Hygiene

Netzwerk kämpft gegen Keime in Praxen, Kliniken und Heimen

Berthold Gmerek, Dr. Christian Marga und Kristina Bäcker informieren zur Hygiene in Krankenhäusern.

Foto: Heinrich Jung

Berthold Gmerek, Dr. Christian Marga und Kristina Bäcker informieren zur Hygiene in Krankenhäusern. Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   Im Bogi-Net haben sich Ärzte, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen zusammengetan. Nun stand wieder eine Fortbildung in Hygiene an

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Eine Infektion mit multiresistenten Keimen, so genannten Krankenhauskeimen, ist wohl für jeden Menschen eine Horrorvorstellung. Seit 2011 gibt es in Bottrop das Netzwerk „Bottrop gegen Infektionen“, kurz Bogi-Net. Darin haben sich die niedergelassenen Ärzte, Krankenhäuser, der Pflegesektor und die Kassenärztliche Vereinigung sowie das Gesundheitsamt zusammengeschlossen, um Risiken gemeinsam zu bekämpfen.

Am Mittwoch kamen die Mitglieder zu einer Tagung und Fortbildung zusammen. Die Teilnehmer befassten sich mit nosokomialen Infektionen. Das sind Infektionen, die im Krankenhaus ausbrechen. Das heißt aber nicht zwangsläufig, sich mit den Keimen in der Klinik angesteckt zu haben. Manche Menschen sind bereits vorher schon besiedelt, doch im Krankenhaus bricht die Infektion dann aus. Das liege unter anderem am eh schon geschwächten Immunsystem und den gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Patienten, sagt Dr. Reinhard Welp, der Hygienearzt im Knappschaftskrankenhaus.

Robert-Koch-Institut setzt Standards

Es geht um Fragen wie: Welche Hygienestandards gilt es einzuhalten? Wie müssen Information weitergegeben werden? Etwa vom Krankenhaus an die Feuerwehr, die solche infizierten Patienten transportiert, und dann möglicherweise an die Pflegekräfte, die ihn im Heim oder Zuhause betreuen. Schließlich soll das Risiko für andere Patienten so gering wie möglich bleiben. Das Robert-Koch-Institut schreibt Standards vor – jeweils für Krankenhäuser, Arztpraxen oder Pflegeheime. Auf den Bogi-Net-Treffen geht es darum, sich die noch einmal in Erinnerung zu rufen.

Bundesweit sind rund 500 000 Infektionen mit Krankenhauskeimen gemeldet. Dr. Christian Marga, Leiter des Gesundheitsamtes, weiß, dass die Situation in Bottrop im meldepflichtigen Bereich nicht anders als in anderen Kommunen ist. Doch sei eben mit der Meldepflicht nicht alles abgedeckt, denn es müsse nur der Ausbruch einer Infektion gemeldet werden.

Richtiger Umgang mit Wäsche und Kleidung

Die Resistenz von Bakterien gegen bestimmte Antibiotika bezeichnet Marga als großes Problem. Sie wird unter anderem durch den Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin hervorgerufen. Er sieht deshalb die Notwendigkeit von lokalen Netzwerken, um den Problemen zu begegnen. „Gleichzeitig brauchen wir aber auch die übergeordneten Ebenen um den Antibiotikaeinsatz in den Griff zu bekommen.“

Am Mittwoch standen für die Teilnehmer noch einmal die Basismaßnahmen der Hygiene im Mittelpunkt. Neben dem vorgeschriebenen Hygieneplan und der regelmäßigen Handdesinfektion gehört auch der richtige Umgang mit Bettwäsche und Berufskleidung dazu. So dürfe sie etwa nur in zertifizierten Betrieben gewaschen werden, erklärt Berthold Gmerek, Hygienebeauftragte des Antonius-Krankenhauses, eine der Regeln für Krankenhäuser.

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