ Solchen Geschichten und Angeboten sollte niemand Glauben schenken.

„Niemals würde ein Polizeibeamter jemanden auffordern, seine Wertgegenstände einem Kollegen zu übergeben“, sagt Michael Franz. Also sollte auch niemand einem Menschen, der behauptet, Polizist zu sein, Schmuck oder sonstiges aushändigen.

Keine persönlichen Daten und Details herausgeben

Und noch mehr: „Niemals persönliche Daten herausgeben“, warnt Franz, auch wenn der Anrufer noch so ausdauernd und eindringlich auf sein Opfer einredet. Denn mit geschicktem Ausfragen können sich die Anrufer ein scharfes Bild vom Opfer und seiner Wohnsituation machen.

Wenn nun jemand anruft, wenn die 110 im Telefondisplay aufleuchtet, sollten die Bottroper im Besten Fall gar nicht antworten. Und wenn sie doch drangegangen sind, sollten sie sofort wieder auflegen und die echte Polizei alarmieren, und in diesem Fall tatsächlich die 110 wählen, um die Polizei über den Betrugsversuch zu informieren.

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