Gesundheitsversorgung

Marienhospital in Bottrop als Fusionspartner erste Wahl

Als Fusionspartner begehrt: das Marienhospital an der Josef-Albers-Straße in Bottrop.

Als Fusionspartner begehrt: das Marienhospital an der Josef-Albers-Straße in Bottrop.

Foto: www.blossey.eu

Bottrop./Gladbeck.  Katholische Kliniken Emscher Lippe wollen sich bald mit dem kirchlichen Krankenhaus zusammentun. Gesellschafter kündigt Pläne im WAZ-Interview an

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Die Katholischen Kliniken Emscher Lippe (KKEL) schmieden Fusionspläne mit dem Bottroper Marienhospital. „In den nächsten zwei Jahren prüfen wir eine Fusion mit den Bottropern, weil wir uns auch hier größer und breiter aufstellen müssen“, sagte der Gladbecker Propst André Müller in einem Interview mit der WAZ-Redaktion.

Aufgabe der Geburtshilfe

André Müller ist Propst der Pfarrei Sankt Lamberti in Gladbeck. Diese ist Gesellschafterin der KKEL und hält Anteile an deren Stammkapital. Der Gladbecker Pfarrer führt das Fusionsstreben auf geänderte Vorgaben für die Krankenhausversorgung in Nordrhein-Westfalen zurück. „Der Gesetzgeber zwingt uns, umzustrukturieren. Er verlangt, größere Abteilungen zu bilden, die für die ganze Region zuständig sind, kleine dagegen aufzugeben“, sagte der Pfarrer.

Die Fusionswünsche aus Gladbeck platzen mitten hinein in die Urlaubszeit in der Marienhospital-Gründergemeinde St. Cyriakus. Aufsichtsratsvorsitzender Propst Paul Neumann macht zurzeit Ferien. Die Mitarbeitervertretung des Marienhospitals weiß von den Fusionsplänen nichts. „Offiziell ist das an uns nicht herangetragen worden“, sagte CDU-Ratsherr Bernd Hohaus, Mitarbeitervertreter des katholischen Krankenhauses in Bottrop.

Zu den Katholischen Kliniken Emscher Lippe gehört schon seit Jahren auch das zuvor eigenständige St. Antonius-Krankenhaus. Gemeinsam mit der Kirchhellener Klinik waren das St. Barbara-Hospital in Gladbeck und das St. Josef-Hospital in Gelsenkirchen-Horst eine Fusion eingegangen. Seit etwa fünf Jahren sind diese drei Kliniken nur noch Betriebsstätten dieses fusionierten Krankenhauses. Außerdem gehört das Seniorenzentrum St. Hedwig in Gelsenkirchen-Resse zu KKEL.

Beschäftigte sorgen sich um Personalabbau

Die Gladbecker Fusionsbestrebungen gehen einher mit Schließungsplänen der Geburtshilfe im dortigen St. Barbarahospital. Bis Ende 2017 soll diese aufgegeben werden. Die für Gladbecker dann nächstgelegenen Entbindungsstationen lägen im Marienhospital in Gelsenkirchen-Buer und eben im Marienhospital in Bottrop.

Beschäftigte im Bottroper Marienhospital sorgen sich schon länger, dass KKEL-Pläne mit einem Personalabbau erkauft werden. Die Fusionsziele zeichnen sich seit der Kooperation der Katholischen Kliniken mit dem Marienhospital immer deutlicher ab. So besorgt Geschäftsführerin Dr. Ulrike Ellebrecht seit Anfang August zusätzlich auch die Geschäfte der Katholischen Kliniken Emscher Lippe. „Sie vereint sowohl die betriebswirtschaftliche als auch die medizinische Perspektive in einer Person. Das ist eine herausragende Stärke, um den Klinikverbund in die Zukunft zu führen“, hatte Propst Müller diese Personalie begründet.

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