Gemeindeleben

Das Helfen gehört zur Gemeinschaft

Frauenkreis-Leiterin Marion Weiner (links) mit den Programmplanerinnen  Christel Zaczek, Gertrud Dierkes und Rita Mues (von links). Foto:Joachim Kleine-Büning

Frauenkreis-Leiterin Marion Weiner (links) mit den Programmplanerinnen Christel Zaczek, Gertrud Dierkes und Rita Mues (von links). Foto:Joachim Kleine-Büning

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Bottrop-Kirchhellen.  1975 wurde der Frauenkreis gegründet als Selbsthilfegruppe für zugezogene junge Frauen.40 Jahre später engagiert sich die Gruppe intensiv für ausgewählte gute Zweck

Gegründet wurde der „Kreis junger Frauen“ in St. Johannes 1975 als Selbsthilfegruppe für Zugereiste. 40 Jahre danach ist die in „Frauenkreis St. Johannes“ umbenannte Gruppe ein unverzichtbarer Bestandteil des Gemeindelebens geworden. „Wo der Frauenkreis auftritt, geht die Sonne auf!“, hat Pfarrer Heinrich Bischof ihnen zum Silberjubiläum im Jahr 2000 gratuliert. Das gilt mindestens für all die Menschen, die der Frauenkreis in der Zeit seines Bestehens beschenkt hat. „Miteinander - Füreinander“ hat der Kreis sich als Motto gegeben.

„Die Pfarrgemeinde will jungen Ehefrauen und jungen Müttern Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen geben.“ So formulierte die Gründerin und erste Leiterin des Kreises, Helga Asshoff, in ihrer Einladung zum ersten Treffen. Sie war aus Solingen, wo sie sich in einem ähnlichen Frauenkreis wohl gefühlt hatte, nach Kirchhellen zugezogen. Beim Gründungsabend stellte sich heraus, dass sie keineswegs die Einzige war, die „einsam ist oder neu zugezogen und ohne Bekanntenkreis dasteht“. 30 Frauen taten sich zusammen, zunächst unter dem Dach der Frauengemeinschaft, aber bald als bis heute selbstständige Einrichtung.

Von Fragen der Kinderbetreuung und Erziehung haben sich die Interessen der Frauen sehr schnell erweitert. Tagesfahrten wurden und werden unternommen, kulturelle Veranstaltungen besucht und gemeinsame Radtouren absolviert. Wie eng der Kreis verbunden ist, dafür mögen einige Zahlen stehen: „Unter den heute 33 Mitgliedern sind immer noch sieben Frauen aus der Gründerzeit“, sagt Rita Mues, selbst eine der Gründer-Mütter. Und: Die nunmehr vierte Leiterin Marion Weiner übt dieses Ehrenamt seit 24 Jahren aus.

Ebenso alt wie der Frauenkreis ist die Tradition des Engagements für den guten Zweck. In den ersten Jahren organisierte der Kreis Basare und Cafeterias, deren Erlöse an die Arbeit von Pater Gahlen in Südafrika gingen. Seit 1978 spendet die Gemeinschaft regelmäßig an die Organisation der gebürtigen Kirchhellenerin Schwester Michaela Schäpermeier, die auf einer Missionsstation in Südafrika heimatlos gewordene Jugendliche betreut. „Seit 35 Jahren bekommt sie Geld. Durch Schwester Michaelas Briefe und Besuche können wir genau nachvollziehen, was sie getan hat mit den Spenden aus Kirchhellen“, sagt Gertrud Dierkes, Mitglied der Programmplanung. „Das gleiche Kriterium legen wir an für Projekte, die wir in der Nachbarschaft unterstützen.“ Das waren die Kinderkrebsstation im Essener Klinikum oder aktuell die Elterninitiative krebskranker Kinder, die sich um die Betreuung der Angehörigen schwer kranker kleiner Patienten kümmert.

Basar und Buchausstellung

Das Geld für die Spendenaktion erwirtschaftet der Kreis mit der Cafeteria bei der alljährlichen Buchausstellung der Pfarrbücherei, die jetzt am Wochenende ansteht, und mit einem Basar, in den die Frauen Monate von Planung und Arbeit sowie Ideen investieren. Zusätzlich stellen sich die Frauen mit eigenen Ständen bei Pfarrfesten in den Dienst der Gemeinde. Als 2003 die Erweiterung der Orgel in St. Johannes anstand, legte der Frauenkreis sogar ein eigenes Kochbuch auf. Unter dem Titel „Gern laden wir uns Gäste ein“ haben die Frauen 200 Rezepte gesammelt. Und aufgeschrieben. Von Hand. Kein Wunder, dass die erste Auflage in Windeseile vergriffen war. Wie formuliert die Vorsitzende Marion Weiner: „Wir haben immer geschaut, dass wir gute Spuren hinterlassen.“

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