Neubauten

Initiative will nicht noch ein Neubaugebiet in Feldhausen

Bernd Maaßen, Sebastian Hönes und Georg Hönes (von links) haben starke Zweifel, ob auf dem Feld hinter ihnen am Grünen Weg ein Neubau von Sozialwohnungen Sinn macht.

Bernd Maaßen, Sebastian Hönes und Georg Hönes (von links) haben starke Zweifel, ob auf dem Feld hinter ihnen am Grünen Weg ein Neubau von Sozialwohnungen Sinn macht.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Stoppt den Bebauungsplan Hohes Feld/Am Kuhberg. Hinter diese Forderung haben sich schon 47 Mitglieder der neuen „Initiative Feldhausen“ gestellt.

Feldhausen braucht in den nächsten Jahren kein weiteres Neubaugebiet. So sieht es die in der vergangenen Woche gegründete „Initiative Feldhausen“. Und deshalb stellen sie sich gegen den Bebauungsplan „Hohes Feld/Am Kuhberg“.

Auf den Flächen an der Dorstener Straße und am Hohen Feld, die die Vereinte Volksbank von Projektentwickler Karsten Helmke im Jahr 2019 gekauft hatten, wollen die Bank und Architekt Norbert Ryvola mit einer gemeinsamen Erschließungsgesellschaft 41 neue Wohnungen bauen; bis zu 20 davon sollen in öffentlich gefördertem Wohnungsbau in Mehrfamilienhäusern zwischen Dorstener Straße und Grünem Weg entstehen. Am Hohen Feld plant die Volksbank die Erschließung und den Verkauf von 21 Grundstücken, auf denen frei stehende Einfamilienhäuser entstehen sollen.

„Kindergarten und Grundschule schon überlastet“

Die Stadt plant bei der Gelegenheit ein Stück weiter. Auf dem südlichen Teil des Hohen Felds sieht sie Platz für weitere 20 Einfamilienhäuser. Dazu entstehen auf dem ehemaligen Winkelhorst-Gelände am Grünen Weg demnächst 15 weitere Wohnungen.

So viel Neubau braucht Feldhausen nicht nur nicht, der Ortsteil kann es gar nicht gebrauchen, sagt Sebastian Hönes. Bei der Gründungsversammlung der Initiative hat er vorgerechnet, Kindergarten und Marienschule seien schon jetzt überlastet. „Zahlen aus den statistischen Jahrbüchern der Stadt Bottrop belegen deutlich, dass nicht alle Anmeldungen Feldhausener Kinder berücksichtigt werden können. Junge Familien sind somit gezwungen, ihre Kinder zu Schulen und Kindergärten in anderen Stadtteilen zu fahren.“

Ein weiteres Element der Infrastruktur ist ebenfalls überlastet, sagen Sebastian und Gerd Hönes sowie Bernd Maaßen: die Entwässerung. „Das gesamte Abwasser aus Overhagen, Alt-Feldhausen sowie das der Neubaugebiete wird ab der Feldhausener Straße über eine einzige Leitung abgeführt. Hier kommt es bei starken Regenfällen regelmäßig zum Rückstau“ - und das Wasser landet wie 2016 in den Kellern von Feldhausen.

Hohes Feld soll verbreitert werden

Nachholbedarf bei der Infrastruktur in Feldhausen haben die städtischen Planer ausgemacht bei der Verkehrsführung. „Insbesondere die Straße Hohes Feld muss baulich an die künftigen Erschließungsaufgaben angepasst“, also ordentlich verbreitert werden. Dafür werden Anwohner an der Einmündung in den Lippweg Teile ihrer Vorgärten wieder herausgeben: Bisher nutzen sie einen Teil der künftigen Straßenparzelle.

Dieser Straßenausbau wird die Anlieger Geld kosten. Und zwar nicht nur die Bewohner der künftigen Neubauten, sondern auch die der bestehenden Häuser. Deshalb hatte Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder schon bei der Jahresvorschau in Richtung Rathaus gewarnt, man solle das hohe Feld „nicht ausbauen wie eine Allee“.

„Behutsame Entwicklung von Feldhausen“

Die Anwohner fürchten zudem am Grünen Weg, wenn dort tatsächlich Sozialwohnungen entstehen, „immensen Wertverlust“ von Bestandsimmobilien. Für sozial schwache Familien womöglich ohne eigenes Auto sei Feldhausen ohnehin kein guter Wohnort, sagt Maaßen: „Wir haben hier keinerlei Nahversorgung. Sollen die mit dem Bus nach Kirchhellen fahren, um Windeln und Sprudelkästen zu kaufen?“

Über ihren Widerstand gegen den aktuellen Bebauungsplan hinaus hat die Initiative drei Kernforderungen: Keine unnötige Bebauung auf Kosten der ansässigen Anwohner, Beteiligung der Bürger an künftigen Planungen und: „eine behutsame Entwicklung von Feldhausen“.

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