17. Lange Gospelnacht

Lange Gospelnacht in Bottrop lässt St. Cyriakus erbeben

Volles Haus in St. Cyriakus bei der 17. langen Gospelnacht.

Volles Haus in St. Cyriakus bei der 17. langen Gospelnacht.

Foto: Foto: Andreas Hofmann

Bottrop.  Tolle Solisten, Hunderte Sängerinnen: Bottrops Gospeltage erlebten ihren krönenden Abschluss. Vor der Kirche stieg zur Live-Übertragung ein Fest.

Den Höhepunkt der Gospelwoche bildete auch in diesem Jahr wieder die Internationale Bottroper Gospelnacht. Zu dem bereits zum 17. Mal stattfindenden Festival hatten sich mehr als 20 Solisten und Chöre mit etwa 500 Sängern und Sängerinnen angemeldet.

Die Zuhörer konnten sich über ein pralles Marathonprogramm über mehr als sieben Stunden mit Interpreten aus den USA, Europa und Afrika freuen. Als Lokalmatadoren aus Bottrop hatten der Chor „Euphonia“ und das „vocal ensemble credo“ ihren Auftritt. Propst Jürgen Cleve ermunterte das Publikum bei seiner Begrüßung, Freude zu haben und sie gemeinsam zu erleben, denn: Musik könne ausdrücken, was nicht in Worte zu fassen sei.

Organisator Waldemar Lusch übergab der Cyriakuskirche als Gastgeschenk eine 140 Jahre alte Prunkbibel.

Prunkbibel als Geschenk an die Kirche

Traditionell machte der „Mass Choir International“ , der sich in den vorangegangenen Workshops mit Stimmen aus sechs Ländern gebildet hatte, den Auftakt. Das Publikum stand schon nach den ersten Takten auf, klatschte und tanzte mit. Die Liedzeilen „I am happy“ und „I get free“ trafen die Stimmung perfekt. Gospel macht auch gute Laune, was an den Gesichtern abzulesen war.

Der Bottroper Chor „Euphonia“ riet anschließend „Schau auf die Welt“. Für die Sänger war es „etwas Besonderes, hier aufzutreten.“Die stimmgewaltige exzellente Soul- und Gospelsängerin Shellie Powe begeisterte die Menschen mit „Yes Lord“. Der kongeniale Pianist Kenneth Powe begleitete seine Frau und steuerte ein Medley und beteuerte: Es ist nicht nur Musik, sondern eine Opfergabe von meinen Herzen für euch.“

Der Kölner Chor „Great Joy“ zelebrierte „True colors“. Die „Young Washington Voices“ waren vor zehn Jahren bereits in Bottrop und kehrten nun als ausgebildete Sänger und Musiker mit Leidenschaft zurück. Für Kenneth Powe war es „wonderful“ zu hören, wie sich Little Grace Harrison, Ashley Haynes und Jermaine Harris entwickelt haben.

Großartige Stimmen und gefühlvolle Interpretation

Mit großartigen Stimmen in ungeahnten Höhen, zelebrierten sie Gospel inbrünstig aber doch als große Hymne.

Das Fest begeisterte mit abwechslungsreichen Stücken facettenreich durch alle Stilrichtungen. Für die Sänger ist Gospel eine Glaubensbotschaft mit Musik aus der Tiefe der Seele. Das bewiesen bis nach Mitternacht die weiteren internationalen Künstler, darunter Pianist Gerald T. Smith, der charismatische Sänger Wayne Ellington oder die „Manchester Inspiration Voices“.

Durch das umfangreiche Programm führten die bewährten Harald und Marie Sadowski, die selbst auch als Solistin auftrat, sowie die Dolmetscherin Amber Crumbly. Der „Mass Choir International“ beendete beim großen Finale mit seinen ergreifenden Songs die Gospelnacht.

Das Programm wurde per Video auf den Platz vor der Kirche übertragen, wo die Gemeinde für Speisen und Getränke beim „Gospelfest open air“ mit Volksfestcharakter anbot.

Das sorgte mal für eine positiv belebte Innenstadt am Samstagabend mit Raum für internationale Gespräche und Begegnungen. Außerdem war die Akustik nach Meinung einiger Besucher vor der Kirche besser als in drinnen.

Die Organisation dahinter

Seit nunmehr 17 Jahren veranstaltet das Bottroper „vocal ensemble credo“ unter seinem Leiter Waldemar Lusch und ein ganzes Team aus ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern die Bottroper Gospeltage. Zentrale ist dabei stets die Christuskirche am Scharnhölzfeld.

Seither werden die Gospelnächte überkonfessionell in verschiedenen Kirchen gefeiert.

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