Wirtschaft

Der Bagger rollt im künftigen Kirchhellener Gewerbegebiet

Das Autohaus Bellendorf wird das erste Gebäude im neuen Gewerbegebiet errichten.

Das Autohaus Bellendorf wird das erste Gebäude im neuen Gewerbegebiet errichten.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Die Bauarbeiten im neuen Gewerbegebiet Im Pinntal haben begonnen. Bellendorf hat vorgelegt, die Stadt zieht nach nach den Osterferien.

Die Bauarbeiten zum neuen Gewerbegebiet „Im Pinntal“ haben begonnen. Als erstes Gebäude entsteht der Erweiterungsbau des Autohauses Bellendorf. Die Stadt beginnt nach Ostern mit dem Kanalbau und der Erschließung des 2,7 Hektar großen Gebietes.

Auf dem Acker südlich von Hof Schlagkamp sollen sich nach dem Willen der Wirtschaftsförderung vor allem Kirchhellener Betriebe ansiedeln, die aus den Flächen an ihren bisherigen Standorten heraus wachsen wollen. Und die standen Schlange bei der Wirtschaftsförderung nach dem Beginn der Vermarktung im Mai letzten Jahres. „Das Interesse an den Flächen war sehr groß“, erinnert sich Frank Paluch, Sachgebietsleiter bei der Wirtschaftsförderung. Der Wirtschaftsförderungsausschuss hat dann Ende August die verfügbaren Flächen vergeben.

Bellendorf darf vorlegen

Ein Bewerber war dabei gesetzt. Das Autohaus Bellendorf hatte sich an der Ecke Gartenstraße vorab 4000 Quadratmeter Fläche gesichert. Die VW-Tochter Seat machte mit neuen Händlerverträgen Druck auf ihre deutschen Vertragspartner. Um mehr Platz für die Präsentation der Neuwagen zu haben, hat Bellendorf schon letzten Sommer Gebrauchtfahrzeuge auf den Acker am Pinntal und ins Gewerbegebiet „Westlichen Gartenstraße gestellt.

Er wolle keine neuen Gewerbegebiete auf der grünen Wiese schaffen, sondern die ehemaligen Bergbauflächen für Neuansiedlungen nutzen, hatte Oberbürgermeister Bernd Tischler mit Blick auf das Jahr 2019 gesagt. Aber die Not war groß - und die Bergbauflächen noch Jahre weit weg von der Möglichkeit, sie zu nutzen, sagte Abteilungsleiter Gernot Miller von der Wirtschaftsförderung: „Wir haben hohen Druck, weil wir Unternehmen keine Flächen anbieten können, die heute, morgen und in den nächsten zwei Jahren wachsen wollen. Also haben wir die Chance genutzt, eine zusätzliche Fläche zu bekommen.“

Entscheidung für Arbeitsplätze

Zuvor waren schon auf der anderen Straßenseite, im zweitjüngsten Gewerbegebiet an der Gartenstraße, Grundstücke im Handumdrehen vergriffen. Sie gingen auch an Betriebe, die aus der Dorfmitte auf die Wiese drängten, weil sie nur dort noch Platz zum Wachsen gefunden haben.

Deshalb hat die Entscheidung gegen Grün und für Arbeitsplätze (und Gewerbesteuer) den Beifall beider großer Parteien gefunden. „Wir haben dieses Gewerbegebiet immer befürwortet“, sagt SPD-Bezirksfraktionschef Willi Stratmann. „Wir können nicht auf die Bergbauflächen warten, wenn wir jetzt Ausbildungs- und Arbeitsplätze halten oder schaffen wollen.“

Bebauungsplan von 2009

Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder (CDU) sieht es genauso: „Auf der Fläche nördlich von Im Pinntal haben wir Planungssicherheit und können schnell anfangen. Deshalb haben Bernhard Steinmann und ich beharrlich die zwischenzeitlich stockenden Gespräche mit dem Eigentümer voranzubringen versucht. Ich glaube, das ist eine gute Lösung. Viel zusätzliches Verkehrsaufkommen befürchte ich nicht, weil sich dort Kleinbetriebe ansiedeln sollen.“

Mit dem neuen Gewerbe haben die Stadtplaner eine Trumpfkarte gezogen, die sie sich schon 2009 in den Ärmel gesteckt hatten. Seit dieser Zeit gibt es einen Bebauungsplan für die Fläche, damals geschaffen als Ersatz für eine Fläche an der Raiffeisenstraße. 2,7 Hektar Platz ist dort südlich des Hofes Schlagkamp mit seiner Fassweitwurf-Festwiese für die Ansiedlung neuer Betriebe, sagt Oliver Schüttler, Sachgebietsleiter Bauleitplanung im Planungsamt.

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