Segelfliegen

Kirchhellener Schüler fliegen als Piloten im Segelflugzeug

Die Schüler des Vestischen Gymnasiums trainierten beim Fliegerclub Gladbeck und Kirchhellen das Segelfliege. Lehrerin Ira Vogler leitete den Kurs.

Die Schüler des Vestischen Gymnasiums trainierten beim Fliegerclub Gladbeck und Kirchhellen das Segelfliege. Lehrerin Ira Vogler leitete den Kurs.

Foto: Norbert Jänecke

Schüler des Vestischen Gymnasiums in Kirchhellen absolvierten am Flugplatz Schwarze Heide ein Training für Segelflieger.

Die ersten Flüge im Cockpit des Segelflugzeuges hat David Philipps jetzt hinter sich. Zwanzig Minuten war er beim ersten Mal in der Luft, sechs Minuten bei seinem letzten Flug. „Beim Aufsteigen hatte ich erst ein wenig Höhenangst, aber wenn man erst einmal oben ist, ist alles gut“, sagt der Schüler des Vestischen Gymnasiums. Auf dem Flugplatz Schwarze Heide ist der 15-Jährige das erste Mal überhaupt in einem Flugzeug geflogen - und dann gleich als Pilot.

Die Segelflüge haben ihm Freude gemacht. „Ich glaube, ich mach’ das nochmal. Vielleicht werde ich auch die Ausbildung dafür beginnen“, überlegt der Schüler. Ermöglicht hat ihm die Erfahrung sein Mitschüler Timo Meywirth. Der Gymnasiast ist seit zwei Jahren im Fliegerclub Gladbeck und Kirchhellen aktiv. Er hat die A-Prüfung für Segelflieger längst in der Tasche. Also darf der 16-Jährige allein mit einem Segelflugzeug fliegen. Für sein neues Hobby wollte der junge Segelflieger auch seine Mitschüler begeistern und schlug für die Projekttage des Vestischen Gymnasiums ein paar Trainingstage auf dem Flugplatz Schwarze Heide vor. Drei Tage lang probierten sich daher zehn weitere Schüler in dem Kurs des Fliegerclubs beim Segelfliegen aus.

Es ist ein unglaublich gutes Gefühl am Himmel

Am Vestischen Gymnasium sei es Prinzip, dass die Schüler selbst die Aktionen für die Projekttage in der letzten Woche vor den Ferien vorschlagen, erklärt Lehrerin Ira Vogler. So sei fast immer garantiert, dass die Angebote die jungen Leute auch wirklich interessieren. Die Lehrer lernten ihre Schüler an den Projekttagen ganz anders kennen als im sonstigen Unterricht. „Sie kommen mehr aus sich heraus“, freut sich die Lehrerin und lobt den Teamgeist und auch das Verantwortungsgefühl, dass die Piloten auf Probe im Umgang mit den Segelflugzeugen zeigen.

Timo Meywirth hatte schon als 13-Jähriger bei einem Rundflug, zu dem ihn sein Großvater einlud, Freude am Fliegen gefunden. „Das hat mir sehr gut gefallen“, erzählt er. Jetzt ist der Schüler einer von sieben Jugendlichen im Fliegerclub Gladbeck und Kirchhellen. Die Freude am Fliegen sei das Eine, doch durch sein Hobby lerne er viel mehr. „Ich habe Verantwortung für das Flugzeug, für mich und auch für andere Menschen“, hebt der 15-Jährige hervor. Dann schwärmt der Schüler: „Es ist ein unglaubliches gutes Gefühl am Himmel und ich habe das ganze Flugzeug für mich“.

Jeder Schüler hatte einen eigenen Flug am Tag garantiert

Seine Ausbilder im Club musste Timo Meywirth nicht groß dazu überreden, auch seine Mitschüler ins Cockpit zu lassen. „Wir sind alle begeisterte Flieger und wir versuchen natürlich diese Begeisterung auch bei anderen zu wecken“, sagte Vorsitzender Klaus Berger. Nicht nur theoretische Kenntnisse, vermittelten die Fluglehrer des Clubs, sie zeigten den Schülern des Kirchhellener Gymnasiums auch, wie sie die Flüge ganz praktisch vorbereiten müssen. „Jeder Schüler hat einen Flug pro Tag garantiert“, versprach Klaus Berger. Selbstverständlich stiegen sie ins Cockpit eines doppelsitzigen Flugzeuges, hinter ihnen saß immer ein erfahrener Fluglehrer. Gemessen an Fußball sei Segelfliegen selbstverständlich ein Nischensport, doch sei Segelfliegen ein Riesenspaß. Mit 14 Jahren könnten junge Leute damit beginnen. Nach nur einer Saison stehe die A-Prüfung an. Schon mit 15 Jahren dürfen die jungen Leute dann zu ihren ersten Alleinflügen ins Cockpit steigen.

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