Kultur

Moritz Krauth erkundet das junge Museum

Der Hamburger Aktionskünstler Moritz Krauth stellt am Mittwoch, 13. September 2017, im Jungen Museum in Bottrop seine Ausstellung vor.

Foto: Thomas Gödde

Der Hamburger Aktionskünstler Moritz Krauth stellt am Mittwoch, 13. September 2017, im Jungen Museum in Bottrop seine Ausstellung vor. Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Performance-Künstler dokumentiert und analysiert seine Annäherung an die Architektur der Ausstellungsräume

Zwei Videos, ein Dutzend Schwarzweißzeichnungen: Die Ausstellung des Hamburger Performancekünstlers Moritz Krauth im Jungen Museum kommt extrem reduziert daher. „Der eigene Körper als Hauptgegenstand der Performances“, fasst Katrin Reck vom jungen Museum zusammen. Das ist die eine Seite der Medaille, sagt Krauth. Die andere: „Der Künstler arbeitet sich an der Architektur ab“ - und die Besucher schauen ihm dabei zu.

Krauth hat in Paris erst Mode, dann Fotografie studiert und studiert seit 2012 an der Kunstakademie Düsseldorf freie Kunst bei Professor Christopher Williams. Das Museum hat er kennen gelernt bei der Ausstellung seines Studienkollegen Dominic Geis „The ,me’ in Motion“ Anfang 2015. Wie Geis stellt sich Krauth in den Mittelpunkt seiner Bilder und Performances, anonymisiert sich dabei aber selbst. Der Körper und seine Bewegung sind sowohl im Video als auch in den Zeichnungen abstrahiert. Das erschließt sich dem Betrachter besonders in der Serie von digitalen Zeichnungen im letzten Raum. Krauths Ansatz ist die künstlerische Annäherung an die drei Ausstellungsräume, das Lichtspiel durch die Oberlichter und die Analyse dieser Begegnung.

„Ich konnte hier viel Zeit verbringen“, sagt Krauth über die Vorbereitung der Ausstellung. Diese Zeit hat er verdichtet in den Videodokumentationen und in den Zeichnungen, die sowohl mit dem 16:9-Format der Videos spielen als auch mit den Maßen der schmalen Museumsfenster. Die Videos zeigen, wie Moritz Krauth sich und die Kamera durch die Räume bewegt - und in den Mensingbrunnen hinter dem Museum. Nicht ganz ungefährlich wegen der Scherben im Becken. Sowohl für diese Erfahrung als auch für die ganze Ausstellung gilt Krauths Vorsatz: „Ich wollte mich ausprobieren.“

Öffnungszeiten und Führungen

Dienstags, mittwochs und freitags von 15 bis 18 Uhr, Donnerstag von 18 bis 21 Uhr. Führungen Montag bis Freitag vormittags und donnerstags ab 18 Uhr statt, 2,50 Euro pro Person. Voranmeldungen: 70-4282.

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