Reinigungskräfte

Personalrat in Bottrop fordert städtischen Reinigungsdienst

Für die Stadt Bottrop arbeiten sowohl noch einige eigene Raumpflegerinnen als auch Reinigungskräfte von beauftragten Privatfirmen.

Für die Stadt Bottrop arbeiten sowohl noch einige eigene Raumpflegerinnen als auch Reinigungskräfte von beauftragten Privatfirmen.

Foto: IG BAU

Bottrop.  Die Klagen über schlecht gesäuberte Schulen und Kitas in Bottrop halten an. Städtische Raumpflegerinnen machen das besser, meint der Personalrat.

In vielen Bottroper Kindergärten und Schulen lässt die Reinigung mehr und mehr zu wünschen übrig. Solche Beschwerden von Eltern und Mitarbeitern werden immer häufiger auch an den Personalrat der Stadtverwaltung herangetragen. Die Personalvertreter lassen daher jetzt ihre Forderung wieder aufleben, dass die Stadt die Reinigung ihrer Gebäude künftig wieder selbst erledigt und dafür eigene Reinigungskräfte neu einstellt.

„Wir waren ja immer schon gegen die Auftragsvergabe an externe Firmen. Es zeigt sich immer wieder, dass die Qualität der Reinigung einfach auf der Strecke bleibt“, bedauert Frank Winkel. „Das ist für uns auch der Hauptbeweggrund für unsere Forderung, da die Klagen aus vielen Bereichen wie Kindergärten und Schulen unserer Meinung nach Grund genug sind, die bisherige Vergabepraxis aufzugeben und zu einer selbst gesteuerten Eigenreinigung zurück zu kehren“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Personalrates.

Noch beschäftigt die Stadt auch eigene Raumpflegerinnen

Hier gibt es mehr Artikel, Bilder und Videos aus Bottrop Auf einen Schlag werde das sicherlich nicht gehen, ist den Personalvertretern klar. Die Verwaltung könne jedoch Schritt für Schritt neue Reinigungskräfte einstellen. „Immer dann, wenn die Verträge mit externen Reinigungsdiensten auslaufen, ist das ja möglich“, erklärt Frank Winkel. Die Erfahrung zeige nämlich, dass die städtischen Reinigungskräfte bessere Arbeit ablieferten. „Es gibt auch erheblich weniger Reibungsverluste. Unsere eigenen Mitarbeiterinnen kennen ihre Reviere und wissen, was sie zu tun haben“, sagte der Personalrat. Noch beschäftige die Stadt ja auch eigene Raumpflegerinnen, so zum Beispiel in der Hauptschule Kirchhellen. Auch das große Berufskolleg und das Jugendamt halten Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung sauber.

Den Beschluss, die Reinigungsdienste teils zu privatisieren, habe der Rat 1995 getroffen. Die Stadt habe damals wegen ihrer großen Verschuldung auch unter einem hohen Kostendruck gestanden und versucht, auf diese Weise ihre Ausgaben zu senken. Danach seien die Stellen im eigenen Reinigungsdienst sozialverträglich abgebaut worden. „Wenn Kolleginnen zum Beispiel in Rente gingen, sind keine neuen eingestellt worden“, erklärt der Personalvertreter. Habe es früher deutlich mehr als 200 Arbeitsplätze für Raumpflegerinnen gegeben, seien heute noch etwa 30 Teilzeitarbeitsplätze übrig.

Hausmeister müssen immer wieder neue Reinigungskräfte einweisen

Für die eigenen Reinigungsdienst spreche auch die größere Beständigkeit. Die Beschäftigten fremder Dienstleister wechselten dagegen häufig und seien auch nicht gut genug ausgebildet oder geschult. „Die neuen Leute müssen die Hausmeister dann oft auch komplett neu einweisen. Sie müssen ihnen zum Beispiel sogar erklären, welche Putzmittel sie für welche Böden verwenden können“, erläutert Frank Winkel. Oft verhinderten auch Sprachbarrieren, dass die fremden Kräfte ihre Aufgaben wie verlangt erledigen können. Nicht selten hätten es die Hausmeister mit Mitarbeitern aus fünf bis sieben Nationalitäten zu tun.

Der Personalvertreter kreidet die geringe Qualität der Reinigung ausdrücklich nicht den Beschäftigten der privaten Firmen an. „Durch den hohen Druck durch Mitbewerber wird leider auch heute noch versucht, einen optimalen Gewinn aus den eingesetzten Ressourcen zu ziehen“, erklärt er. Zwar sei den Unternehmen in der Kalkulation ihrer Angebote einen Mindestrahmen vorgeben, der Mindestlohn werde jedoch oft unterlaufen. So würden den Beschäftigten Zeitvorgaben gemacht, in denen sie die ihnen zugewiesen Räume und Flächen gar nicht ordentlich reinigen könnten. Sie hätten ein derart hohes Pensum, dass sie quasi für die Hälfte arbeiten. „Es kommen auch immer wieder Frauen zu uns, die sagen: Ich schaffe das nicht“, sagt der Personalrat.

Zu schlecht gereinigte Arbeitsplätze hält der Personalrat für unzumutbar

Die Stadt stehe heute nicht mehr unter einem derart hohen Kostendruck, dass sie ihre Ausgaben um jeden Preis verringern müsse, argumentiert der Personalvertreter. Kämmerer Willi Loeven werde das womöglich etwas anders sehen, doch der Personalrat meint: Es sollte zumindest geprüft werden, ob der Kostenunterschied zwischen einem städtischen Reinigungsdienst und einer Vergabe an Dritte tatsächlich derart groß sei, dass sich die schlechtere Qualität im Service damit rechtfertigen lasse. Frank Winkel: „Unseren Kolleginnen und Kollegen sind zu schlecht gereinigte Arbeitsplätze nicht zumutbar, und das gilt für Kitas und Schulen, in denen sich ja viele Kinder aufhalten, um so mehr“.

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