Kultur

Eine Frage des Blickwinkels und der Sichtweise

Slavica van der Schors vor einer Collage aus  Foto, Malerei und Röntgenbild mit dem Titel  „Legende von Ana“.

Foto: Heinrich Jung

Slavica van der Schors vor einer Collage aus Foto, Malerei und Röntgenbild mit dem Titel „Legende von Ana“. Foto: Heinrich Jung

Kirchhellen.   Ab Sonntag zeigt der Hof Jünger eine Ausstellung mit Werken von Slavica van der Schors

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„Blickwinkel“ heißt die Ausstellung mit Bildern von Slavica van der Schors, die morgen um 11 Uhr im Hof Jünger eröffnet wird. Annette Hülsken-Beisenkötter, pensionierte Kunstpädagogin, wird in die Schau einführen.

Mehr als 40 Bilder hat die Malerin, die seit 1996 in Schermbeck lebt, für die Ausstellung ausgesucht. „Es ist eine Retrospektive“, sagte sie beim Pressegespräch. Es gehe ihr darum, die unterschiedlichen Etappen ihrer Arbeit darzustellen. 27 Jahre umfasst der gezeigte Zeitraum.

„Ich habe mich früh für die Malerei interessiert“, erklärt die in Serbien geborene Künstlerin. Jura habe sie studiert, aber nicht abgeschlossen. Über die Schweiz, wo sie ihren inzwischen verstorbenen Ehemann kennenlernte, und Luxemburg sei sie nach Deutschland gekommen und habe zunächst in Gahlen gelebt.

„Mein Hauptthema sind die Menschen

„Hinter die Fassade zu gucken“, das zeichne die Bilder aus, betonte Hülsken-Beisenkötter beim Rundgang durch die Schau. Van der Schors gelinge es, in ihren Werken Wesenszüge der Menschen herauszuarbeiten. Die gealterte Audrey Hepburn zeigt sie zum Beispiel als eine würdevolle, trotz einer Krankheit nicht unzufriedene Frau. „Mein Hauptthema sind die Menschen“, betont die Künstlerin, die Kurse und Seminare gibt. Von der Aquarell- und Ölmalerei sei sie schließlich zum Arbeiten mit Acryl gekommen.

„Ich finde die Bilder nicht düster“, widerspricht die Schermbeckerin einem ihr gegenüber gelegentlich geäußerten Eindruck. Tatsächlich lässt das Triptychon „Schmerz“ zwei Sichtweisen zu: Der Optimist liest das Bildertrio von links und sieht einen am Boden liegenden Menschen, dem ein schwieriger Aufstieg gelingt. Der Niedergang, „der Mensch kann nicht aus seiner Haut“, wäre der Blick des Pessimisten, der die Reihe von rechts aus betrachtet. Aber auch das Düstere gehöre zum Leben, ergänzt Hülsken-Beisenkötter.

Szenen aus einem Theaterstück, bekannte Paare in inniger Nähe, das Portrait einer Unbekannten aus Tibet und die Reihe „Anna“ erwarten den Betrachter.„Eine hervorragende Arbeit“, lobt die Kunstpädagogin. Wie van der Schors eine mythische Geschichte als Collage umgesetzt habe, „das ist künstlerisch hoch wertvoll“. Fotos, Malerei und Röntgenbilder aus ihrer Familie hat sie dafür zusammengesetzt.

Die sehenswerte Ausstellung ist bis zum 26. November im Hof Jünger zu sehen; samstags, 18. und 25. November, jeweils von 15 bis 18 Uhr, sonntags, 12., 19. und 26. November, jeweils von 11 bis 18 Uhr.

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