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Kneippen ist billig, gesund und ungefährlich

Kneippen macht Spaß finden auch Justus, Paul, Marlen, Lukas, Emilia und Enna vom Familienzentrum Kirchhellen, das eine Kneipp-Kita ist.

Kneippen macht Spaß finden auch Justus, Paul, Marlen, Lukas, Emilia und Enna vom Familienzentrum Kirchhellen, das eine Kneipp-Kita ist.

Foto: Labus / FUNKE Foto Services

Bottrop.   Zwei Kindergärten sind Mitglieder des Kneipp-Vereins Bottrop.Der Vorsitzende Dr. Klaus Dieter Erkrath freut sich über das 30-jährige Vereinsjubiläum.

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„Es sind die Frauen, die sich um die Gesundheit und die richtige Ernährung kümmern“, lobt Dr. Klaus Dieter Erkrath. Für ihn ist es deshalb kein Wunder, dass es auch Frauen waren, die vor 30 Jahren den Kneipp-Verein Bottrop aus der Taufe gehoben haben. Käthe Pietrowsky gehörte dazu ebenso wie Helga Frank und eine Handvoll anderer Frauen, manche von ihnen längst verstorben. Wer meint, Kneippen nach Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) sei ein Relikt vergangener Jahrhunderte und passe nicht mehr in die heutige Zeit, der irrt. Die Idee dahinter ist aktueller denn je.

„Unsere Ziele sind die Gesundheitsförderung und die Prävention“, sagt Dr. Erkrath, der frühere Leiter des Bottropers Gesundheitsamtes, seit 15 Jahren Vorsitzender des Vereins. Die Gesundheitslehre nach Kneipp sei ein einfaches, naturverbundenes Leben und basiere auf fünf Elementen: Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Balance. Wasseranwendungen, das Kneippen, sollen die Durchblutung fördern und abhärten, erklärt der Arzt. Bewegung und vernünftige Ernährung, sind für jeden wichtig, Heilpflanzen finden nach Kneipp zur Vorbeugung und Behandlung leichter Beschwerden Anwendung. Und Balance – in Zeiten von Burnout topaktuell – steht für seelisches Wohlbefinden und Ausgeglichenheit.

Zwei Kneipp-Kindergärten

Der Kneipp-Verein leide nicht unter Mitgliederschwund, freut sich Dr. Erkrath anlässlich des 30-jährigen Bestehens: „Die Mitgliederzahl liegt relativ stabil bei knapp unter 300.“ Dazu zählen auch Organisationen wie das DRK und die Awo, die in Fuhlenbrock und Kirchhellen Kneipp-Kitas haben. Erzieherinnen mussten dafür eine 40 Lerneinheiten umfassende Fortbildung des Kneipp-Bildungswerkes besucht und das Konzept im Kita-Alltag umgesetzt. Nach einer Überprüfung durch den Kneipp-Bund, Dachverband der über 80 Vereine und rund 23 000 Mitglieder in NRW, haben die Kitas ihre Zertifizierung und eine Plakette erhalten. Wasseranwendungen etwa gehören seither zum Kita-Alltag. Das kann der Arzt nur begrüßen: „Die Kinder haben Spaß und verbessern gleichzeitig ihren Immunhaushalt. Sie sind seltener erkältet und haben auch sonst weniger Krankheiten.“

Für Erwachsene gibt es im Gesundheitspark Quellenbusch hinter dem Knappschaftskrankenhaus eine Kneipp-Anlage mit entsprechender Benutzungsanleitung. Und in Bewegung bringt der Verein die Bottroper mit seinen 24 Sportkursen pro Halbjahr, die von elf zertifizierten Kursleitern durchgeführt werden. Dazu gehört etwa Walking, Yoga, Aqua-Fitness und Tanzen.

„Wir wollen Menschen jeden Alters erreichen“, betont Dr. Erkrath und denkt dabei auch an die sozialen Kontakte. „Wir sagen immer: Trefft Euch und schwatzt miteinander.“ Gerade im Alter und nach dem Verlust des Partners seien viele Menschen sehr einsam. Gelegenheit zur Begegnung haben sie auch samstags (11 bis 13 Uhr) im Kneipp-Café an der Gerichtsstraße 6 oder bei diversen Tagesausflügen und Kurzreisen.

Sein Jubiläum will der Kneipp-Verein am Samstag, 10. September, ab 11 Uhr in der Caféteria des Knappschaftskrankenhauses mit Mitgliedern und Freunden und einem kleinem Programm feiern.

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