Heimatverein

Neue Ausstellung im Heimathaus: Schule in alter Zeit

Michaela Grefen baut ihre Schulausstellung im Heimathaus. Ein Raum ist eingerichtet wie ein Klassenzimmer: Heimspiel für Peter Pawliczek, den Vorsitzenden des Heimatvereins und langjährigen Rektor der Gregorschule

Michaela Grefen baut ihre Schulausstellung im Heimathaus. Ein Raum ist eingerichtet wie ein Klassenzimmer: Heimspiel für Peter Pawliczek, den Vorsitzenden des Heimatvereins und langjährigen Rektor der Gregorschule

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Der Heimatverein beginnt das letzte Schuljahr der Hauptschule mit einer Ausstellung. „Schule in alter Zeit“ wird am 1. September eröffnet.

Schule ist ein zeitloses Thema. Das beweist auch die neue Ausstellung des Kirchhellener Vereins für Orts- und Heimatkunde: „ Schule in alter Zeit.“

Die Ausstellungsstücke stammen aus der privaten Sammlung der Krefelder Grundschullehrerin Michaela Grefen, die „alte Schulsachen unheimlich schön findet, weil sie das Leben zeigen, das darin steckte.“ Sie hat keinen festen Raum für ihre Schätze, sondern stellt sie als mobile Sammlung interessierten Einrichtungen zur Verfügung.

I-Dötzchen-Fotos im Eingang

„Es macht Spaß, alles jedes Mal neu zu arrangieren und den Räumlichkeiten anzupassen“, erläutert sie ihr Konzept, das Generationen verbindet, denn „jeder kann mitreden, jeder hat Erfahrungen mit Schule gemacht, es gibt immer Gesprächsanlässe.“

Im Eingangsbereich führen Fotos von stolzen „ I-Dötzchen“ ins Thema ein, ein Vitrine mit Osterhasen und Schultüten erinnert an die frühere Einschulung nach Ostern. Schultüten hängen auch am Treppengeländer mit Glanzbildern als Motiv, auch eine DDR-Schultüte mit dem Sandmännchen gehört dazu. Ein alter Holzesel ist der Blickfang in der ersten Etage mit der Aufschrift: „Schau, hier steht der Eselmann, der nichts Rechtes lernen kann.“

Nachgebauter Klassenraum

Ein Klassenraum bildet das Herzstück der Ausstellung. Hier stehen neben einem mannshohen Abakus alte Bänke und Schultische noch mit Tintenfasshalterung. Auf den Tischen liegen Schiefertafeln mit Wischläppchen und Griffel. Das Lehrerpult ist mit Glocke, Feder und Tintenflasche ausgestattet. Alte Zeugnisse, Fleißkärtchen, Stundenpläne und Erinnerungen an Nachsitzen oder Züchtigungen beleuchten den Schulalltag.

Die Wände zieren neben den Portraits von Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Viktoria eine große Tafel in Sütterlin-Schrift, Märchenbilder und eine Karte des „Heiligen Landes“. Bilder mit Buchstaben „S wie Säge“, „ V wie Vogel“ halfen beim Lesen- und Schreiben lernen. Prunkstücke der Sammlung alter Schultornister verschiedener Generationen sind Holztaschen, eine davon sogar aus Transsylvanien. Viele Materialien und Modelle von Pflanzen, Tiere und Körperorganen erinnern an den damals modernen „Anschauungsunterricht.“

Wandkarten mit Kirchhellener Bezug

Die Wandkarten in den Fluren hat Michaela Grefen bewusst in Bezug auf Bottrop und Kirchhellen gewählt, so zeigen die Bilder neben dem dörflichen Leben auch ein Mammut. Eine Sammlung von Spielzeug aus den Jahren um 1900 wird die Ausstellung noch bis zur Eröffnung ergänzen.Der Film „Schule früher“ wird von Schülern der Schulalltag im ehemalige Schulalltag nachgespielt, inklusive Sauberkeitskontrollen und strengen Strafen.

Peter Pawliczek von Heimatverein hat den Kontakt zu Michaela Grefen hergestellt und lädt alle interessierten Schulen, Seniorenheime und andere Einrichtungen herzlich zur Besichtigung ein.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben