Gastronomie

Landhaus-Chefin macht Schluss

Dorothea Berger, Sohn Julian und Ehemann Holger Sprenger mit Mila und Tani, für die die Familie jetzt mehr Zeit haben wird.

Foto: Lars Fröhlich

Dorothea Berger, Sohn Julian und Ehemann Holger Sprenger mit Mila und Tani, für die die Familie jetzt mehr Zeit haben wird. Foto: Lars Fröhlich

Kirchhellen.   Chefin Dorothea Berger erinnert sich an viele prominente Besucher.Inge Meysel schrieb ins Gästebuch: „Das ist kein Hotel, das ist ein Zuhause“

Das Landhaus Berger in Feldhausen schließt am 31.Oktober endgültig. Der familiengeführte Traditionsbetrieb wird aufgegeben, nachdem der Familienrat keine weitere Perspektive sah. Die Kinder wollten den Betrieb, der zu klein war, um auf Dauer rentabel zu existieren, nicht weiterführen.

Das 3-Sterne-Haus hat seit den 70er Jahren, als Vater Paul Berger seiner einzigen Tochter Dorothea das Hotel aufbaute, um ihr ein selbstständiges Standbein zu verschaffen, Gäste aus der ganzen Welt begrüßt. Gäste, die die Nähe des Movie Parks schätzten, und viele Stammgäste, die die ruhige,familiäre Umgebung liebten. Auch Gäste, die nebenan im Gasthof an Familienfeiern teilnahmen, nutzten den kurzen Weg zur Übernachtung.

Verwechslung zwischen Gasthof und Hotel

Gasthof und Hotel liefen getrennt, aber es kam immer wieder zu Verwechslungen. Gäste wollten telefonisch im Hotel ihren Tisch reservieren oder im Restaurant ein Zimmer buchen. Auch jetzt melden sich entsetzte Anrufer im Gasthaus und fragen nach ihrer Reservierung der Familienfeier: „Wo sie doch jetzt zumachen.“

Viel Prominenz im Gästebuch

Die Gäste kamen gern in das „Mini-Paradies“, wie es ein Besucher im Gästebuch formuliert. Oder auch: „Uns gefiel es hier, bei Wildschwein, Schwimmen und Bier.“ Das Stöbern in alten Gästebüchern fördert wahre Schätze hervor. Prominente Gäste aus Hochadel, Politik und Fernsehen haben sich hier verewigt und bedankt. Schauspieler haben dort während ihrer Engagements an den umliegenden Theatern logiert.

Man findet lobende Eintragungen von Harald Leipnitz, Walter Giller. Hermann Prey, Hans Korte sowie Ingrid Steeger und Gisela Uhlen. Horst Buchholz und Bernhard Wicki bedanken sich für die freundliche und familiäre Aufnahme. Klaus Havenstein von der Münchener Lach- und Schießgesellscft schrieb ein längeres Gedicht, das mit „Dankeschön“ endete. Auch die große Schauspielerin Inge Meysel formulierte ihren Dank. „Dies ist kein Hotel, dies ist ein Zuhause“, schrieb sie.

Stunt-Truppe aus dem Movie Park

Sogar Winnetou hat hier gewohnt. Nicht der echte Pierre Brice, aber der Darsteller bei den Karl-May-Spielen aus Elspe. Die Hoteliers denken mit Vergnügen an die amerikanische Stunt-Truppe des Movie Parks, die hier eine Saison wohnte und trainierte. Die Nachbarn wunderten sich nur anfangs über Hotelgäste, die von Balkons sprangen oder über Autos hüpften. „Zum Glück war das vor der Renovierung, die war danach auch nötig.“

Dank an Mitarbeiter und Familie

Dorothea Berger könnte ein Buch schreiben über ihre Gäste, die netten und weniger netten. Den Kontakt wird sie vermissen, schließlich „haben sich Freundschaften entwickelt, man kam in Gespräche, kennt ganze Lebensgeschichten.“

Der 14-Stunden-Job an sieben Tagen die Woche gehört jetzt der Vergangenheit an. Jetzt will sie sich mehr Zeit für ihre Hobbies nehmen, besonders für die Mischlingshunde Mila und Tani. Dorothea Berger möchte sich besonders bei ihrer langjährigen Mitarbeiterin Bärbel Jakowski bedanken, die sich über 30 Jahre unersetzlich gemacht hat. Auch bei ihren Kindern Christina und Julian und ihrem Mann Holger Sprenger, der vom Kofferträger über den Haumeister bis zum Geschäftsführer alles gemacht habe.

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