Modellflugsport

Piloten lassen Modellflugzeuge spektakuläre Loopings fliegen

Beim „Jedermannfliegen“ in Bottrop-Kirchhellen erklärt Michael Munschek dem kleinen Mica (3) die Fernbedienung für ein Modellflugzeug.

Beim „Jedermannfliegen“ in Bottrop-Kirchhellen erklärt Michael Munschek dem kleinen Mica (3) die Fernbedienung für ein Modellflugzeug.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Der Bottroper Modellflugsportverein hat zum „Jedermannfliegen“ am Heidhof eingeladen. Die Piloten wollen andere mit ihrem Hobby anstecken.

Das Motorengeräusch dringt durch die ruhigen Wälder am Heidhof. Mit hoher Geschwindigkeit, spektakulären Loopings und schnellen Wendungen kreisen die Modellflugzeuge am Himmel. Der Pilot steht derweil mit beiden Beinen auf der Erde. In den Händen hält er die Fernsteuerung. Beim traditionellen „Jedermannfliegen“ auf der Anlage des Bottroper R/C-Club Modellflugsportvereins durfte, wie der Titel schon verrät, jeder Mann und jede Frau unter Anleitung ein Flugzeug in der Luft steuern.

Die Wetterbedingungen sind fürs Modellfliegen optimal

Viele Besucher kommen über den gesamten Tag verteilt. „Wenig Wind, die Bäume stehen still. Die Wetterbedingungen sind optimal“, sagt Andreas de Kock. Er ist Vorsitzender des Vereins, der das kostenlose „Jedermannfliegen“ organisiert. Es wird jedes Jahr versucht, die Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Das klingt leichter gesagt, als getan. Denn alles geschieht in Eigenregie, wie de Kock betont. Jedes Mitglied bringt sich freiwillig, ehrenamtlich und mit viel Engagement ein.

Alles, was auf der weitläufigen Anlage zu sehen ist, wurde mit den eigenen Händen in den vergangenen Jahren gefertigt. Zum Beispiel der Unterstand, wo die Piloten seit 10 Uhr ihre Modelle für die Flüge vorbereiten. Oder die riesige Rasenfläche um die Landebahn, die regelmäßig gemäht wird. Viel Fleiß und Schweiß investieren alle Vereinsmitglieder in ihr Hobby.

Modelle kosten ab 100 Euro aufwärts

Wie schön und vor allem wie preiswert das Modellfliegen sein kann, erklärt der Vorsitzende. Die Preise für die Modelle seien unterschiedlich und würden bei knapp über 100 Euro anfangen. „Nach oben sind hingegen keine Grenzen gesetzt.“ Es gibt keine Altersbeschränkung. Also ein Hobby für jedermann.

Und: Modellfliegen kann unabhängig von der Jahreszeit betrieben werden. „Wir fliegen das ganze Jahr“, sagt de Kock. Regen macht den Modellen nichts aus. Sie sind größtenteils wasserdicht und spritzwassergeschützt. Auch bei der Wartung muss man nicht unbedingt ein Fachmann sein. Auf spezielle Teile wie Akkus muss man allerdings achten. Sie sollten so gelagert werden wie vorgeschrieben, dazu die Ventile kontrollieren und den Motor pflegen.

Modell aus Holz ist Handarbeit

Das Modell aus Holz von de Kock ist alles Handarbeit und mit viel Liebe zum Detail zusammengebaut. Die Maße sind beeindruckend: 2,65 Meter Flügelspannweite, 17 Kilogramm schwer, ungefähr 2,20 Meter lang und fünf Zylinder. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 170 Stundenkilometern. „Das ist nicht sehr schnell“, sagt er. Manche Modelle könnten über 400 Kilometer pro Stunde fliegen. Für ihn geht es beim Modellfliegen nicht um den Rausch der Geschwindigkeit. Faszinierend sei das Zusammenspiel von Technik, Fingerfertigkeit und Aerodynamik.

Die Begeisterung für dieses Hobby wurde ihm in die Wiege gelegt. Sein Vater steckte ihn mit der Leidenschaft an, mittlerweile ist die ganze Familie mit an Bord. Sohn Leon macht ein weiteres Modell startklar. Er hat die Zündung gedrückt und hält die Maschine an den Flügeln fest. So soll verhindert werden, dass sie sich, sobald der Propeller rotiert, plötzlich unkontrolliert auf die Reise begibt.

Dann ist Muskelkraft gefragt. Vater Andreas versucht den Propeller in Gang zu bringen. Anfangs zeigt sich das Flugzeug ein bisschen zickig und will nicht so recht, wie er gerne möchte. Schließlich bringt er den Zweitaktmotor ans Laufen.

Übung macht den Meister

Anschließend zeigt Leon, was er alles kann. Seine Augen sind immer zum Himmel und zum Flugzeug gerichtet. Die Bewegungen von Daumen und Finger an der Fernsteuerung gehen in Fleisch und Blut über. Am Ende legt er noch eine blitzsaubere Landung hin. Übung macht eben den Meister. Wer so fliegen möchte, muss regelmäßig trainieren.

Ab und zu müssen die Hobbyflieger und die, die es noch werden wollen, sich den Himmel teilen. Nicht nur beim „Jedermannfliegen“ am Samstag starten Piloten mit größeren Maschinen vom nahen Flugplatz Schwarze Heide. Aber sie kommen sich in der Luft nicht in die Quere. „Wir haben eine Höhenbegrenzung von 100 Metern, und die Piloten haben eine Tiefstgrenze von 300 Metern“, erklärt de Kock.

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