Corona und Brauchtum

Kirchhellener feiern das Martinsfest einfach mal anders

Die Martinslegende, Martinslieder, Lichter – auf all das müssen die Kirchhellener auch im Jahr der Corona-Pandemie nicht verzichten.

Die Martinslegende, Martinslieder, Lichter – auf all das müssen die Kirchhellener auch im Jahr der Corona-Pandemie nicht verzichten.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Bottrop-Kirchhellen.  Martinsfeuer und große Umzüge sind aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Dennoch gibt es in der Kirchhellener Pfarrei ein Angebot für Familien.

Martinsfeuer hat die Stadt in diesem Jahr der Corona-Pandemie verboten; traditionelle Veranstalter wie der Schützenverein Grafenwald und die Kolpingsfamilie Kirchhellen haben ihre großen Martinszüge abgesagt. Dennoch muss das Erinnern an die Legende des Heiligen Martin, muss der Gang mit der Laterne durch die November-dunklen Straßen in Kirchhellen nicht komplett ausfallen. Denn in der Pfarrei St. Johannes wird es die Aktion „Ein bisschen so wie Martin“ geben.

Menschen schmücken Fenster und Vorgärten mit Lichtern und Martinsmotiven

„Die Idee stammt aus dem Kreis der Kinderwortgottesdienst-Leitungen“, sagt Pastoralreferent Werner Koschinski. Und sie geht so: Die Menschen in Kirchhellen, Grafenwald, Feldhausen und Ekel schmücken von Freitag bis Sonntag, 6. bis 8. November, jeweils ab 17 Uhr ihre Fenster, vielleicht auch die Vorgärten mit Lichtern und Martinsmotiven. Familienweise oder in kleinen Gruppen, wie sie unter Coronabedingungen noch erlaubt sind, können Kinder und Erwachsene an einem Zeitpunkt ihrer Wahl durch die Straßen ziehen, Lieder singen, über Martin, den Bettler und die legendäre Mantelteilung sprechen.

„Wir müssen darauf schauen, dass wir nicht alles ausfallen lassen“, sagt Koschinski, der weiß, dass es auch in den katholischen Kindergärten coronabedingt ausschließlich Aktionen mit den Kindern, nicht mit den ganzen Familien gibt. Man könne nicht immer nur sagen: Dies und das ist wegen Corona komplett unmöglich. „Wenn eine Sache nicht geht, dann kann man versuchen, etwas anderes daraus zu machen. Das setzt auch Kräfte frei für neue Ideen.“

Auch die Nachbarn sollen motiviert werden, sich zu beteiligen

Hätten die großen Martinszüge in diesem Jahr stattfinden können, hätten sie in die Aktion integriert werden können, meint Koschinski. Mit „Ein bisschen so wie Martin“ bleibe aber die Grundidee erhalten. „In den Straßen entsteht eine gute Atmosphäre“, glaubt der Pastoralreferent. „Das Ganze lebt natürlich davon, dass die Menschen mitmachen.“ Jeder, der selbst dabei sein möchte, könne zum Beispiel auch seine Nachbarn ansprechen und zur Teilnahme motivieren.

Zudem: „Wir werden auch voraussichtlich in Feldhausen am Freitag und in Grafenwald am Sonntag an der Kirche Stutenkerle an die Kinder abgeben können.“ Nachmittags können sie – mit Laterne und unter Einhaltung des Abstandsgebots – vorbeikommen. Reiche die Anzahl der Stutenkerle nicht aus, könne ja innerhalb der Familie geteilt werden.

Zusätzliche Kleiderteilaktion ist am 11. November geplant

Denn das Teilen mit anderen ist schließlich ein Grundgedanke des Martinsfestes – und soll auch von den Familien praktiziert werden. Daher wird die Pfarrei zusätzlich am Mittwoch, 11. November, zu einer Kleiderteilaktion einladen. „Familien mit Kindern sollen gemeinsam überlegen: Welches gut erhaltene Teil würden wir abgeben“, erläutert Koschinski. Dieses kann dann an dem 11. November von 16 bis 18 Uhr an den Kirchen in Kirchhellen, Grafenwald und Feldhausen abgegeben werden; Helfer der Sternsingeraktion und der Caritas nehmen die Spenden entgegen, so Koschinski. „Alles geht an die Aktion Hoffnung Augsburg.“ Mit den Erlösen aus der Teilaktion und Geldspenden werde ein Kinderhilfsprojekt in der Ukraine unterstützt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben