Kobolde der Nacht

Bottroper beobachten Fledermäuse auf Insektenjagd am Teich

Zu Beginn der Exkursion „Kobolde der Nacht“ am Schloss Beck setzen die Kinder ein Fledermaus-Puzzle zusammen.

Zu Beginn der Exkursion „Kobolde der Nacht“ am Schloss Beck setzen die Kinder ein Fledermaus-Puzzle zusammen.

Foto: Nina Stratmann

Kirchhellen.  Unter der Leitung von Michael Korn sind Kleine und Große den Fledermäusen auf die Spur gekommen. Sie wissen nun, wo man sie gut beobachten kann.

„Die einzigen, die Ihnen heute Abend Blut abnehmen, sind Mücken!“ Trocken räumt Michael Korn ein gängiges Vorurteil über Fledermäuse beiseite, bevor er mit rund 30 Kindern und Erwachsenen mit der Exkursion rund um die „Kobolde der Nacht“ am Schloss Beck startet.

Ängstlich wirkt tatsächlich niemand aus der Runde, stattdessen neugierig und gerade die Jüngeren auch ein wenig aufgeregt. Es ist halb zehn am Abend, und viele Kinder sind für die heraufziehende Dunkelheit mit Taschenlampen ausgerüstet. Noch ist es aber hell genug, um vor der Schloss-Treppe ein Fledermaus-Puzzle zusammenzusetzen.„Die Kinder machen das, damit sie erkennen, wie der Körperbau der Fledermaus ist“, erklärt Korn von der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz im Kreis Recklinghausen.

„Der Fachmann spricht vom Handflatterer.“ Zwischen Daumen, Fingern, Unterarm, Beinen und Schwanz spannt sich die Flughaut. Die Knochen seien sehr dünn. „Wer mal ein verirrtes Tier aus der Wohnung nach draußen bringen will, zieht sich Handschuhe an und umfasst es mit der ganzen Hand“, rät Korn.

Die Zwergfledermaus wird bis zu fünf Zentimeter groß

Größentechnisch dürfte das kein Problem sein, denn die häufigste Art in Bottrop sei die Zwergfledermaus – Größe bis circa fünf Zentimeter, Flügelspannweite bis zu 25 Zentimeter. Insgesamt ließen sich in Bottrop zehn Arten beobachten, an den Stadtteichen etwa neben der Zwerg- auch die Wasserfledermaus und der Große Abendsegler. Finden könne man die geschützten Tiere leicht dort, wo große Bäume und Wasserflächen seien.

Die Gruppe bewegt sich an einem stilisierten Fledermaus-Tor vorbei auf den Teich zu. Michael Korn zeigt mit Hannelore Eisenberg, die eine Auffangstation für Fledermäuse in Gladbeck betreibt, ein gerade mal drei Wochen altes verstorbenes Tier – und Fledermauskot. Auch an dem, gefunden auf der Fensterbank oder dem Rollladenkasten, lasse sich erkennen, ob man Fledermäuse unter dem Dach habe.

Ultraschall-Detektor gibt klickende Geräusche von sich

Die Dämmerung nimmt weiter zu, und der Ultraschall-Detektor, der die sonst für Menschen unhörbaren Laute der Tiere wahrnehmbar macht, gibt klickende Geräusche von sich. „Oh, die ersten tauchen auf“, sagt Michael Korn, und alle richten ihre Blicke Richtung Teich. Hier suchen sich die kleinen Jäger ihre Mückenbeute, und Kinder wie Erwachsene machen sich gegenseitig auf die fliegenden Nachtschwärmer aufmerksam.

Die Experten, die den Teilnehmern auch kleine Info-Filme zeigen, beantworten gerne Fragen. Ein Junge möchte wissen: „Wie viele Junge bekommt eine Fledermaus pro Jahr?“ – „Eins“, so Korn, teils gebe es auch Zwillinge. „Das reicht zur Arterhaltung“.

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