Finanzen

Kirchhellener verärgert: Wirtschaftswege nicht saniert

Schlagloch an Schlagloch - Wirtschaftswege wie hier am Kletterpoth sind in Kirchhellen in schlechtem Zustand, klagen die Bezirksvertreter.

Schlagloch an Schlagloch - Wirtschaftswege wie hier am Kletterpoth sind in Kirchhellen in schlechtem Zustand, klagen die Bezirksvertreter.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop-Kirchhellen.  Der schlechte Zustand der Wirtschaftswege ist Dauerthema in Kirchhellen. Immer wieder mahnen Parteien die Sanierung an - und nichts passiert.

Mehr Geld für die Sanierung der Kirchhellener Wirtschaftswege soll die Stadt im nächsten Jahr ausgeben. Die Kirchhellener Bezirksvertreter empfehlen dem Rat, die Ausgaben dafür auf 100.000 Euro zu verdoppeln. Auch der Kirchhellener CDU-Vorsitzende Rainer Hürter dringt darauf. Denn die Stadt hat die geforderte Sanierung der Wege in den letzten beiden Jahren einmal mehr nicht in Angriff genommen. „Ein Unding“, ärgerte sich der Kirchhellener in einem WAZ-Gespräch.

Dass bei den Ausgaben für die Wirtschaftswege für das Jahr 2018 ein Null steht, war Bezirksvertreterin Dorothee Askemper aufgefallen. „Es wurde da also gar nichts gemacht“, kritisierte die CDU-Vertreterin. „Seit 25 Jahren bin ich in der Bezirksvertretung, und seit 25 Jahren sind die Wirtschaftswege immer wieder Thema“, kritisierte sie, dass selbstverständliche Aufgaben nicht erledigt würden. Das führte schon bei den Haushaltsberatungen in der letzten Sitzung der Kirchhellener Bezirksvertretung zu kritischen Nachfragen. Dabei erfuhren die verärgerten Bezirksvertreter, dass es mit der Sanierung der Wirtschaftswege auch in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit nichts mehr werden wird.

Landwirte sehen sich für Schäden nicht in der Verantwortung

Hier gibt es mehr Artikel, Bilder und Videos aus Bottrop„In Kirchhellen gehen die Wirtschaftswege kaputt. Es wird dafür kein Geld ausgegeben, weil die Stadt einfach nichts hinkriegt“, ärgerte sich CDU-Sprecher Bernhard Steinmann. Die Verantwortung werde aber den Landwirten zugeschoben, weil sie angeblich mit ihren schweren Maschinen Schäden anrichten. Das sei aber nicht der Fall. „Es liegt daran, dass nicht saniert wird, und die Schäden deshalb immer größer werden“, sagte der stellvertretende Bezirksbürgermeister.

Daran wird sich vorerst wenig ändern. „Es sieht im Moment schwierig aus“, räumte Steffen Jonek ein. Zwar habe die Stadt in diesem Jahr den Auftrag vergeben, erklärte der Abteilungsleiter des Tiefbauamtes, doch die beauftragte Firma teilte im September mit, dass sie die Arbeiten in diesem Jahr nicht mehr erledigen könne. „Warum gibt man den Auftrag dann nicht an eine andere Firma weiter?, wunderte sich FDP-Bezirksvertreter Oliver Mies.

Doppelt so viel Geld für Sanierung der Wirtschaftswege gefordert

Vor allem CDU-Vertreter werfen der Verwaltung vor, sich mit der Auftragsvergabe zu viel Zeit gelassen zu haben. Dabei hatten die Bezirksvertreter dem Tiefbauamt sogar eine Prioritätenliste an die Hand gegeben, welche Wege aus ihrer Sicht als erste saniert werden sollten. Diese Liste wollen die Parteivertreter der Verwaltung zu Beginn des Jahres erneut vorlegen. Sie dringen darauf, dass die erforderliche Ausschreibung der Sanierungsarbeiten so früh wie möglich auf den Weg gebracht wird.

Tiefbauer Steffen Jonek hatte die Bezirksvertreter zuvor vertröstet, dass die für dieses Jahr bereit gestellten 50.000 Euro für die Sanierung der Wirtschaftswege in den kommenden Haushalt übernommen werden können. Das genügte ihnen allerdings nicht. Sie setzen sich dafür ein, die Gelder zu verdoppeln, um die versäumten Sanierungen nachholen zu können.

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