Bergbau

Lammert macht Bergleuten Mut fürs letzte Jahr

Mehr als 1000 Bergleute kamen mit ihren Familien zur Barbarafeier in die Maschinenhalle Zweckel.

Foto: Lutz von Staegmann

Mehr als 1000 Bergleute kamen mit ihren Familien zur Barbarafeier in die Maschinenhalle Zweckel. Foto: Lutz von Staegmann

Bottrop.   Ex-Bundestagspräsident fordert bei der Barbarafeier von Prosper-Haniel, den Veränderungsprozess im Ruhrgebiet städteübergreifend zu gestalten.

Mit Blick auf das Ende des Bergbaus im kommenden Jahr hat der ehemalige Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert bei der traditionellen Barbarafeier des Bergwerks Prosper-Haniel in der Gladbecker Maschinenhalle Zweckel dazu aufgerufen, Chancen und Potenziale des Ruhrgebiets stärker zu nutzen, um die Region zukunftsfähig zu gestalten. „Wir bleiben da hinter unseren Möglichkeiten zurück“, stellte der CDU-Politiker vor mehr als 1000 Bergleuten mit ihren Familien und vielen Gästen, darunter OB Bernd Tischler, fest.

Zukunft sei nicht die schlichte Verlängerung der Vergangenheit, warnte Lammert in seiner Festansprache, denn Veränderung werde es immer geben. Wichtig sei, die Veränderungen zu gestalten, Tempo und Ausmaß zu bestimmen. Lammert rief dazu auf, diesen „unvermeidlichen Veränderungsprozess“ im Ruhrgebiet gemeinsam zu steuern, um im Wettbewerb der Wirtschaftsregionen weltweit gut aufgestellt zu sein. Die einzelnen Städte des Reviers könnten sich diesem globalen Wettbewerb allein nicht stellen, warnte der ehemalige Bundestagspräsident, nur die Region gemeinsam könne ihre Bedeutung zur Geltung bringen. „Hier müssen wir noch zu intelligenten Formaten der kommunalen Zusammenarbeit kommen“, forderte Lammert.

Der ehemalige Bundestagspräsident lobte den langjährigen Anpassungs-und Rückführungsprozess im Bergbau, der über viele Jahre bis 2018 gesteuert und sozial-verträglich gestaltet werden konnte. Lammert erinnerte, dass die öffentliche Hand das Auslaufen des Bergbaus mit einem enormen Abfederungsprozess begleitet habe. „Es geht eine markante Periode vorbei, auf die wir mit Stolz und Dankbarkeit blicken können.“ Manch andere Branche hätte gern eine solche Unterstützung gehabt, stellte Lammert die Besonderheit und Einmaligkeit der Förderung heraus.

Ende eines Stücks Industriegeschichte

Trotz des langen Anpassungsprozesses werde 2018 dennoch nicht „irgendein Jahr“, sondern ein Jahr mit erheblichen Einschnitten für Stadt und Region. Mit dem Betriebsende der Zeche Prosper-Haniel und damit des letzten Bergwerks im Ruhrgebiet ende ein Stück deutscher Industriegeschichte, ohne die es das Ruhrgebiet in seiner heutigen Form nicht gäbe.

Bergwerksdirektor Jürgen Kroker hatte in seiner Begrüßung gesagt, dass mit 2018 den verbliebenen Bergleute auf Prosper-Haniel ein trauriges, besonderes Jahr bevorstehe. „Dennoch ist von Auslaufstimmung nichts zu spüren, wir werden auch im letzten Jahr 100 Prozent geben“, so der Zechenchef. Kroker berichtete, dass die Förderzahlen im zu Ende gehenden Jahr „durchweg erfreulich“ waren und die Motivation nach wie vor hoch sei.

Betriebsratschef Mirko Skela verwies auf die besondere Verbundenheit des Bergwerks mit der Stadt seit 160 Jahren. Die Belegschaft werde die besondere Herausforderung des Jahres 2018 meistern „und mit Stolz und Kraft zu Ende bringen“, versicherte er.

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