Besuchermagnet Krippe

Diese Krippe vereint Ost und West

Aufbau der Krippenlandschaft in der Kirche St. Johannes in Kirchhellen: Robert (l.) und Jan-Philipp legen die Flächen mit Moos und Rindenmulch aus.

Foto: Thomas Gödde

Aufbau der Krippenlandschaft in der Kirche St. Johannes in Kirchhellen: Robert (l.) und Jan-Philipp legen die Flächen mit Moos und Rindenmulch aus. Foto: Thomas Gödde

Kirchhellen.  Die Panoramen der Krippe von St. Johannes zeigen das alte Kirchhellen und das Heilige Land. Im Schnittpunkt steht der Stall von Betlehem.

Ohne „ihre“ Jungs - und sicher auch einige Mädchen und viele Erwachsene - würde Renate Schönsee mit dem Aufbau der Krippe nie und nimmer bis Weihnachten fertig. Denn in der Kirche St. Johannes werden seit vielen Jahrzehnten nicht nur einfach einpaar Figuren abgestaubt und in und um den Stall von Betlehem drapiert. Kirchhellen denkt größer - und vereint auf meterlangen Leinwandbahnen sogar Ost und West miteinander. Am Ende des linken Seitenschiffs der großen Kirche wächst gerade das alte heimische Westfalen mit Wassermühle, Bach und einer Ansicht von Kirchhellen aus alter Zeit zu malerischer Landschaft aus dem Nichts. Links im Cho erstreckt sich die Wüstenlandschaft von Palästina, dem Heiligen Land, Ort des biblischen Geschehens.

„In der Mitte steht schon der Stall mit der Krippe, das Jesuskind wird aber erst beim ersten Gottesdienst am Heiligen Abend in die Krippe gelegt“, sagt Renate Schönsee. Zum Dreikönigstag am 6. Januar wird die Szene dann noch einmal umgebaut und um die drei Weisen aus dem Morgenland ergänzt, die dem Kind in der Krippe als neugeborenem König und Erlöser der Menschheit huldigen.

Bis es soweit ist, müssen Robert Hoffterheide, Jan-Philipp Groth und Felix Klingmaier noch viel Moos, Rindenmulch und Engel und Tiere heranschleppen. Denn die Krippe von St. Johannes erstreckt sich nicht nur über viele gemalte Meter, sondern bettet das heilige Geschehen für alle sichtbar - und jedes Jahr ganzen Busladungen von Besuchern zur Freude - in eine realistische Landschaft. „Sogar Moos aus der Heide durften wir sammeln“, sagt er 12-jährige Robert. „Aber nur soviel, wie es der Naturschutz erlaubt, der Rest kommt vom Gärtner“ ergänzt Renate Schönsee, die seit neun Jahren als Küsterin das Wachsen der Krippe zupackend miterlebt.

Viele im Dorf beteiligen sich Jahr für Jahr daran. „Bei unseren Nachbarn wurde der Baum für die Krippe gefällt“, sagt Felix. Landwirte, die Feuerwehr, der Vater von Robert besorgt die Elektrik, und viele andere tragen zum Gelingen bei.

„Wir hatten jetzt sogar Anfragen aus Alt-Bottrop, ob man nicht mithelfen könne“, sagt Renate Schönsee. Die könnten sich dann an die Wüste machen, die Kirchhellen-Szenerie sei dann schon fertig.

Auch Theo Heitmann (10) ist jetzt dazugestoßen, denn etwa 50 Figuren, dazu noch unzählige Tiere müssen in die Landschaft integriert werden. Dafür blättert Robert in einem Buch: „Das zeigt, wo die Figuren immer stehen, sonst könnte man sich das gar nicht merken.“ Später folgt die Feinarbeit. Denn Kabel, Schalter oder Wasserleitungen sollen ja unsichtbar bleiben.

Besucher können sich im Krippencafé stärken

Die Krippenlandschaft in St. Johannes zeigt jedes Jahr mehrere Tausend Besucher aus der gesamten Umgebung an. Seit vielen Jahren bietet das Krippencafé im Pfarrheim den Besuchern der Krippenlandschaft die Möglichkeit, sich vor oder nach dem Besuch der Kirche mit Kaffee und Kuchen zu stärken. Dafür organisiert Hermine Dohmen eine große Zahl von Freiwilligen aus allen Gruppen der Gemeinde. Sie stiften hunderte von Torten, backen Waffeln, kochen Kaffee und übernehmen die Bewirtung. Das erfreut nicht nur die Gäste: Der fünfstellige Reinerlös kommt jedes Jahr mehreren wohltätigen Initiativen zugute.

Das Krippencafé im Pfarrheim ist jeweils von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Vom 27. Dezember bis zum Singen an der Krippe steht das Kaffee allen Besuchern offen. Danach werden nur noch angemeldete Gruppen empfangen. Auskunft und Anmeldung sind möglich bei Hermine Dohmen unter Tel.: 02045 / 2648.

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