Brost-Stiftung

Kirchhellener wünschen sich für ihr Dorf bessere Mobilität

Nora Schrage-Schmücker (3.v.r.) moderierte als Ideenbotschafterin die Veranstaltung im Klosterstübchen. Die Teilnehmer aus Kirchhellen diskutierten und entwickelten verschiedene Ideen für eine Verbesserung ihres Dorfes.

Nora Schrage-Schmücker (3.v.r.) moderierte als Ideenbotschafterin die Veranstaltung im Klosterstübchen. Die Teilnehmer aus Kirchhellen diskutierten und entwickelten verschiedene Ideen für eine Verbesserung ihres Dorfes.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Bottrop-Kirchhellen.  Die Teilnehmer beim Kneipengespräch der Brost-Stiftung diskutierten über neue Ideen, um das Dorf künftig besser und lebenswerter zu machen.

Guter Rat ist bekanntlich teuer, gute Ideen kosten höchstens zwei, drei Bier. Im Klosterstübchen trafen sich knapp 30 Kirchhellener zum Kneipengespräch. Ihr Ziel: „Das Ruhrgebiet besser machen“. So lautet ein aktuelles Projekt der Brost-Stiftung, die zur Veranstaltung geladen hatte. Welche lokale Themen brennen den Teilnehmern unter den Nägeln? Was muss sich im Dorf verändern? Antwort: eine Menge.

Die Teilnehmer verteilten sich auf die Tische. Drei Themenschwerpunkte standen zur Auswahl: Freizeit und Kultur, Wohnung und Soziales sowie Mobilität. Nach einer circa zehnminütigen Vorstellungsrunde untereinander begannen die Gespräche. 45 Minuten lang diskutierten die Teilnehmer und erarbeiteten zahlreiche Ideen, was in Kirchhellen verbessert werden muss. Immer wieder griffen sie zu Stift und Karten, auf denen sie ihre Ideen notierten. „Das ist immer ein spannender Prozess“, sagte Nora Schrage-Schmücker. Als Ideenbotschafterin moderierte sie durch den Abend. Leute, die sich mehr oder weniger kennen, saßen bei einem kühlen Getränk zusammen und sprachen miteinander über Themen, die sie bewegen - manchmal kritisch, meist argumentativ, aber immer auf der Suche nach einer Lösung für das Dorf.

Bürger wünschen sich einen besseren ÖPNV

In der Gruppe an den Tischen wurden die Rollen verteilt in Moderator, Zeitnehmer, Schriftführer und Redner. Dem Letztgenannten kam die zentrale Aufgabe zu. Er stellte anschließend in einem kurzen Vortrag bis zu drei Ideen im Plenum vor. Einer Gruppe fiel auf, dass der Öffentliche Personennahverkehr zu anderen Städten wie Oberhausen und Essen sehr lange dauert. Man wünsche sich „schnellere und häufigere“ Verbindungen. Eine Fahrt mit dem Zug für zwei Personen vom Bahnhof in Feldhausen bis Essen würde fast 15 Euro kosten. Möglicherweise wäre es sinnvoller, über ein anderes Preissystem nachzudenken, so die Überlegung am „Mobilität“-Tisch. Am Nachbartisch wurde der Ruf laut nach einem „vernünftigen Verkehrskonzept“ für Kirchhellen. Idealerweise soll sich ein Mobilitätsmanager den Problemen annehmen.

Der Tisch „Wohnung und Soziales“ äußerte unter anderem den Wunsch nach einer Begegnungsstätte für alle Generationen. Hierbei gab es eine inhaltliche Schnittmenge zum Tisch „Kultur und Freizeit“. Diese würden sich über ein Eltern-Kind-Café freuen. Außerdem kam ein Spielplatzkonzept zur Sprache. Ihre Idee lautete: Weniger kleine, dafür größere Spielplätze - dazu eine altersgerechte und bessere Ausstattung.

Pilotprojekt läuft in Bottrop, Oberhausen und Herne

„Alles, was an Ideen aufgeschrieben wird, wird sich hinterher in einem Protokoll wiederfinden“, erklärte Nora Schrage-Schmücker. Mit dem Pilotprojekt in Herne, Oberhausen und Bottrop möchte man gemeinsam mit den Bürgern Zukunftsvisionen für das Zusammenleben entwickeln. „Bürgerschaftliches Engagement ist uns sehr wichtig“, betont Jasmin Sandhaus, Leiterin des Projekts bei der Brost-Stiftung.

Nach den circa 30 Kneipengesprächen finden Ideenwerkstätten statt. Dabei tauschen sich Experten gemeinsam mit Teilnehmern und deren Ideen aus. Anschließend werden auf einer Konferenz die finalen Ideen vorgestellt und mit Vertretern aus Politik und Verwaltung diskutiert. Bei einer Abschlussveranstaltung sollen die ausgearbeiteten Ideen an Politik und Verwaltung der Städte übergeben werden.

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