Dorfkern

Nach fast 200 Jahren weicht Gaststätte Dickmann einem Neubau

Wieder ein Stück Alt-Kirchhellen verschwindet. Die Traditionsgaststätte Dickmann-Keßler im Haus von 1830 wird abgerissen. Geplant ist dort ein Wohn- und Geschäftshaus, das auf dem Plakat daneben zu sehen ist.

Wieder ein Stück Alt-Kirchhellen verschwindet. Die Traditionsgaststätte Dickmann-Keßler im Haus von 1830 wird abgerissen. Geplant ist dort ein Wohn- und Geschäftshaus, das auf dem Plakat daneben zu sehen ist.

Foto: Thomas Gödde

Kirchhellen.  Anstelle des alte Hauses der Gaststätte Dickmann-Keßler von 1830 tritt ein neues Wohn- und Geschäftshaus. Denkmalschutz für den Altbau abgelehnt.

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Fast 200 Jahre, genau: seit 1830, stand das alte Gebäude an der Hauptstraße 32. Dort war die traditionsreiche Gaststätte Dickmann-Keßler beheimatet. Das bekannte Haus wird voraussichtlich Ende Oktober abgerissen, wie die zuständige Firma Nikolić + Rosenke jetzt bekannt gab.

Dort wird in den kommenden Monaten ein Wohnkomplex mit neun barrierefreien Wohnungen gebaut, die zwischen 51 und 111 Quadratmetern groß sind. Im Erdgeschoss der Immobilie soll ein 255 Quadratmeter große, aufteilbare Gewerbefläche entstehen, die für ein Ladenlokal oder Praxisräume genutzt werden kann.

Die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen ist groß

Das neue Gebäude soll zum Herbst des kommenden Jahres fertig sein. Insgesamt fließen über zwei Millionen Euro in den Neubau. Das Geld deckt sowohl die Grundstücks- als auch die Herstellungskosten.

„Die Nachfrage ist jetzt schon groß, etliche Reservierungen stehen schon fest. Aber die Wohnungen sind noch nicht alle vergeben“, sagt Architekt Christoph Rosenke. „Wir warten noch auf die Baugenehmigung der Stadt, dann kann es losgehen“, ergänzt er. Die zu erwerbenden Räumlichkeiten würden schlüsselfertig im kommenden Jahr abgegeben.

Gebaut werden soll sehr energieeffizient

Dann sollen auch Parkett und die Fliesenböden gelegt, und sämtliche Malerarbeiten abgeschlossen sein. Man baue sehr energieeffizient, betont der Diplom-Ingenieur. Der Bau müsse die notwendigen Werte der Energiesparverordnung erfüllen, er läge jedoch deutlich unter der Grenze.

„Der energetische Standard ist somit sehr hoch.“ Um für genügend Licht im Inneren des Komplexes zu sorgen, plant das Bottroper Unternehmen, große Fensterfronten für die einzelnen Gebäudeeinheiten einzurichten. Ein Personenaufzug und stufenlose Aufgänge sollen behinderten Menschen helfen, ihr Ziel innerhalb der Immobilie zu erreichen. „Die drei kleineren Wohnungen könnten zum Beispiel Singles nutzen. die sechs größeren Zweieinhalb- und Dreieinhalb-Raumwohnungen beginnen erst ab 80 Quadratmetern.“

Kein Baudenkmal

Ob das alte Gebäude in der Fußgängerzone abgerissen oder erhalten werden sollte, wurde in Kirchhellen im vergangenen Jahr stark diskutiert. Für viele Leute aus dem Dorf bedeutete die Schließung der Gaststätte Dickmann-Keßler Ende 2015 ein großer Verlust für die Kneipenkultur.

Es wurden auch Überlegungen laut, ob der Bau wegen seiner Bedeutung im Ortsbild nicht unter Denkmalschutz gestellt werden könnte. Darauf lautete die Antwort der Stadt: „Nein, kein Denkmal.“ Die historische Immobilie wurde über Jahre immer wieder umgebaut. Von ihrer ursprünglichen Substanz war demnach zu wenig erhalten, um den Denkmal-Status zu bekommen.

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