Tagesthema

Klage gegen den Krach

Foto: Privat

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ist der Movie Park zu laut? Darüber entscheidet am Donnerstag das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Ein Anwohner aus Gladbeck klagt auf die Aufhebung von 13 Baugenehmigungen, die die Stadt Bottrop für Fahrgeschäfte erteilt hatte.

Fröhliches Gekreische und ratternde Achterbahnen – ab April herrscht im Movie Park wieder Kirmeslärm. Doch während die Geräuschkulisse für viele Besucher einfach dazu gehört, ist sie für einen Gladbecker Anwohner ein echtes Ärgernis. Schon vor sieben Jahren hatte der 52-Jährige rechtliche Schritte eingeleitet. Am kommenden Donnerstag fällt voraussichtlich die Entscheidung: Die fünfte Kammer des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen verhandelt über die Klage auf Aufhebung von 13 Baugenehmigungen.

Vor Gericht wird es in erster Linie um die aus Sicht des Klägers besonders lärmintensiven Attraktionen gehen, darunter der Free-Fall-Tower, das Riesenrad und die Holzachterbahn. Der Anwohner wirft der Stadt Bottrop vor, die Baugenehmigungen aufgrund von Lärmgutachten des TÜV Rheinland erteilt zu haben, die nichts weiter seien als „reine Gefälligkeitsgutachten”. Dies könne er durch eine Stellungnahme des Landesumweltamtes sowie neutrale Sachverständige belegen: „Alle Gutachter sind der Auffassung, dass der Lärm die nach der Freizeitlärmrichtline zulässigen Werte deutlich überschreitet”, so Anwalt Dr. Wolfgang Wesener, der die Klage vor Gericht vertreten wird. Darüber hinaus beschuldigt der Gladbecker die Stadt Bottrop, Baugenehmigungen zum Teil auch nach Baubeginn erteilt und damit illegale Baupraktiken unterstützt zu haben – zum Leidwesen der Anwohner. Auch über die Halloween-Veranstaltungen, Höhenfeuerwerke und Open-Air-Konzerte im Park wird verhandelt: Der Kläger will erreichen, dass diese aufgrund hoher Lärmimmissionen als „seltene Ereignisse” eingestuft werden. Für die Betreiber hieße das: maximal zehn Veranstaltungen pro Jahr.

Das Haus des Gladbeckers steht etwa 200 Meter vom Park entfernt. Gegen Vorwürfe, er hätte die Lärmbelästigung beim Kauf des Gebäudes 1996 einschätzen können, setzt er sich entschieden zur Wehr und beruft sich auf den Bebauungsplan. Dort heißt es, dass Fahrgeschäfte nur „ausnahmesweise zulässig sind”.

Entscheidet das Gericht zugunsten des Klägers, droht dem Park unter Umständen die Stilllegung von bis zu 13 Fahrgeschäften. Wesener zeigt sich optimistisch: „Es könnte eng werden für die Betreiber.”

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (25) Kommentar schreiben