Ausstellung

Malerin zeigt den Alltag im Farbgewitter

Leonie Herrmann vor ihrem Anti-Kriegs-Diptychon „Playground“ in der neuen Ausstellung im Jungen Museum.

Foto: Heinrich Jung

Leonie Herrmann vor ihrem Anti-Kriegs-Diptychon „Playground“ in der neuen Ausstellung im Jungen Museum. Foto: Heinrich Jung

Bottrop.  Bilder von Leonie Herrmann sind jetzt im Jungen Museums zu sehen. Eine kritische, zuweilen surreale Sicht auf Alltag und Gegenwart.

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In eine Welt aus Farben und absonderlichen Formen entführt Leonie Herrmann die Besucher jetzt im Jungen Museum. Die Künstlerin aus Dortmund zeigt insgesamt neun Werke in verschiedenen Techniken und Materialien. Besonders die knallbunten Farben und klaren Linien fallen bei den Arbeiten der 28-Jährigen ins Auge.

Viele Beobachter sprechen diesen Umstand ihrem Studium der bildenden Kunst in den Niederlanden zu. Obwohl die Künstlerin diese Einschätzung nachvollziehen kann, teilt sie diese nicht gänzlich: „Ich spiele gerne mit Farben, um den alltäglichen Situationen, die ich abbilde, eine gewisse Surrealität zu verleihen. Es ist einfach eine persönliche Präferenz.“

Immer auch ein Zerrbild der Realität

Diese figürlichen Malereien und Zeichnungen konfrontieren den Betrachter dabei oft mit ambivalenten Situationen. So findet sich in vielen ihrer Werke der gesellschaftliche Alltag wieder, allerdings verzerrt dargestellt. Auch Themen wie Krieg und Gewalt finden Einzug in ihre Bilder. Trotz allem möchte Leonie Herrmann keine Betroffenheit hervorrufen. „Ich lege besonderen Wert darauf, diese Themen abgemildert darzustellen“, unterstreicht sie. „Alles andere wäre mir persönlich zu kitschig und ist nicht der Anspruch meiner Kunst.“ Auch deshalb finden vielleicht so viele verschiedene Farben Einzug in die Bilder von Herrmann.

Das Diptychon „Playground“ charakterisiert diesen Gedankengang. Es zeigt zwei Menschen mit Gewehren , die aber ohne Perspektive erscheinen und von humorvollen Elementen eingerahmt werden. „Der Betrachter kann nicht erkennen, wo die beiden Menschen sich befinden, ob sie aufeinander zielen oder nicht. Diese Verzerrung der Realität bedeutet mir viel.“

Keine narrative Kunst

Herrmann möchte keine narrative Kunst erstellen und distanziert sich von Illustration: „Ich möchte Fragen aufwerfen, die jeder Betrachter für sich selbst beantworten kann.“ Zudem vermischt sie verschiedene Materialien und Techniken, wie Öl, Acryl, Marker- oder Kreideelemente, die durch ihre Mixtur ein surreales Abbild alltäglicher Situationen bieten. Auch das ist ein Grund, warum die Leiterin des jungen Museums, Katrin Beck, so begeistert von den Werken ist.

„Schon 2014 hatte sich die Künstlerin beworben und schon als ich sie in ihrem Atelier in Dortmund besucht habe, konnte ich das Besondere in ihren Werken erkennen“, so die Kuratorin. „Seitdem die Bilder hier hängen, entdecke ich bei jedes Mal neue Aspekte, die mich faszinieren“, sagt Katrin Beck und hofft, dass es möglichst vielen Besuchern ähnlich geht.

Öffnungszeiten und Führungen

Das junge Museum auf dem Kulturhof, Böckenhoffstraße 30, 46236 Bopttrop, öffnet jeden Dienstag, Mittwoch und Freitag von 15 bis 18, Donnerstag von 18 bis 21 Uhr.
Zu sehen bis 7. Dezember. Dann gibt es ab 18 Uhr ein Treffen mit der Künstlerin. Führungen montags bis freitags vormittags und donnerstags ab 18 Uhr. Anmeldung unter: Tel.: 02041/ 70 42 82.

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