Pflanzaktion

Jahrgangswald wächst weiter auf 118 500 Bäume

Nasse Erde wiegt schwer: Die Kinder der Feldhausener Marienschule tragen ihre Setzlinge zum Schulbeet.

Nasse Erde wiegt schwer: Die Kinder der Feldhausener Marienschule tragen ihre Setzlinge zum Schulbeet.

Foto: Thomas Gödde

Seit 19 Jahren läuft die Pflanzaktion der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Bis 10. Mai setzen 1268 Erstklässler 2600 Bäumchen am Waldpädagogischen Zentrum

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Diese Erfolgsgeschichte ist einzigartig im Ruhrgebiet, und sie wächst immer weiter. Bis zum 10. Mai werden 1268 Erstklässler durch das Waldpädagogische Zentrum (WPZ) geschleust, um dort „ihre“ Bäumchen zu setzen. Im vierten Schuljahr werden sie diese Bäume dann im „Jahrgangswald“ in die Schwarze Heide pflanzen. Der ist inzwischen auf 118 500 Bäume angewachsen, gepflanzt von mehr als 53 000 Kindern. Rund 1500 Hefer haben die Ein- und Auspflanzaktion begleitet.

Torwächter und Anreiber: Erich Schüttauf

Immer, wenn wieder ein Bus vorfährt am Ruhehorst, wird Erich Schüttauf (80) zum Antreiber. Ein enger Zeitplan muss eingehalten werden, um 54 Klassen mit 1268 Kindern binnen einer Woche beim Pflanzen „ihrer“ Setzlinge zu betreuen. Wenn dann auch noch eine Gruppe vom Familienzentrum Paul-Gerhardt aus der Boy im WPZ unterwegs ist, um sich die Einpflanzaktion anzuschauen, und gleichzeitig die lokale Politprominenz zum Pressetermin angetreten ist, muss Schüttauf sogar den Chef zur Eile antreiben. „Leute, das Pflanzen ist nun mal das Wichtigste.“ „Jawoll, Erich“, sagt Peter Pawliczek, Chef des Kreisverbandes Bottrop der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, und kürzt seine Begrüßung, die Projektbeschreibung und den Dank an die zahlreichen Unterstützer des Projektes drastisch ein.

Gerade haben die Feldhausener Marienschüler ihre Setzlinge eingetopft und stellen fest, dass so ein Kübel voll feuchter Erde ganz schön lange Arme macht auf dem Weg zum Schulbeet. Waldpädagogin Eve Linhart hat von der Schule am Tetraeder gehört, dass deren Bus im Stau steckt. Und schon stoppt der nächste Bus mit den Klassen 1 a und b der Droste-Hülshoff-Schule. Also muss Schüttauf den Abmarsch der Marienschüler beschleunigen („Hier bitte zügig weitergehen!“) und die neuen Klassen begrüßen. Erste, wichtigste Lektion: Schüttaufs erhobene Hand signalisiert, dass jetzt jeder mal den Mund hält. Eine Klasse macht sich auf den Weg zum Vogelstimmenpfad, die zweite pflanzt.

2600 Setzlinge

„Ohne straffe Organisation funktioniert die Aktion nicht“, sagt Schüttauf. Im Vorfeld haben Baumschulen 2600 Setzlinge geliefert. In diesem Frühjahr sind es : Stieleichen, Hainbuchen, Winterlinden, Hasel und Vogelkirsche. Organisiert müssen auch die 35 ehrenamtlichen Helfer sein und die Waldpädagoginnen um Eva Linhart von der Grundschule Welheim. Aber das Ergebnis lohnt jede Mühe, sagt die Lehrerin. Im zweiten und dritten Schuljahr werden die Kinder wiederkehren, um mehr zu erfahren über den Wald. Und um nachzusehen, wie es „ihren“ Bäumchen geht. Linhart: „Wenn sie dann im vierten Schuljahr ihren Baum in die Heide pflanzen, macht sie das unglaublich stolz.“

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