OLDTIMER

Oldtimerfan rollt mit „Göttin“ auf vier Rädern durch Bottrop

Mit seinem Oldtimer Citroën ID 19 fährt Claus Schwarz nur selten im Jahr. Es ist für ihn mehr ein Schönwetter-Auto.

Mit seinem Oldtimer Citroën ID 19 fährt Claus Schwarz nur selten im Jahr. Es ist für ihn mehr ein Schönwetter-Auto.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Claus Schwarz rollt gern mit seinem Citroën ID 19 von 1967 durch Bottrop. Alles am Auto ist im Originalzustand, nur die Sitzbezüge sind neu.

Wenn Claus Schwarz mit seiner schwarzen „Göttin“ über die Straßen schwebt, zieht er sofort alle Blicke auf sich. Mit „Göttin“ ist sein Oldtimer gemeint: ein Citroën ID 19, schwarz lackiert, Baujahr 1967. Den Beinamen erhielt das Ursprungsmodell der Baureihe, das auch durch den Louis-de-Funès-Film „Fantomas“ berühmt wurde, einst von einer oft schwärmenden Fachpresse.

Vor ein paar Jahren hat Schwarz den Wagen erworben. „Ich habe alles so gelassen wie ich es vorfand und wie es seinerzeit ausgeliefert wurde“, sagt er. Und er lobt: „Es ist unvorstellbar, welche Bequemlichkeit und welchen Komfort dieses Auto besitzt.“ Nur die Sitze hat er vor einiger Zeit neu beziehen lassen. Aber natürlich in der gleichen Farbe wie sie im Original gewählt worden war: in Rot. Das Radio fehlt, ansonsten ist im Innenraum immer noch alles dort, wo es hingehört. Auch die Hupe erfüllt nach wie vor ihren Zweck. Handschuhfach und Aschenbecher durften offensichtlich auch vor 50 Jahren in diesem Citroën nicht fehlen.

Der Rückspiegel ist auf dem Armaturenbrett montiert. Für heutige Gewohnheiten ein wenig überraschend: Die Scheibenwischer werden mittels Knopfdruck ebenfalls am Armaturenbrett in Gang gesetzt. Für die Autofahrer neuerer Fahrzeuge ebenfalls eher ungewöhnlich, befindet sich der Schalthebel an der Lenksäule.

Herz schlägt unter der Haube

Schwarz schaltet die Zündung ein, dann ein weiterer Knopfdruck und der Motor springt an. Das Herz eines jeden Autos schlägt eben traditionell unter der Haube, wo für Notfälle auch der Ersatzreifen befestigt ist. Der Motor bringt bei einem Hubraum von 1790 Kubikzentimeter eine Leistung von 57 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern. Jedes Jahr erfolgt ein Ölwechsel, im Mai hat dieser Oldtimer vom TÜV eine frische Plakette erhalten.

Claus Schwarz fährt im Jahr jedoch nur selten mit seinem alten Schätzchen. „Es ist eben ein Schönwetter-Auto“, sagt der

Eigentümer. Oldtimer mögen keinen Regen oder Schnee, denn Rost ist Gift für den Lack. Aber ab und zu muss er ein paar Kilometer abspulen. „Wenn der Wagen nicht bewegt wird, geht er auf Dauer kaputt.“ Und ausschließlich zum Abstellen in der Garage ist das Auto viel zu gut in Schuss. Ganz gleich, ob Fahrer, Beifahrer oder einfacher Passagier – alle Insassen versinken im weichen Polster der Sitze und fühlen sich auf Anhieb zurückversetzt in eine Zeit ohne elektrische Fensterheber, Klimaanlage oder eingebaute Navigationsgeräte.

Deswegen versprüht der Wagen einen einzigartigen nostalgischen Charme. Wer das Fenster öffnen möchte, muss auf die gute alte Handarbeit zurückgreifen und an der Kurbel drehen.

Oldtimer als Wertanlage

Als der Citroën ID 19 vom Band lief, war er in Bezug auf Technik und Design der Zeit voraus. Zum ersten Mal wurde in einem Serienfahrzeug ein zentrales hydropneumatisches System eingebaut. Die Bodenfreiheit des Wagens lässt sich dadurch variieren. Die Fachpresse schrieb von einem „schwebenden Fahrerlebnis“. Von dem System werden Federung und Bremsen unterstützt. „Die Bremsen sind sehr sensibel“, sagt der Oldtimer-Liebhaber. Da genüge nur die kleinste Berührung und schon würden sie ihren Dienst verrichten. Eine Servolenkung ist ebenfalls vorhanden.

Zur Leidenschaft gesellt sich übrigens durchaus Kalkül: „Ein Oldtimer ist eine Wertanlage“, weiß Claus Schwarz.

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