Landtagswahl 2022

Landtagswahl in Bottrop: Wahlbeteiligung historisch niedrig

| Lesedauer: 15 Minuten
Unsere Wahl-Analyse: Wer regiert künftig in NRW?

Unsere Wahl-Analyse- Wer regiert künftig in NRW?

In unserer Sondersendung diskutieren wir unter anderem mit Wahlforscher Manfred Güllner über mögliche Koalitionen und politische Stolperfallen.

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Bottrop.  Die SPD hat klar gewonnen in Bottrop. Nur gut die Hälfte der Wahlberechtigten ging wählen. So lief die NRW-Landtagswahl 2022 in Bottrop.

  • Die SPD hat in Bottrop klar gewonnen – Thomas Göddertz bleibt im Landtag
  • Die Bottroper Grünen freuen sich über das starke Abschneiden ihrer Landespartei
  • Die Wahlbeteiligung war so niedrig wie nie: Nur gut die Hälfte der Wahlberechtigten ging wählen

Die Landtagswahl in Bottrop – hier im Liveticker

22.15 Uhr: Die Wahlbeteiligung hat einen neuen Tiefststand erreicht: Sie lag bei lediglich 53,4 Prozent und damit 13,2 Prozentpunkte niedriger als 2017. Damit verabschieden wir uns für heute Abend. Vielen Dank fürs Lesen!

22.15 Uhr: Nun ist auch das vorläufige Endergebnis für den Wahlkreis 75 Bottrop – Recklinghausen VI da. So verteilen sich die Stimmen.

Erststimmen:

  • Thomas Göddertz (SPD): 41,6 Prozent
  • Anette Bunse (CDU): 30,5 Prozent
  • Joachim Gutsche (Grüne): 12,1 Prozent
  • Detlef Bauer (AfD): 7,1 Prozent
  • Andreas Mersch (FDP): 4,5 Prozent
  • Günter Blocks (Linke): 1,8 Prozent
  • Andere: 2,5 Prozent

Zweitstimmen:

  • SPD: 36,7 Prozent
  • CDU: 31,1 Prozent
  • Grüne: 12,8 Prozent
  • AfD: 7,0 Prozent
  • FDP: 4,6 Prozent
  • Die Linke: 1,5 Prozent
  • Andere: 6,3 Prozent

21.25 Uhr: Das Bottroper Ergebnis ist final – im Wahlkreis fehlen nur noch die Stimmbezirke aus Gladbeck. So haben die Bottroper gewählt:

Erststimmen:

  • Thomas Göddertz (SPD): 42 Prozent
  • Anette Bunse (CDU): 30,3 Prozent
  • Joachim Gutsche (Grüne): 12,3 Prozent
  • Detlef Bauer (AfD): 6,8 Prozent
  • Andreas Mersch (FDP): 4,5 Prozent
  • Günter Blocks (Linke): 1,8 Prozent

Zweitstimmen:

  • SPD: 36,6 Prozent
  • CDU: 31 Prozent
  • Grüne: 13 Prozent
  • AfD: 6,7 Prozent
  • FDP: 4,5 Prozent
  • Die Linke: 1,5 Prozent

20.55 Uhr: Warten auf Gladbeck: Das vorläufige Endergebnis aus Bottrop liegt noch nicht vor, obwohl die Stimmbezirke hier in der Stadt ausgezählt sind. Aus Gladbeck fehlen weiterhin 15 Meldungen. Nach aktuellem Stand konnte Thomas Göddertz deutlich mehr Stimmen auf sich vereinen als seine Partei an Zweitstimmen bekommen hat. Göddertz bekommt nach aktuellem Stand 42,2 Prozent der Stimmen, die SPD 37 Prozent der Zweitstimmen.

20.40 Uhr: In Bottrop sind übrigens fast alle Stimmbezirke ausgezählt. Es fehlen lediglich drei Briefwahlbezirke, die aber zurückgehalten werden, bis das vorläufige Endergebnis da ist. Anders in den 17 Stimmbezirken in Gladbeck: Dort sind die Ergebnisse erst aus zwei Stimmbezirken eingetrudelt.

20.30 Uhr: 100 von 118 Stimmbezirken sind ausgezählt, Thomas Göddertz (SPD) liegt mit 42,2 Prozent der Stimmen deutlich vor Anette Bunse (CDU), für die 30 Prozent der Wähler gestimmt haben. Der Sieg ist dem SPD-Kandidaten nicht mehr zu nehmen, er wird ein zweites Mal in den Landtag einziehen.

Sein Bundestagskollege Michael Gerdes gratuliert: „Ich freue mich, dass unser Thomas in Bottrop und Gladbeck gewinnen wird.“ Zwar sehe es im Land nicht so gut aus, „in Bottrop ist unstrittig, dass wir klar vorne liegen“.

20 Uhr: Nach 89 ausgezählten Stimmbezirken von 118 ist die Tendenz klar: Thomas Göddertz zieht erneut für die SPD als Direktkandidat in den Landtag ein. Er liegt aktuell mit 41,7 Prozent der Erststimmen vor Anette Bunse, die bei 30,3 Prozent der Stimmen liegt.

Trotzdem zeigt sich der Direktkandidat zurückhaltend. Vom NRW-Ergebnis ist er enttäuscht. „Die Stimmung an den Wahlständen war gut.“ Er sei nun „verhalten optimistisch, dass ich im Wahlkreis direkt gewählt werde“.

19.45 Uhr: Andreas Mersch, Direktkandidat der FDP, ist die Fassungslosigkeit im Gespräch sofort anzumerken. Zu Beginn mussten die Liberalen regelrecht zittern, die Fünf-Prozent-Hürde zu schaffen, aktuelle Hochrechnungen sehen sie bei 5,5 Prozent. „Das ist eine Katastrophe, eine ganz bittere Niederlage“, sagt Mersch. Es könne nicht so weitergehen wie bisher, „wir sind mit unseren Themen nicht durchgekommen“.

Er wolle das Ergebnis nicht an einzelnen Personen festmachen, mit Blick auf die harte Kritik an der Schulpolitik von Bildungsministerin Yvonne Gebauer könne er aber verstehen, wenn insbesondere die Eltern der FDP die Corona-Politik übelnehmen.

19.28 Uhr: Besonders stark hat die SPD auf dem Eigen abgeschnitten: Im Stimmbezirk rund um die Sparkasse an der Gladbecker Straße 294 erhielt Thomas Göddertz 58,8 Prozent der Erststimmen, die Sozialdemokraten bekamen 51,4 Prozent der Zweitstimmen.

Ein anderes Extrem zeigt sich in der Boy: Dort kommt die AfD im Stimmbezirk um die Freiwillige Feuerwehr auf 18,3 Prozent der Zweitstimmen und auf ebenso viele Erststimmen.

19.25 Uhr: Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler (SPD) beglückwünscht CDU und Grünen zu ihren Wahlerfolgen. „Es gehört sich so, dass man demokratischen Parteien dann gratuliert.“ Die amtierende Landesregierung sei abgewählt, „als OB habe ich gut mit ihr zusammengearbeitet. Ich bin zuversichtlich, dass dies auch mit der zukünftigen so sein wird“.

19.10 Uhr: Bereits mehr als ein Viertel der Stimmen im Wahlkreis Bottrop – Recklinghausen VI ist ausgezählt. Hier finden Sie alle einlaufenden Ergebnisse für Bottrop.

19 Uhr: Nach ausgezählten 24 von 118 Stimmbezirken im Wahlkreisen liegt die SPD mit Direktkandidat Thomas Göddertz weiterhin deutlich vor der CDU-Kandidatin Anette Bunse. Über 40 Prozent bekommt Göddertz nach aktuellem Stand.

„Dass es für mich nicht reichen würde für den Wiedereinzug in den Landtag, war mir früh klar“, sagt Bunse, die vermutlich aus dem Landtag ausscheiden wird. Schon nach der vergangenen Wahl war sie erst später nachgerückt. „Trotzdem hat der Wahlkampf Spaß gemacht.“ Sie finde es gut, „das Hendrik Wüst mit so einem großen Vorsprung durchs Ziel geht.“

18.58 Uhr: Die AfD liegt in den ersten Hochrechnungen knapp unter sechs Prozent und damit schlechter als 2017, als sie erstmals in den Landtag einzog mit 7,4 Prozent der Stimmen. „Das war zu befürchten nach der Landtagswahl in Schleswig-Holstein“, sagt Bottrops AfD-Vorsitzender Patrick Engels. Das starke Abschneiden der Grünen verstehe er nicht. „Wir sind eigentlich die Partei, die für den Mittelstand das entsprechende Programm hat.“ Allerdings wüssten viele Menschen nicht, wofür die AfD tatsächlich steht.

18.45 Uhr: Die ersten Ergebnisse aus den Bottroper Wahllokalen laufen ein: Demnach liegt die SPD hier in der Stadt klar vor der CDU, sowohl bei der Erst- als auch bei der Zweitstimme. Aber bislang sind gerade mal zwei von 101 Bottroper Stimmbezirken ausgezählt, im gesamten Wahlkreis gibt es 118 Stimmbezirke.

18.35 Uhr: Die Bottroper Grünen sind zufrieden: Auch wenn Joachim Gutsche kaum Chancen auf den Sieg des Wahlkreises hat, blickt man begeistert auf die Rekord-Prognose der Landespartei. Rund 18 Prozent der Wählerinnen und Wähler haben ihr Stimme den Grünen gegeben.

„Das ist ein Bombenergebnis“, sagt Spitzenkandidat Joachim Gutsche. „Wir haben schon im Wahlkampf viel Sympathie für unsere Kernthemen zu spüren bekommen. Wenn die Zahlen sich stabilisieren, haben wir im Land eine Chance, auf die wir seit Jahren hinarbeiten: Wir können mitgestalten.“

18.10 Uhr: Laut erster Prognosen liegt die CDU bei den Zweitstimmen klar vor der SPD, mit 35 zu 28 Prozent. Für die Bottroper SPD-Vorsitzende Sonja Voßbeck kommt das überraschend: „Ich hätte nicht gedacht, dass der Abstand so groß ist, die Stimmung an den Wahlständen war besser.“ Spannend würde es nun Blick auf das Koalitionsverhalten der Grünen. Die erhalten nach der ersten Prognose rund 18 Prozent der Stimmen und verdreifachen damit fast ihr Ergebnis von 2017. Knapp wird es für die FDP: Sie liegt bei fünf Prozent und damit an der Grenze, überhaupt in den Landtag einzuziehen.

18 Uhr: Die Wahllokale sind geschlossen, die Auszählung beginnt jetzt, auch für die Briefwahlbezirke. Erfahrungsgemäß laufen die ersten Ergebnisse der kleineren Stimmbezirke bereits in wenigen Minuten ein.

17.15 Uhr: Die Wahlbeteiligung zeichnet sich als niedriger als 2017 ab. Zwar sind die Werte nicht gut miteinander vergleichbar, weil der Briefwähleranteil vor fünf Jahren nur halb so hoch war wie dieses Jahr (zwölf zu 24,7 Prozent). Trotzdem liegt die Quote von 16 Uhr mit 52 Prozent deutlich unter der der Wahl von 2017, als die Beteiligung um diese Uhrzeit bei 62 Prozent lag.

15.40 Uhr: Erinnern Sie sich an den Laschet-Fauxpas bei der Bundestagswahl 2021? Der CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet faltete seinen Stimmzettel falsch, zu sehen waren die beiden Kreuze bei der – Sie ahnen es – CDU. Nicht so prominent, aber das gleiche wäre einem Wähler auf dem Eigen fast passiert, die Wahlhelfer machten den Mann aber auf sein Fauxpas aufmerksam. Dort ist übrigens die Wahlbeteiligung besonders hoch. Mehr aus den Wahllokalen lesen Sie hier.

15.20 Uhr: Bei der Landtagswahl ist die Wahlbeteiligung in der Regel niedriger als bei der Bundestagswahl. 2017 gaben 66,8 Prozent der Wahlberechtigten in Bottrop ihre Stimme ab. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr haben 74,6 Prozent der Bottroper von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

13.30 Uhr: Warum völlig offen ist, wer heute die Wahl gewinnt, hat Tobias Blasius in einer Analyse aufgeschrieben. „Die ,Herzkammer der Sozialdemokratie’, wie Herbert Wehner das Land einmal taufte, ist seit der Regentschaft Johannes Raus längst ein ,Swing State’ geworden“, schreibt unser Düsseldorf-Korrespondent. Lesen Sie hier weiter.

13.10 Uhr: Die Stadt hat die erste Wahlbeteiligung gemeldet. Um 12 Uhr lag sie bei 36,5 Prozent (Lokalwähleranteil 11,8 Prozent plus 24,7 Prozent Briefwahlkonstante). In ganz NRW liegt sie aktuell bei rund 36 Prozent.

Ein Vergleich zu den Zahlen der Vorjahre sei kaum zu ziehen, da die Briefwahlbeteiligung bei dieser Wahl wesentlich höher liegt als bei vorangegangenen. So lag die Beteiligungsquote um 12 Uhr bei der Landtags 2017 bei 34,6 Prozent (22,6 Prozent Lokalwähleranteil und zwölf Prozent Briefwahlkonstante). Insgesamt lag im Jahr 2017 die Wahlbeteiligung in Bottrop bei schließlich 66,8 Prozent.

Zudem gibt es in diesem Jahr einen neuen Wahlkreiszuschnitt, Teile Gladbecks zählen zum Bottroper Wahlkreis. In den Gladbecker Wahllokalen ist bisher eine Wahlbeteiligung insgesamt von 39,3 Prozent zu verzeichnen.

11.05 Uhr: Bottrop ist bei Landtagswahlen fest in SPD-Händen. Zuletzt hatte Thomas Göddertz 2017 mit 40,7 Prozent der Stimmen das Direktmandat geholt, seine Partei erhielt in Bottrop 38,1 Prozent der Zweitstimmen. Von 2005 bis 2017 war Cornelia Ruhkemper von den Sozialdemokraten für den Bottroper Wahlkreis im Landtag vertreten.

10.15 Uhr: Wie war das noch mal mit Erst- und Zweitstimme? Mit der Erststimme wird in jedem der 128 Wahlkreise in Nordrhein-Westfalen ein Direktkandidat gewählt. Die Zweitstimme geht direkt an die Partei, sie ist maßgeblich für die Sitzverteilung im Landtag.

Sollte eine Partei mehr Direktmandate gewinnen als ihr eigentlich aufgrund des Zweitstimmenanteils zusteht, bekommt die Partei Überhangmandate. Um die gerechte Verteilung der Sitze im Landtag nach dem Zweitstimmenergebnis zu gewährleisten, erhalten die anderen Parteien im Gegenzug Ausgleichsmandate.

8 Uhr: Die Wahllokale haben geöffnet, die Landtagswahl kann beginnen. Bis 18 Uhr können die rund 88.900 Wahlberechtigte ihre Stimme abgegeben. Viele haben das aber auch schon: Etwa ein Viertel der Wahlberechtigten hatte Briefwahl beantragt.

In Bottrop haben die Wählerinnen und Wähler die Wahl zwischen zehn Direktkandidaten, denen sie ihre Erststimme geben können. Bei der vergangenen Landtagswahl 2017 hatte Thomas Göddertz für die SPD mit 40,7 Prozent das Direktmandat gewonnen. Bei der Zweitstimme haben die Wähler die Auswahl zwischen 29 Parteien.

Lesen Sie hier weitere Infos zur Landtagswahl in Bottrop

Bei der Wahl zum 18. Landtag von NRW sind insgesamt 13,2 Millionen Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ihre Stimme abzugeben – darunter rund 786.000 Erstwählende.

Wahlberechtigt in Bottrop sind alle deutschen Staatsbürger, die am Wahltag volljährig sind, ihren Hauptwohnsitz in der Stadt haben und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind, das sind in Bottrop in diesem Jahr 86.791 Einwohner. Bottrop ist in 65 Stimmbezirke eingeteilt.

Landtagswahl in Bottrop: Kandidaten und Ergebnisse für den Wahlkreis

Bei der Landtagswahl werden entweder direkt im jeweiligen Wahllokal oder per Briefwahl zwei Stimmen abgegeben, die Erst- und die Zweitstimme. Die Erststimme entscheidet, welche Direktkandidaten aus dem jeweiligen Wahlkreis in den Landtag einziehen. Die Zweitstimme zählt für die jeweiligen Parteien und bestimmt damit am Ende die Sitzverteilung im 18. NRW-Landtag.

Bottrop bildet in diesem Jahr den neu zugeschnittenen Landtagswahlkreis Bottrop – Recklinghausen VI zusammen mit einem Teil von Gladbeck. NRW ist in insgesamt 128 Wahlkreise aufgeteilt. Zum ersten Mal errechnet sich die Verteilung der Wahlkreise nicht nach der Einwohnerzahl, sondern nach der Zahl der Wahlberechtigten. Das Landeswahlgesetz wurde dafür im Jahr 2020 geändert.

Als Direktkandidaten für die Landtagswahl 2022 in NRW gehen in Bottrop diese zehn Politikerinnen und Politiker ins Rennen:

Landtagswahl 2022 im Wahlkreis Bottrop – Recklinghausen VI

  • Thomas Göddertz (SPD)
  • Annette Bunse (CDU)
  • Joachim Gutsche (Grüne)
  • Andreas Mersch (FDP)
  • Detlef Bauer (AfD)
  • Günter Blocks (die Linke)
  • Bärbel Kersken (MLPD)
  • Gerhard Dorka (DKP)
  • Holger Hidde (die Basis)
  • Mohamad Samer Hadid (Team Todenhöfer)

Bei der Landtagswahl 2017 lag die Wahlbeteiligung bei 66,8 Prozent. Als Direktkandidat ist Thomas Göddertz (SPD) in den Landtag gewählt worden mit 40,7 Prozent der Erststimmen. Annette Bunse zog nicht über die Liste ein, rückte aber 2020 in den Landtag nach.

NRW-Landtagswahlen 2022 auf einen Blick: So wird gewählt
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