Schulpsychologe

Nach dem German Wings-Absturz war er im Großkriseneinsatz

Schuldezernent Paul Ketzer (rechts) und Karl Trimborn, städtischer Fachbereichsleiter für Jugend und Schule (links), verabschiedeten Romualdo Martin-Pelegrina.

Schuldezernent Paul Ketzer (rechts) und Karl Trimborn, städtischer Fachbereichsleiter für Jugend und Schule (links), verabschiedeten Romualdo Martin-Pelegrina.

Foto: Stadtverwaltung Bottrop

Bottrop.  Schuldezernent Paul Ketzer hat Ramouldo Martin-Pelegrina verabschiedet - auch wenn der Psychologe gar kein Mitarbeiter der Stadt Bottrop war.

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Romualdo Martin-Pelegrina geht in den Ruhestand. Die Regionale Schulberatungsstelle verliert damit einen wichtigen Mitarbeiter und ihr Urgestein. Schuldezernent Paul Ketzer hat den Schulpsychologen der ersten Stunde jetzt offiziell verabschiedet - auch wenn Martin-Pelegrina eigentlich gar kein Mitarbeiter der Stadtverwaltung war.

Als die Regionale Schulberatungsstelle 1980 gegründet wurde, war Romualdo Martin-Pelegrina zunächst als einziger Schulpsychologe dort tätig. Als Leiter der Einrichtung hat er die Strukturen für die Arbeit der Beratungsstelle maßgeblich gelegt und beeinflusst. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte von Beginn der Beratungsstelle an waren der Umgang mit besonderen Schwierigkeiten von Kindern im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens. Hier bewährte sich auch die Zusammenarbeit mit der Fachstelle bei der Caritas.

Bei der Qualifizierung von Beratungslehrern ein Vorreiter

Ramouldo Martin-Pelegrina hat bei der bei der Qualitäts- und Unterstützungsagentur für Lehrer in Soest maßgeblich am Konzept der Qualifizierung der Lehrer zu Beratungslehrern mitgearbeitet und dabei eine Vorreiterfunktion inne gehabt. In folgenden Jahren wandelte sich die allgemeine Ausrichtung der schulpsychologischen Arbeit von der „Beratung im Einzelfall“ mehr in Richtung „Beratung des Systems Schule“. Doch hatte für Martin-Pelegrina die Einzelfallarbeit weiterhin einen hohen Stellenwert.

Nach Amoktaten von Schülern in Erfurt und Emsdetten richtete sich die Schulpsychologie auch auf schulische Krisen hin aus. Strukturen zur Prävention von und für Intervention in schulischen Krisen wurden geschaffen. Romualdo Martin-Pelegrina war seit 2007 der erste Krisenbeauftragte in Bottrop.

Der Einsatz am Joseph-König-Gymnasium in Haltern war herausfordernd

Zu nennen sind auch Martin-Pelegrinas Einsatz als Teilnehmer der Bottroper Bildungskonferenz und die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Schulamtes bei Themen wie „Übergang von KiTa zur Grundschule / Lernvoraussetzungen im Schuleingang“ mit dem Ziel, alle vorhandenen diagnostischen Informationen über ein Kind zu bündeln, um diese für die Schule besser nutzbar zu machen.

Herausfordernde Ereignisse für die Beratungsstelle und ihren Leiter waren in den vergangenen Jahren im Frühjahr 2015 der Groß-Kriseneinsatz am Joseph-König-Gymnasium in Haltern nach dem German Wings-Flugzeugabsturz in den französischen Alpen.

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