Religion

Passanten feiern Abendmahl in der Bottroper Fußgängerzone

Vor der Kirche hatten die Helfer die Tafel aufgebaut und freuten sich, dass immer wieder Passanten stehen blieben, sich auch ein Herz

Vor der Kirche hatten die Helfer die Tafel aufgebaut und freuten sich, dass immer wieder Passanten stehen blieben, sich auch ein Herz

Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   Mit einer besonderen Aktion erinnerte die Citypastoral in Bottrop an Gründonnerstag. Vor St. Cyriakus wartete ein gedeckter Tisch auf Gäste.

Gründonnerstag gedenken Christen auf der ganzen Welt dem letzten Abendmahl. Am Tag bevor er hingerichtet wurde, traf sich Jesus mit seinem Aposteln zum Mahl. Die Citypastoral der Pfarrei St. Cyriakus nahm das zum Anlass, in der Fußgängerzone zu einem Mahl einzuladen. Vor der Kirche und auch auf der Gladbecker Straße bauten die Helfer Donnerstag einen Tisch auf und luden Passanten ein, daran Platz zu nehmen.

Die reagierten vielfach zunächst verdutzt, viele nahmen die Einladung dann – wenn auch zögerlich – an. Rotwein oder Traubensaft boten die Helfer an, dazu Brot, Trauben und Käse. Auch Eugen Luerweg hat einen Platz an dem Tisch gefunden. Die Idee, zu dem Mahl in der Fußgängerzone einzuladen findet er gut. „Viele Menschen gehen ja nicht mehr in die Kirche, da ist es gut, wenn Kirche nach draußen geht und sich zeigt“, urteilt er.

Ohne Judas und den Verrat gibt es kein Ostern

Auf dem Tisch kleben außerdem Zettel mit den Namen und Charakterisierungen der einzelnen Apostel. Eugen Luerweg hat sogar einen Lieblingsapostel: Judas Iskariot, also derjenige, der Jesus verraten hat. „Ohne ihn hätte sich die Schrift nicht erfüllt“, begründet Luerweg seine Wahl. Oder kurz zusammengefasst: Ohne Judas keine Auferstehung und kein Osterfest.

Daneben pappen auch die Namen und Eigenschaften der übrigen Apostel auf dem Tisch. Und so begegnen die Gäste an dem Tische dem Zauderer, dem Genießer und andere mehr oder weniger schmeichelhaften Zuschreibungen.

Auch die Apostel waren keine perfekten Menschen

Doch das sei genau so gewollt, sagt Diakon Carsten Ossig, der das Projekt mit vorbereitet hat. „Es geht darum zu zeigen, dass auch die Apostel keine perfekten Menschen waren, sondern Makel hatten wie du und ich.“ In der Konsequenz bedeute das auch, dass Christen nicht perfekt sein müssten.

Und so füllen sich im Laufe des Nachmittags immer wieder die Plätze an der Tafel und es treffen immer wieder neue Gesellschaften in der Runde zusammen. Einige kommen zunächst schüchtern und trauen sich gar nicht in die Runde hinein. Da hilft es, dass die Initiatoren auch auf die Menschen zugehen, sie deutlich an den Tisch einladen.

Menschen sollen als Gemeinschaft zusammenkommen

Denn schon im Vorfeld hatte Gemeindereferentin Christiane Hartung zum Hintergrund der Aktion gesagt: „Letztlich ruft Jesus die Menschen am Tag des Letzten Abendmahls auf, eine Gemeinschaft zu bilden“ – und das nachzuvollziehen, war ein Ziel der Aktion in der City.

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