Neubaugebiet

Wenn die Kräne anheben, flackert das Licht

Baukran-Ballett am Kuhberg: Bis zu sechs Kräne drehten sich nach Zählung des Energieversorgers EVNG gleichzeitig auf den Baustellen am Gertskamp und brachten so das Stromnetz zum Schwanken.

Baukran-Ballett am Kuhberg: Bis zu sechs Kräne drehten sich nach Zählung des Energieversorgers EVNG gleichzeitig auf den Baustellen am Gertskamp und brachten so das Stromnetz zum Schwanken.

Foto: Heiko Kempken

Kirchhellen.   Der erste Teil der Gertskamp-Bebauung ist fast abgeschlossen, der zweite beginnt im März. Anwohner klagen über Spannungsschwankungen.

Der große erste Bauabschnitt im Neubaugebiet Gertskamp geht zu Ende, der kleinere zweite startet ab März. „Im Großen und Ganzen ist die Sache bisher gut gelaufen“, sagt Entwickler Karsten Helmke. Er ist zwar am Kuhberg kein Bauträger, hat aber ein „Baustellenforum“ finanziert, um die Bauarbeiten zu koordinieren. Allerdings: Ein paar Schäden gab es doch. Nachbarn beklagen Schäden durch Erschütterungen. Und die Neubau-Besitzer Nico und Vera Werlein finden es nicht wirklich lustig, dass sie immer wieder morgens Licht-Spielen ausgesetzt sind.

Beschwerde bei der EVNG

Seit ihrem Einzug beklagen sie, dass das Licht ihrer Lampen flackert. Das hat einigen Leuchtmitteln den Rest gegeben. Auf ihre Beschwerden bei der EVNG, die in Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen Strom- und Gasnetze betreibt, sei ein Techniker zu Vermessungen gekommen. Danach sei aber nicht wirklich etwas passiert.

An den Spannungsschwankungen tragen die Baukräne Schuld, sagt EVNG-Sprecher Peter Efing. „Deren Anlaufenergie ist groß, die ziehen dann sehr viel Leistung. Unser Meister hat an einigen Tagen bis zu sechs Baukräne im Baugebiet gezählt. Und wenn die alle gleichzeitig morgens um acht ihre Lasten zu heben beginnen, sorgt das für Spannungsschwankungen.“

Zweite Station zugeschaltet

Nach Angaben der EVNG hat das Unternehmen kurz vor Weihnachten reagiert und eine zweite Station zugeschaltet. Efing: „Seitdem sollten sich Spannungsschwankungen in Grenzen halten.“ Geht so, sagt Vera Werlein: „Zusammenfassend können wir wohl sagen, dass es nicht mehr so schlimm ist wie zuvor. An dem einen Tag ist es sehr viel, an dem anderen Tag etwas weniger und dann soll es auch Tage geben, an denen kein Flackern auffällt. Zufriedenstellend ist es nicht. Vergleichsweise zum Beginn unseres Einzugs hat es sich etwas gebessert, aber wahrscheinlich liegt es eben auch daran, dass derweil viele Kräne abgebaut wurden und sich die Stromlast dadurch verringert hat.“

Netzverstärkung prüfen

Die EVNG hat inzwischen zugesagt, auch mit Blick auf die Fortsetzung des Neubaugebietes weitere Netzverstärkungen zu überprüfen, sagt Efing: „Wir bemühen uns, die Versorgung möglichst störungsfrei zu halten.“ Eine neuerliche Belastung durch ein weiteres Baukran-Ballett ab März hält Entwickler Helmke für eher unwahrscheinlich: „Ich glaube, die bauen jetzt nach und nach. Vermutlich in der Reihenfolge, in der sie auch gekauft haben.“ Acht Grundstücke sind verkauft und werden am 1. März an die neuen Besitzer übergehen, über das letzte Grundstück ist Helmke, wie er sagt, in guten Verhandlungen. Dann hätte Helmke Immobilien in Feldhausen seit 2006 in zwei großen Neubaugebieten fast 120 Grundstücke verkauft. Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder (CDU) nennt über lange Jahre heftig umstrittene die Kuhberg-Bebauung inzwischen ebenso eine Erfolgsgeschichte wie SPD-Bezirksfraktionschef Willi Stratmann,

Was fehlt, ist Beleuchtung

Kommen durch Erschließungsarbeiten noch Belastungen auf die Anwohner zu? Kaum, sagt Helmke, Eine Wasserleitung müsse noch verlegt werden; die Stadt habe noch einige abschließende Arbeiten zu erledigen.Irgendwann in naher Zukunft steht der Endausbau der neuen Straße im neuen Siedlungsgebiet an. Und auch Helmke hat noch Gesprächsbedarf mit der EVNG: Er vermisst ausreichende Straßenbeleuchtung.

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