Soziales

Passmanns öffnet Türen für Suppenküche Kolüsch

Helfer servieren den Kolüsch-Gästen in der Kulturkneipe Passmanns das Mittagessen.

Foto: Thomas Schmidtke

Helfer servieren den Kolüsch-Gästen in der Kulturkneipe Passmanns das Mittagessen. Foto: Thomas Schmidtke

Bottrop.   Bereits zum zehnten Mal wurden die Gäste des Restaurant der Herzen in der Kulturkneipe bewirtet.

Die hungrigen Besucher nehmen an den weiß eingedeckten Tischen Platz und das Team der Evangelischen Sozialberatung (ESB) serviert ihnen die wohlduftende Lasagne: Einmal im Jahr lädt Reimbern von Wedel-Parlow die Gäste der Bottroper Suppenküche Kolüsch zu sich in die Kulturkneipe Passmanns ein, um ihnen einen „echten“ Restaurantbesuch zu ermöglichen.Für viele Kolüsch-Gäste ist das ein Höhepunkt in der Saison des „Restaurants der Herzen“. Jedes Jahr am Dienstag vor Karneval stehen die Gäste in langen Schlangen vor der Tür – diesmal waren gut 80 gekommen, um gemeinsam zu essen und einen gemütlichen Nachmittag miteinander zu verbringen.

Für den Wirt ist die Einladung eine Selbstverständlichkeit: „Mittlerweile ist der Tag für uns Routine. Die ESB und wir hatten schon immer ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis, dieses wollen wir mit der Veranstaltung weiter pflegen“, sagt von Wedel-Parlow. Die Obdachlosen hätten es verdient, auch einmal bedient zu werden – „es ist eine notwendige Wertschätzung“.

Das sehen die ehrenamtlichen Helfer und ehemaligen Klienten der ESB, die fleißig mit anpacken, genauso. „Für viele Leute ist Kolüsch die einzige Möglichkeit, an ein warmes Essen zu kommen. Der Hartz- IV-Regelsatz reicht häufig nicht aus. Wir sind für einen Tag wie diesen und die Unterstützung sehr dankbar“, betont ESB-Leiterin Claudia Kretschmer. Für die Mittellosen seien die täglichen Treffen im Barbaraheim sowie der Tag im Passmanns eine Chance, Ruhe zu finden. „Es ist für manche Menschen sogar der Sinn, morgens aufzustehen und sich fertig zu machen“, so Kretschmer.

Mit 30 Besuchern ging es zu Anfang der Veranstaltung los, das Treffen hat sich im Laufe der Jahre entwickelt und ist größer geworden. In diesem Jahr reicht der große Saal der Kulturkneipe nicht mehr aus, um alle Gäste unterzubringen. Auch der vordere Bereich des Lokals wurde aus diesem Grund eingedeckt. „Wir freuen uns darüber, dass heute auch wieder jüngere Besucher gekommen sind. Das war in den letzten Jahren nicht der Fall“, hebt Sozialarbeiter Felix Brill hervor.

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