Kirchhellen.

Drittes Garten-Projekt am Dahlberg

Nach den Mietbeeten kommt jetzt diie solidarische Landwirtschaft: Gründungstreffen der Initiative auf dem Hof Sagel.

Foto: Christoph Wojtyczka

Nach den Mietbeeten kommt jetzt diie solidarische Landwirtschaft: Gründungstreffen der Initiative auf dem Hof Sagel. Foto: Christoph Wojtyczka

Kirchhellen.   Nach den Mietgärten und den Mietbeeten im Gewächshaus beackern die Gartenfreunde jetzt ein Vorhaben der solidarischen Landwirtschaft

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Nach dem Mietgarten-Projekt „Meine Ernte“ und den Mietbeeten im Gewächshaus hat Landwirt Burkhard Sagel ein weitere Vorhaben gestartet: Es geht um einen Gemeinschaftsgarten. Dazu haben sich rund 15 Interessierte am Freitagabend auf seinem Hof getroffen.

„Gemeinsam gärtnern“, so brachte der Kirchhellener die Idee auf den Punkt. „Nicht der Bauer macht die ganze Arbeit“, beschrieb er das Ziel. Über eine „Mini-Kolchose in Kirchhellen“ werde schon geredet. Burkhard Sagel möchte seinen Einsatz dabei begrenzen: „Nur düngen, pflügen und einzäunen“, das sei seine Aufgabe, erklärte er den Teilnehmern der Gründungsversammlung. „Optimal wäre ein großer Garten, zum Beispiel mit einer Reihe Möhren, und alle bedienen sich.“

Was veranlasste die Runde zum Mitmachen? „Einfach neugierig“, „selbst gärtnern und Gemüse futtern“, „ich liebe Gemüse“, „Erde erdet, ich bin gerne dreckig“, so erklärten die Interessierten in einer kurzen Vorstellungsrunde ihre Motivation. Auch Sagels Bruder Ulrich will sich beteiligen. Und ein Hobbygärtner bekannte: „Ich stehe auf Kartoffeln.“

Rund 500 Quadratmeter Fläche werde der Gemeinschaftsgarten haben, schätzte Sagel. Nur die Idee und die Interessierten stünden fest, alles andere sei frei verhandelbar, betonte er eingangs. Eine geschlossene Gemeinschaft sind die Gärtner aber nicht: Einige Interessierte könnten sich noch anschließen, aber zu groß soll der Kreis der Mitmachenden nicht werden. „Das sind alte Hasen“, sagte Sagel über das Vorwissen der Teilnehmer. „Die wissen vom Gärtnern teilweise mehr als ich.“

Idee funktioniert in Gelsenkirchen

Die Idee zu dem Gemeinschaftsgarten gebe es schon länger. Aber seit einiger Zeit bestehe unter den Interessierten der verstärkte Wunsch, die Sache voran zu treiben. „Das hat sich nach und nach entwickelt“, beschrieb Sagel den Weg zur Gründungsversammlung. „Ich habe mich lange gewehrt“, gibt der Kirchhellener in diesem Zusammenhang zu. Auch um Fragen der Finanzierung ging es bei diesem ersten Treffen.

Dass die Idee der Solidarischen Landwirtschaft, ein geschützter Begriff, funktioniert, beweist ein Blick nach Gelsenkirchen. Dort arbeitet Landwirt Martin Schulte-Schleithoff erfolgreich nach diesem Prinzip. Mehr noch: „Er lebt davon“, betonte Sagel, der den Berufskollegen kennt. Aber statt wie bei diesem im großen Stil, wollen die Kirchhellener ihre „Mini-Kolchose“ im Hobbybereich betreiben. Eine geeignete Fläche für das Vorhaben hat Burkhard Sagel schon ausgeguckt.

Bei dem Projekt soll es auch eine Zusammenarbeit mit dem heilpädagogischen Zentrum geben, das ebenfalls auf dem Hof beheimatet ist. Während bei den Mietgärten („aus einer Schnapsidee heraus entstanden“) jeder für sich arbeitet, soll im Gemeinschaftsgarten die Zusammengehörigkeit eine große Rolle spielen. „Hier kommen die Quasselstrippen zum Gärtnern“, ergänzte der Landwirt und lachte. Einige Plätze kann Sagel in Kooperation mit dem Franchise-Partner „Meine Ernte“ bei den Mietgärten noch anbieten.

Falls noch ein größerer Personenkreis einsteigen möchte: Sagel kann sich vorstellen, das Gemeinschafts-Gärtnern nach einem geglückten Start noch auszuweiten.

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