Neuer Job

Klima-Manager behält gesteckte Ziel im Visier

Zu viele Autos: Ein wesentliches Ziel beim Klimaschutz ist der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel. Konzepte sind da, die Umsetzung fehlt.

Foto: Michael Korte

Zu viele Autos: Ein wesentliches Ziel beim Klimaschutz ist der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel. Konzepte sind da, die Umsetzung fehlt. Foto: Michael Korte

Bottrop.   Stadt richtet ab April die neue Stelle ein. So soll der Klimaschutz beim Straßenverkehr vorangetrieben, gemessen und bewertet werden.

„Beim Thema Verkehr müssen wir noch ganz dicke Bretter bohren“, sagt Oberbürgermeister Bernd Tischler bei der Vorschau auf die Pläne, den Verkehr in Bottrop umweltfreundlicher zu gestalten. Immerhin nimmt die Stadt jetzt einen weiteren Bohrer in die Hand: Ab April soll ein Klima-Manager darüber wachen, dass die Stadt ihre selbst gesteckten Ziele erreicht.

Um zu verdeutlichen, wie dick die Bretter sind, die in Bottrop noch zu bohren sind, nennen die Verkehrsplaner gerne zwei Zahlen zum Vergleich. Der Verkehrsverbund peilt inzwischen das Ziel an, jeden vierten Menschen im Ruhrgebiet mit Bus und Bahn zu befördern. Damit dieses Ziel auch Bottrop erreicht wird, muss sich die Zahl der Passagiere - und vermutlich auch der Busse - mehr als verdreifachen. Das wiederum müsste unter anderem dazu führen, dass etwa am Hauptbahnhof viel mehr Verkehrsfläche für Busse freigeschlagen wird.

Bis zu drei Jahre Förderung

Dieses Ziel wird der neue Klimamanager nicht erreichen können in den bis zu drei Jahren, in denen die Stelle mit 90 Prozent vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Immerhin kann er zurückgreifen auf bereits gemachte Hausaufgaben. Im Mai 2015 hat der Rat das Klimaschutz-Teilkonzept Mobilität beschlossen, das ein ganzes Maßnahmenbündel enthält.

Diese Maßnahmen sollen jetzt „möglichst konsequent, vollständig und zeitnah umgesetzt werden“, formuliert Dezernent Paul Ketzer die Vorgaben. Die Person, die ab April das Klimamanagement übernimmt, ist schon ausgewählt, Namen will Stadt-Sprecher Andreas Pläsken aber mit Blick auf das laufende Besetzungsverfahren noch nicht nennen. Sie soll vor allem kontrollieren, ob der Weg zu mehr umweltfreundlichem Verkehr in der Stadt auch zielführend beschritten wird. Das Rüstzeug dafür hat sie erhalten bei einem landesweiten Lehrgang zum „Mobilitätsmanager“. Staatssekretär Hendrik Schulte aus dem Verkehrsministerium nannte den Lehrgang bei der Verabschiedung der Absolventen eine „Meisterschmiede für eine zukunftsfähige Mobilität“. Und weiter: „Damit sich die Fortbildung für Ihre Kommunen lohnt, sollen Sie mit diesem Wissen bezahlbaren, sicheren, effizienten und umweltschonenden Verkehr in Ihrer Stadt oder Gemeinde weiterdenken und gestalten.“

Der neue Klimaschutz-Manager bekommt auch einen Werkzeugkasten an die Hand, um die Umsetzung der Verkehrskonzepte zu überwachen: Mit seiner Einführung kommt auch ein Klimaschutz-Controlling. Die hoffentlich abnehmenden Verkehrsbelastungen sollen gemessen und bewertet werden können.

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