Ehrenamt

Einsatz für schwerkranke Menschen

Die Kirchhellenerin Michaela Schäpermeier arbeitet als Missionsschwester in Südafrika. Repro: Birgit Schweizer

Die Kirchhellenerin Michaela Schäpermeier arbeitet als Missionsschwester in Südafrika. Repro: Birgit Schweizer

Foto: WAZ FotoPool

Kirchhellen. Der Frauenkreis St. Johannes arbeitet eher lautlos und bescheiden im Hintergrund, aber umso effektiver das ehrenamtliche Engagement der Kirchhellener Frauen für die sozial Schwachen und schwer Kranken in unserer Gesellschaft. Rund 50 000 Euro an Spenden kamen in den 36 Jahren seit der Gründung zusammen. „Unser Ziel war es auch von Anfang an, Gelder zu erwirtschaften, die humanitären Zwecken zugute kommen sollten“, sagt Marion Weiner, die den Kreis seit 1991 leitet.

Die Spenden werden ausnahmslos durch Mitgliedsbeiträge und Aktionen erwirtschaftet; denn eine finanzielle Unterstützung etwa von einem Dachverband erhält der Frauenkreis nicht. „Wir haben aber auch immer großen Wert darauf gelegt, selbstständig zu sein“, betont Marion Weiner. Dies Selbstbewusstsein stärkt offenbar die Fantasie der heute 37 Frauen. Die wohl spektakulärste Ideen war der Ausflug in die Verlegerbranche. Von dem Partyrezeptbuch „Gern laden wir uns Gäste ein“, das der Frauenkreis selbst herstellte, wurden 1700 Exemplare verkauft – und die Erlöse natürlich zu 100 Prozent an soziale Projekte weitergegeben.

Seit 30 Jahren Tradition ist die Teilnahme an der Bücherausstellung der Katholischen Öffentlichen Bücherei (KÖB) St. Johannes. Nächster Termin ist Sonntag, 13. November. In einer Cafeteria werden von 11 bis 18 Uhr selbst gebackene Torten und Kuchen sowie Waffeln verkauft, und ein Basar bietet „Köstliches aus dem Glas“ an, z.B. Rumtöpfchen, Eierlikör, Soßen, Kreatives.

Doch während früher Cafeteria und Basar samstags und sonntags geöffnet hatten und bis zu 3000 € an Spenden zusammenkamen, schrumpfte zuletzt das Interesse der Besucher. Die Buchausstellung öffnet zwar auch am Samstag, 12. November, 15 bis 18 Uhr, „wir sind aber nur Sonntag im Einsatz“, bedauert Frau Weiner, „samstags haben die Leute wohl anderes vor, und auch sonntags nach der Frühmesse werden es immer weniger.“

Unterstüzung für Sr.
Michaela in Südafrika

Dabei unterstützt der Frauenkreis vor allem zwei Projekte, die auf jeden Cent angewiesen sind. „Seit der ersten Beteiligung an der Buchausstellung helfen wir Schwester Michaela Schäpermeier“, erzählt Marion Weiner. Die Kirchhellener Missionsschwester (Sr.) kümmert sich seit den 70er Jahren um kranke Menschen in Südafrika. Bis vor wenigen Jahren betreute sie aidskranke Kinder. 2005 schickte sie einen Brief mit dem Bild eines aidskranken Kleinkindes und schrieb: „Die Zahl der Aidskranken lässt nicht nach. Es stirbt eine ganze Generation aus.“ Heute setzt sich Schwester Michaela für alte, hilfsbedürftige Menschen ein. In diesem Monat begeht die 75-jährige Missionsschwester ihr goldenes Ordensjubiläum. „Deshalb wollen wir ihr wieder einen stattlichen Geldbetrag für die Missionsstation überweisen“, wirbt Marion Weiner für Cafeteria und Basar während der Buchausstellung im Pfarrheim St. Johannes.

Nicht minder beeindruckend der Einsatz für die Essener Elterninitiative krebskranker Kinder. „Vor 15 Jahren hatten wir eine einschneidende Begegnung mit diesen Kinder in der Uniklinik“, erinnert sich Frau Weiner, „eine ev. Pfarrerin erfüllte den Kindern Herzenswünsche und benötigte dafür Geld.“ Seither erhält die Initiative einen Teil der Aktionserlöse des Frauenkreises.

Ähnlich wie der Frauenkreis setzt die Bücherei St. Johannes auf Teamwork: „Wir sind 22 Frauen, die sich den ehrenamtlichen Einsatz teilen“, so Helga Allkemper. Der Buchbestand liege bei 5000 Exemplaren. „Neu ins Sortiment kommen Bücher in Großschrift für Senioren und für Jugendliche mehr Fantasieromane.“

Heimlicher Traum beider Frauen übrigens ist ein Frauencafé „mit Galerie“ (Marion Weiner) „und mit Schmökerecke“ (Helga Allkemper) auf dem Alten Kirchplatz.

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