Bürger-Protest

Kritik an Busverkehr durch die Velsenstraße wird gehört

Anwohner Gerd Rahmann mit Klaus Schymik und Christian Heinz (beide Vestische) sowie dem technischen Beigeordneten Klaus Müller (v. li.).

Foto: Thomas Gödde

Anwohner Gerd Rahmann mit Klaus Schymik und Christian Heinz (beide Vestische) sowie dem technischen Beigeordneten Klaus Müller (v. li.). Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Anwohner der Velsenstraße übergeben Pläne für eine Alternativroute der Linie 262 an Vertreter von Stadt und Vestischer. Die zeigen sich offen.

Die Anwohner der Velsenstraße kämpfen und hoffen weiter. Bei einer Info- und Protestveranstaltung zur geplanten Verlegung der Buslinie 262 im Nahverkehrsplan für 2018 haben sie gegenüber politischen Vertretern und Verantwortlichen der Vestischen ihre Bedenken vorgetragen. Die Anwohner wollen verhindern, dass die Linie künftig durch ihre historische Wohnstraße führt. Stattdessen schlagen sie eine Alternativroute durch das Gewerbegebiet entlang der Industrie- und Hiberniastraße zur Rheinbabenstraße vor.

Siedlung steht geschlossen zusammen

Schon auf den ersten Blick zeigt sich der Protest überdeutlich. Aus den Häusern hängen Plakate, und in den Vorgärten stehen meterhohe Schilder mit Aufschriften wie „Große Busse, großer Schaden“ und „Bausubstanz, nicht Busse“. Auf den Asphalt ist mit bunter Kreide der Spruch „Leben statt Beben“ geschrieben worden. Die Siedlung steht geschlossen zusammen. Fast die gesamte Nachbarschaft ist der Einladung gefolgt.

Gerd Rahmann ist die Stimme des Protests und stellt die Einwände und Überlegungen seiner Nachbarn vor. „Ein voller Bus wiegt gut 18 Tonnen. Das macht im Begegnungsverkehr zweier Busse rund 36 Tonnen.“ Die Bürger machen sich Sorgen um die historischen Zechenhäuser in der denkmalgeschützten Siedlung. Hinzu kommt, dass die Straße nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zugelassen ist. Die Anwohner befürchten Erschütterungen in den eigenen vier Wänden, wenn ab dem kommenden Jahr die Busse durch ihre Straße fahren würden. „Die Gebäude sind mehr als 100 Jahre alt,“ sagt Rahmann.

Straßenschäden vermeiden

Der südliche Teil der Rheinbaben­straße zur Scharnhölzstraße soll mit der geplanten Buslinienführung entlastet werden. Für die Idee zeigt Rahmann durchaus Verständnis. „Das Teilstück ist eng, marode, kaputt und muss erneuert werden.“

Geht es nach dem Wunsch der Anwohner an der Velsenstraße soll der Bus der Linie 262 aber eine alternative Nordroute fahren. Demnach werde auch der Busverkehr auf der Fischedickstraße deutlich zurückgehen, so Rahmann. Aktuell fahren dort die Buslinien 262 und 264. „Wir hätten eine Vermeidung weiterer Straßenschäden, einen Rückgang der Verkehrsgefährdung und eine Verringerung des Verkehrslärms“, zählt Rahmann die dortigen Vorteile auf. Er habe in den zurückliegenden Tagen sämtliche Betriebe an der Industrie- und Hiberniastraße angeschrieben und bis dato durchweg positive Rückmeldungen für den alternativen Vorschlag erhalten.

Bau- und Verkehrsausschuss hat das letzte Wort

Klaus Müller hört den detaillierten Ausführungen aufmerksam zu. „Ich finde es sehr positiv, wenn wir konstruktive Alternativen für unsere Planungen erhalten“, sagt der Technische Beigeordnete der Stadt. Die Überlegungen zu einer Nordroute wird nun das zuständige Gutachterbüro, das die bisherige Verkehrsroute ausgearbeitet hat, erhalten. Es werde die Vor- und Nachteile gegenüberstellen. In eineinhalb Wochen, so Müller, wird sich die zuständige Arbeitsgruppe aus politischen Vertretern und der Vestischen dann erneut an einen Tisch setzen und die Vorschläge der Velsenstraße diskutieren. Das letzte Wort hat der Bau- und Verkehrsausschuss.

Rahmann: „Es geht uns darum, eine gemeinsame und vernünftige Lösung für alle zu finden.“

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