Berufsorientierung

Mädchen erkunden den Bauernhof

Die Schülerinnen Franziska, Natasha und Jolene füttern die Hühner am mobilen Stall. Bauer Johannes Miermann erklärt, wie es richtig geht.

Die Schülerinnen Franziska, Natasha und Jolene füttern die Hühner am mobilen Stall. Bauer Johannes Miermann erklärt, wie es richtig geht.

Foto: Heinrich Jung

Bottrop-Kirchhellen.   Zum Girls’ Day besuchen drei Schülerinnen Hof Miermann am Scheideweg. Sie lernen den Beruf des Landwirtes kennen und blicken in alle Arbeitsbereiche.

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Natasha (12) füttert die Hühner im Stall, Franziska (16) schiebt den frischen Spargel in die Schälmaschine und Jolene (14) kontrolliert die große Biogasanlage. Die drei Schülerinnen schnuppern zum diesjährigen Girls’ Day in den Beruf des Landwirtes hinein. Auf dem Hof Miermann erkunden die Mädchen die riesigen Lagerhallen, sie schauen sich die unterschiedlichen Produktionsbereiche an. Bauer Johannes Miermann führt sie von Station zu Station, er stellt den „Landwirtinnen für einen Tag“ seine Arbeit am Scheideweg vor.

„Der Beruf gilt eher als Männerberuf, Frauen können ihn aber in gleicher Weise ausführen“, sagt der Kirchhellener Landwirt mit einem Blick auf zu seine drei Schützlinge. „Erst im vergangenen Jahr hat das bei uns eine Auszubildende bewiesen. Sie wurde für ihre Arbeit ausgezeichnet“, ergänzt er stolz. Miermann hebt hervor: Landwirtinnen müssten sich einerseits für den Umgang mit verschiedenen Tieren interessieren, andererseits sollten sie keine Scheu davor haben, sich dreckig zu machen. „Zudem ist technisches Verständnis von großem Vorteil. Vieles läuft bei uns mittlerweile fast automatisch ab.“ Das wichtigste Werkzeug sei für ihn häufig das Smartphone, das in gleicher Weise zur Kommunikation und Kontrolle diene.

Spargelstechen ist anstrengend

Sowohl der Umgang mit den Tieren als auch die Handhabung einzelner Maschinen steht deswegen auf dem abwechslungsreichen Programm: Im Schweinestall klärt der Fachmann die Schülerinnen über die tägliche Kontrolle und das richtige Verhalten auf. „An den Augen können wir unter anderem erkennen, wie es den Tieren geht“, sagt der Bauer zu den Mädchen. Natasha, Franziska und Jolene hören interessiert zu.

Franziska wundert sich über die Ausmaße des modernen Betriebes: „Ich wusste nicht, dass der Schweinestall so groß ist und dort so viele Tiere leben.“ Die junge Bottroperin hatte sich die Hallen kleiner vorgestellt. Natasha kennt das Leben auf dem Bauernhof bisher nur von den Großeltern. „Es gibt hier viel mehr Technik. Das ist sehr auffällig.“ Jolene hatte ein anderes Bild von der Biogasanlage. „Ich konnte mir einfach unter dem Begriff nichts vorstellen. Jetzt weiß ich mehr.“

Wünsche und Ziele

Zum Abschluss des Tages geht es mit dem hiesigen Landwirt auf das Feld. Dort beobachten die drei aufmerksamen Schülerinnen die Saisonarbeiter beim Stechen des Spargels. Die Mädchen helfen tatkräftig mit und packen an. „Sie sollen heute alle Bereiche der Berufs kennenlernen. Dazu gehört auch diese anstrengende Arbeit“, so Miermann. Viele Menschen wüssten nicht, warum die schmackhaften Stangen so teuer sind. „Ich zeige es den Mädchen. Sie dürfen danach auch eine Runde auf dem Trecker fahren.“

Ob die Girls’ Day-Teilnehmerinnen einmal Landwirtinnen werden möchten, wissen sie bis jetzt noch nicht. Sie können sich jedoch vorstellen, einmal in einem ähnlichen Berufsfeld zu arbeiten. Miermann: „Hauptsache, es macht Spaß.“

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