Kultur

Künstlergespräch mit Ulrich Erben: Zuspitzung im Spätwerk

Museumschef Heinz Liesbrock (rechts) im Künstlergespräch mit Ulrich Erben.

Museumschef Heinz Liesbrock (rechts) im Künstlergespräch mit Ulrich Erben.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Über seine aktuelle Ausstellung im Quadrat sprach Museumschef Heinz Liesbrock mit Ulrich Erben. Und die Zuschauer durften mitreden.

„Festlegung des Unbegrenzten“ heißt die Ausstellung zum Spätwerk des Künstlers Ulrich Erben, die noch bis zum 1. September im Josef-Albers-Museum Quadrat zu sehen ist. Künstler und Museumschef Heinz Liesbrock haben beim Künstlergespräch vor großem Publikum über Abstraktion und Realismus in Erbens Werk gesprochen.

Erben berichtet, dass er früher mehr an Zeichnungen interessiert war als an der Farbmalerei. „Der zeichnerische Aspekt in meiner Arbeit spielt immer eine Rolle“, erklärt er. Mit seinen Bildern wolle er eine Welt schaffen, die aus beiden Möglichkeiten besteht, aus der Zeichenkunst und der Malerei. Grundmuster proportionierten seine Werke, während die Farbe das Bild als Äquivalent erst zum Bild mache. Während Erben über sein Leben in Deutschland und Italien, seine Reisen spricht, wird deutlich, dass seine Kunst – trotz der augenscheinlichen Abstraktheit- die Realität, das Sichtbare widerspiegelt. Seine Kunst entstehe nicht im Kopf, wie viele andere abstrakte Malereien, sondern aus dem Gefühl, der Innigkeit einer Landschaft und Architektur heraus, worauf auch Heinz Liesbrock in diesem Gespräch eingeht, der Erben selbst schon über 30 Jahre kennt.

„Alles hat dieses Nicht-einfache“, beschreibt Erben seine Wahrnehmung der Welt und versucht den Zuhörern es anhand des Beispiels einer weißen Wand des Museums zu illustrieren: Diese Wand sei natürlich weiß. Doch schaue man genauer hin gäbe es so viele Schattierungen. Licht werde sichtbar, subtile Verläufe. So sei es auch mit seinen Bildern. Sie sollen dieses Licht einfangen. Dafür seien natürlich auch die lichtdurchfluteten Räumlichkeiten des Museums prädestiniert. „Keine Reproduktion kann diese Wirkung ersetzen“, stimmt dem auch Heinz Liesbrock zu. Und auch die Besucher und Zuhörer konnten diese enorme Wirkkraft der Kunst nachfühlen. „Ich bin mit meiner Brille fast in das Bild hineingekrochen“, sagt Zuhörerin Heike Taut-Franci. „Es erschreckt mich schon fast, wie es mich ins Bild reinzieht.“ Während des Gespräches war es auch den Zuschauern stets möglich ihre Sicht zum Ausdruck zu bringen oder zu Erben Fragen über seine präzise Linienführung, die „gefährlichen Übergänge“, wie sie er selbst sie nennt, zu stellen. Im Dialog mit dem Künstler, der sich nach dem Gespräch zudem anbot, bei Fragen Dinge auch anhand seiner Bilder nochmals persönlich zu erklären. Kunst zum Anfassen. „Das Besondere an dieser Ausstellung ist, dass fast alle Bilder in den letzten fünf Jahren gefertigt wurden“, so Ulrich Erben. künstlerischer Auftrieb, der ihn erfasste und der seine bisherige Ausdrucksweise verdichte, ja zuspitzte. „Es geht um etwas Neues, nicht etwas Fremdes“, beschreibt es Liesbrock. Und im Josef-Albers-Museum könne es nahezu perfekt wirken, gerade in Kombination mit dem Park und der Natur direkt daneben. „Eine schöne Kombination“, meint auch Ulrich Erben.

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