Bergbau

Letzter Durchschlag auf Prosper – Anfang vom Bergbau-Ende

Mitarbeiter, Werksleitung und Vertreter der Bezirksregierung Arnsberg waren vor Ort um dem letzten Durchschlag auf der Bottroper Zeche beizuwohnen.

Foto: RAG

Mitarbeiter, Werksleitung und Vertreter der Bezirksregierung Arnsberg waren vor Ort um dem letzten Durchschlag auf der Bottroper Zeche beizuwohnen.

Bottrop.   Kumpel sagen: ein guter Flöz. Alle Strecken, die für den Kohleabbau bis Ende 2018 nötig sind, existieren nun. Dann schließt die Bottroper Zeche.

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118,6 Kilometer ist das Streckennetz des Bergwerks Prosper-Haniel lang – und es wird auch nicht mehr länger. Am Donnerstagnachmittag fand 1240 Meter unter der Kirchheller Heide der letzte Durchschlag auf Proper-Haniel statt. Zwei Strecken wurden miteinander verbunden. Um 14.49 Uhr hatte die riesige Teilschnittmaschine die letzte Wand zwischen den beiden Gängen eingerissen.

Zwei Jahre vor dem Ende des Bergbaus enden damit die so genannten Vorleistungsaktivtäten der Bottroper Zeche. Heißt im Klartext: Alle Strecken, die für den Kohleabbau bis Ende 2018 nötig sind, existieren nun. Die Teilschnittmaschine wird nicht länger gebraucht. Ist die Strecke ausgebaut, sprich durch Bögen und Beton gesichert, wird sie demontiert und in Einzelteilen über Tage geschickt.

Ab 2017 wird der Flöz dann abgebaut

Stattdessen werden hier Schilde und Hobel aufgebaut und ab Juli 2017 wird der Flöz abgebaut.

„Ein guter Flöz“, sagen die Kumpel und deuten auf die mächtige Kohleschicht, die schon deutlich sichtbar ist. Fast zwei Meter hoch ist sie und nur an einer Stelle von einer dünnen Gesteinsschicht unterteilt. Die Fachleute sprechen hier von „wenig Gebirge und viel Kohle.“ Acht Monate lang können die Bergleute hier dann Kraftwerkskohle abbauen.

Die Maschine arbeitet Laser gesteuert

Doch zunächst ist die i-TSM – die intelligente Teilschnittmaschine – an der Reihe. Laser gesteuert bewegen sich die beiden Schneidköpfe auf die Wand zu und reißen die Gesteinsbrocken nieder. Um 14.36 Uhr starten Bodo Eilers von der RAG und Maik Knille, ein Monteur der Herstellerfirma Sandvik, die Maschine – 13 Minuten später haben die Schneidköpfe die Wand durchdrungen – und haben dabei weniger Lärm gemacht als mancher Besucher befürchtet hat. Dafür staubt es ordentlich.

Fast 50 Personen halten sich in der Strecke auf, die Werksleitung ist da, dazu Vertreter der Bezirksregierung Arnsberg, der zuständigen Aufsichtsbehörde. Schließlich ist es ein historischer Augenblick. 160 Jahre lang hat der Bergbau Bottrop geprägt, das Ende rückt unaufhaltsam näher – und damit sicher noch so manch weiterer historische Tag. „Es kommen jetzt immer mehr Dinge, die wir zum letzten Mal machen“, bringt Bergwerks-Sprecher Michael Sagenschneider die Stimmung auf den Punkt.

Die Besucher beobachten die Arbeiten der Maschine am Monitor

Die Besucher stehen derweil vor Monitoren unter Tage und beobachten auf der einen Seite die Arbeit der Maschine, im zweiten Fenster auf dem Monitor werden Bilder von der anderen Seite der Wand eingespielt. Als die Schneidköpfe sichtbar werden und immer größere Blöcke aus der Wand brechen ertönt Applaus für alle Beteiligten.

Und dann ist auch ein wenig Wehmut angesagt. Denn damit wird der Bereich Vortrieb aufgelöst, die Mitarbeiter werden auf andere Bereiche verteilt. Und die i-TSM-38? Sie steht demnächst zum Verkauf.

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