Straßenbau

Bauverwaltung bekommt Brandbrief von der Bezirksvertretung

Das darf die Verwaltung nicht auf die lange Bank schieben, sagt die Bezirksvertretung zur Querungshilfe über die Bottroper Straße.

Foto: Thomas Gödde

Das darf die Verwaltung nicht auf die lange Bank schieben, sagt die Bezirksvertretung zur Querungshilfe über die Bottroper Straße.

Kirchhellen.   Politiker beschweren sich einstimmig über Vertagung von Kirchhellener Bauprojekten. Verwaltung verteidigt: sich Wir haben Prioritäten setzen müssen

Die Bezirksvertreter haben sich einstimmig der heftigen Kritik von Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder (CDU) an der Bauverwaltung angeschlossen. Im WAZ-Gespräch hatte Schnieder beklagt, bereits beschlossene und finanzierte Bauprojekte in Kirchhellen wie die eine Querungshilfe über die Bottroper Straße oder der Ausbau der Schneiderstraße würden auf die lange Bank geschoben, weil andere Projekte Vorfahrt hätten.

Wilfried Helsper, Abteilungsleiter im Fachbereich Tiefbau, hatte die undankbare Aufgabe, diese Entscheidungen zu verteidigen. Ja, der Rat habe die Querungshilfe für Schüler und Senioren in Höhe der Straße Am Pastors Busch in den Haushalt eingestellt. Ja, die Mittel in Höhe von 43 000 Euro stünden dafür bereit. Aber nein, die Bauverwaltung habe wegen der vielen Bauprojekte, die durch Fördermittel an Fristen gebunden sind, für diese Baustelle keine Kapazitäten frei.

„Verwaltungsinterne Vorgabe“

Helsper: „Ich kann nicht erkennen, wie wir die Maßnahme in diesem Jahr noch umsetzen sollen. Wir haben Prioritäten setzen müssen.“ Nachfrage des Bezirksbürgermeisters: Wer genau habe die Prioritäten gesetzt? Helsper: „Das war eine verwaltungsinterne Vorgabe.“ Und Fachbereichsleiter Heribert Wilken habe das dem Bezirksbürgermeister auch ohne Beschönigungsversuche mitgeteilt: „Es sollte nicht so aussehen, als wollten wir das aussitzen.“ Der Ausbau der Schneiderstraße könne immerhin dieses Jahr noch auf den Weg gebracht werden: „Wir überlegen, ob wir die Maßnahme zum Jahresende ausschreiben.“ SPD wie CDU hatten die Baumfällaktion dort im Februar kritisiert: Wenn man ohnhin nicht vorgehabt habe, dort dieses Jahr anzufangen, hätte man die Kirschbäume auch noch stehen lassen können.

„Querungshilfe extrem wichtig“

Schnieder wiederholte seine Kritik: „Es ist unmöglich, dass unsere Projekte auf die lange Bank geschoben werden.“ Dieser Kritik schlossen sich alle in der Bezirksvertretung vertretenen Parteien an. Keine Mehrheit bekam allerdings der Antrag der SPD, die Beschwerde über die Verschiebung mit der Forderung nach „ausreichend Personal“ in der Verwaltung zu verknüpfen.

Mit der einmütigen Unterstützung aller Bezirksvertreter wird Schnieder nun einen Brandbrief aufsetzen an die Bauverwaltung. Kernsätze: Die Bezirksvertretung sei „schockiert über die Absetzung der Baumaßnahmen aus Kirchhellen.“ Und: „Die Querungshilfe über die seit der Autobahnsanierung noch stärker befahrene Bottroper Straße ist extrem wichtig und unumgänglich.“

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