Verkehr

Neuer Laserturm blitzt ab sofort an der Bottroper Straße

Hier wird vor allem nachts und an Wochenenden geblitzt. Unser Bild  zeigt von links Rüdiger Lehr (Vorsitzender des Verkehrsausschusses), Kerstin Reinke und  Sonja Kraß (beide Bedienmannschaft) und Fabian Fingerlin (Abteilungsleiter Straßenverkehrsamt) am neuen Messturm an der Bottroper Straße.

Hier wird vor allem nachts und an Wochenenden geblitzt. Unser Bild zeigt von links Rüdiger Lehr (Vorsitzender des Verkehrsausschusses), Kerstin Reinke und Sonja Kraß (beide Bedienmannschaft) und Fabian Fingerlin (Abteilungsleiter Straßenverkehrsamt) am neuen Messturm an der Bottroper Straße.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Die Kamera zur mobilen Tempoüberwachung bekommt Extra-Einsätze: Nachts und an Wochenenden blitzt sie im neuen Turm auf der Bottroper Straße.

Die Stadt Bottrop hat einen neuen Blitzer. Er steht an der Bottroper Straße zwischen Gregorstraße und Brabecker Weg. Vor allem nachts und an Wochenenden wird er scharf geschaltet sein und das Tempo auf diesem Abschnitt überwachen. Nur wenige Meter weiter südlich kamen am frühen Morgen des 23. September 2018 zwei Männer bei einem grauenvollen Unfall zu Tode, den die Polizei nach gründlichen Ermittlungen auf einen Fahrfehler bei weit überhöhter Geschwindigkeit zurückgeführt hat.

Geht es nach der SPD, muss der neue Turm nicht der letzte bleiben. Auf ihren Antrag hat der Verkehrsausschuss beschlossen, diesen Bereich künftig nicht nur mobil, sondern auch stationär zu überwachen.

Schutz der Gregorschüler

Dabei ging es nicht nur um die Entschärfung eines Unfallschwerpunktes, sondern auch um den Schutz der Gregorschüler. „Wir wollen an dieser Stelle Erfahrungen sammeln, ob die Überwachung die Autofahrer dazu bringt, langsamer zu fahren“, sagt Rüdiger Lehr (SPD), Vorsitzender des Bau- und Verkehrsausschusses. „Auf der Basis dieser Erfahrungen können wir dann über weitere Standorte nachdenken: Macht ein weiterer Turm Sinn, und wenn ja, wo?“

An der Bottroper Straße macht der Turm Sinn, und das nicht nur wegen des tödlichen Unfalls, haben Fingerlin und seine Kollegen bei der Erkundung des neuen Standortes festgestellt. „Hier ist auch nachts ein starker Verkehr, und tagsüber ist hier viel Schwerlastverkehr unterwegs“, hat Fabian Fingerlin festgestellt, der Abteilungsleiter Verkehrsüberwachung im Straßenverkehrsamt. Zudem endet wenige Meter südlich der Messstelle eine lange Tempo-70-Strecke. „Bei Tempo 50 sind die meisten Autofahrer hier noch nicht angekommen“, stellt Lehr fest.

Der Turm ist gekauft, nicht geleast

Den neuen Turm hat die Stadt, anders als ihre beiden anderen stationären Blitzer, nicht geleast, sondern für eine mittlere fünfstellige Summe gekauft - und zwar ohne Kamera, sagt Fingerlin. Hier kommt die Kamera aus dem Überwachungswagen zum Einsatz, wenn das Kontrollteam des Straßenverkehrsamtes Feierabend macht oder Ins Wochenende geht. „Morgens nach Schulanfang holen die Kollegen die Kamera wieder ab und packen sie in den Überwachungswagen“, sagt Fingerlin.

Somit ist die Kamera sinnvoll eingesetzt zu Zeiten, in denen das Personal nicht im Einsatz sein kann. Nach Angaben der Stadt ist „eine bedarfsgerechte Ausweitung der Einsatzzeiten mit dem derzeit vorhandenen Personal nicht zu leisten ist“. Gewünschter Nebeneffekt für die Verkehrsüberwacher: Die Kamera kann in beide Richtungen eingesetzt werden. Und nur der Mitarbeiter, der sie scharf schaltet, weiß, in welche Richtung sie schaut. „Die Autofahrer müssen also damit rechnen, dass in ihrer Fahrtrichtung gemessen wird“, sagt Fingerlin. Der Plan der Stadt schließt den Abschreckungseffekt ein: Dem Turm ist nicht anzusehen, wann und in welche Richtung die Geschwindigkeit überwacht wird.

Lob für Stromversorger EVNG

Beim Aufbau des Sockels am Straßenrand, auf dem der Turm halb im Straßengraben befestigt sind, hat die Stadt „hervorragend“, sagt Fingerlin, zusammengearbeitet mit dem Netzbetreiber EVNG, der gerade entlang der Bottroper Straße die Stromleitungen von den Masten holt und unterirdisch verlegt. Während deren Baustelle langsam Richtung Norden wanderte, haben die Bauarbeiter Vorarbeiten für die Stadt erledigt und den Verteiler für die Stromversorgung aufgestellt.

Dass die neue Anlage nicht nur Fans haben wird, ist schon deutlich bei der Inbetriebnahme des Turms. Autofahrer rollen hupend oder mit gestrecktem Mittelfinger an der Kontrollstelle vorbei. Einer ruft im Vorbeifahren aus dem Fenster: „Reißt ab die Scheiße!“ „Ist klar, brummt Lehr. „Damit Ihr Euch kaputtfahren könnt.“

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