Umwelt

Grüne: Wir müssen reden über Nitratbelastung

Harald Gülzow vom Verein VSR Gewässerschutz , findet im Dorf regelmäßig erhöhte Nitratwerte im Brunnenwasser..

Harald Gülzow vom Verein VSR Gewässerschutz , findet im Dorf regelmäßig erhöhte Nitratwerte im Brunnenwasser..

Foto: Birgit Schweizer

Kirchhellen.   Wegen der Grenzwertüberschreitung in Brunnenwasserproben sieht die Fraktion Handlungsbedarf und sucht das Gespräch mit den Landwirten. Die sagen: Wir arbeiten an dem Problem

Die Grünen wollen das Thema Nitrat im Grundwasser auf die politische Tagesordnung setzen. „Die Ergebnisse der Brunnenwasserproben in Kirchhellen haben uns gezeigt: Wir müssen da jetzt mal ran“, begründet Fraktionschefin Andrea Swoboda den Antrag für den Umweltausschuss.

Sigrid Lange, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, will vom Fachbereich Umwelt und Grün eine eingehende Analyse und „einen Maßnahmenkatalog zur Reduzierung der Belastung“. Sie will wissen, ob es Messergebnisse aus geschützten Gewässern wie dem Schöls- und Rehrbach gibt - und welche Kosten durch erhöhten Aufwand bei der Aufbereitung von Trinkwasser bei den Bürgern aufschlagen könnten.

Trinkwasser liegt 80 bis 100 Meter tief

Das ist vorerst kein Problem, hatte RWW-Sprecher Ramon Steggink schon im November gesagt, als die Ergebnisse der Nitratmessungen in Kirchhellener Brunnenwasser veröffentlicht wurden, bei denen der Grenzwert überschritten wurde: „Aktuell und auch in den kommenden Jahren besteht keine Gefährdung für das Trinkwasser durch Nitrat, weil RWW tiefere Bereiche des Grundwassers zur Trinkwassergewinnung nutzt.“ Er sagte aber auch: „Da der durch Nitrat belastete Bereich schon bis zu 60 Meter in das Grundwasser hineinreicht, müssen wir die Situation weiterhin kritisch beobachten.“

Kooperation mit dem RWW

Verursacher der Nitratbelastung sind die Stickstoffdünger der Landwirtschaft. Deshalb formuliert Sigrid Lange als Ziel, „die Reduzierung der Belastung im Auge zu haben, ohne dabei den Landwirten die Lebensgrundlage zu entziehen. Dies geht nur im Dialog mit der Landwirtschaft.“

Das ist der richtige Ansatz, sagt Landwirt Johannes Miermann vom Scheideweg und verweist auf die Bemühungen der Landwirte und ihrer Kammern, den Nitrateintrag zu senken. Seit 2011 hat sich die Kooperation der Landwirte mit dem Wasserversorger noch intensiviert. Sie legt zum Beispiel den Landwirten in Kirchhellen Zurückhaltung auf bei der Herbstdüngung. Im Winter sollen winterharte Zwischenfrüchte verhindern, dass Nitrat ausgewaschen wird. RWW überprüft, ob diese Maßnahmen fruchten, mit Bodenproben, in denen der Reststickstoffgehalt gemessen wird.

Alternativen zum Maisanbau

Sind weitere Maßnahmen denkbar, um die Nitratbelastung zu senken? Miermann hat dieses Jahr das gezielte Düngeverfahren angewandt, bei dem der Dünger nicht mehr mit dem Drehteller verschleudert, sondern gezielt in den Boden gepresst wird. „Das macht auch wirtschaftlich Sinn, weil wir den Dünger kaufen müssen und ich meinem Geld nicht böse bin.“ Ebenfalls in der Diskussion sei eine noch intensivere Begrünung von Feldern sowie Alternativen zum Maisanbau für Biogasanlagen. Silphie heißt die Pflanze, die in Oberfranken getestet wird. Nach Einschätzung von Experten bindet ihr Wurzelwerk Nitrat; Landwirte müssten außerdem keine Pflanzenschutzmittel einsetzen.

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