Riskant

Manche islamische Flüchtlinge lassen sich christlich taufen

Pfarrerin i.R. Reile Hildebrandt-Junge-Wentrup kritisiert die „Glaubensprüfungen“ bei getauften Flüchtlingen.

Pfarrerin i.R. Reile Hildebrandt-Junge-Wentrup kritisiert die „Glaubensprüfungen“ bei getauften Flüchtlingen.

Foto: Bugzel

Bottrop.  Rund 200 Flüchtlinge im ev. Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten traten vom Islam zum Christentum über. Eine riskante Sache bei der Heimkehr.

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Weil sie vom Islam zum Christentum übergetreten sind, fürchten manche Flüchtlinge bei der Rückkehr in die Heimat um ihr Leben. Das betrifft vor allem Menschen aus dem Iran. Dies wurde auf der evangelischen Kreissynode in Bottrop bekannt.

In den Gemeinden des Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten hätten sich in den letzten Jahren rund 200 muslimische Flüchtlinge taufen lassen, berichtete Pfarrerin i.R. Reile Hildebrandt-Junge-Wentrup. „Mehrheitlich kommen sie aus dem Iran und dem Irak, einige aus Afghanistan.“ Oft hätten sie in ihrer Heimat bereits Kontakt zu Christen gehabt und seien wegen der deshalb drohenden Todesstrafe geflüchtet.

Mit der Taufe ist kein Bleiberecht verbunden

„Nach ausführlicher Vorbereitung werden sie in unseren Gemeinden getauft, wohl wissend, dass damit kein Bleiberecht verbunden ist“, so die emeritierte Pfarrerin. In einem deutschen Asylverfahren gerate die Anerkennung aus Glaubensgründen bisweilen zum Glücksspiel. „Wir verzeichnen eine steigende Zahl von abgelehnten Asylanträgen von Getauften. Der Grund: vermeintliche Unglaubwürdigkeit.“ Die Seelsorgerin berichtete von Verfahren mit Getauften, in denen es teils „groteske Glaubensprüfungen“ seitens der Behörden gebe.

Mancher Ablehnungsbescheid zeige, dass der Charakter der Taufe als Sakrament verkannt werde. „Unsere Kirche hat immer wieder darauf hingewiesen, dass in Glaubensfragen die Kirche zuständig ist und nicht der Staat“, unterstrich die Theologin. „Diese Grundsatzposition verletzt zurzeit unser Staat.“

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