KULTURHAUPTSTADT 2010

Keine Produktion zweiter Klasse

Foto: Privat

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Inszenierung der Verdi-Oper „Aida” in der Bergarena bindet 105 Sänger als Projektchor ein. Sopranistin Elisabeth Otzisk singt die Titelpartie, Bariton James Tolksdorf ist in der Oper ihr Vater Amonastro

Die „Bottroper Aida” hat eine Stimme. Die Titelpartie der Verdi-Oper, die im Juni 2010 in der Bergarena auf der Halde Haniel zu sehen sein wird, singt die Bottroper Sopranistin Elisabeth Otzisk. Die Opernsängerin, in Düsseldorf und Wien ausgebildet, ist dem Publikum durch häufige Auftritte bei den Bottroper Chortagen bekannt. Gern gesehener Partner der heimischen Chöre ist auch James Tolksdorf, der in der Aida-Inszenierung die Rolle von Aidas Vater Amonasro übernehmen wird. Der Bariton, u. a. an der renommierten Juillard-School in New York ausgebildet, steht seit 1989 als Opern- und Gesangssolist auf der Bühne. Sechs weitere Solo-Partien sind für die Bottroper Inszenierung noch zu besetzen, erklärt Kulturamtsleiter Dieter Wollek. Bewerbungen liegen vor, und davon unabhängig wird man an den Opernhäusern im Umfeld Interessenten suchen. Sie erwartet eine ungewöhnliche Aufgabe, ein Wagnis, das aber auch die Chance bietet, Profil zu gewinnen, „und das wissen alle Beteiligten”, glaubt Wollek. Weder bietet die Bergehalde die komfortablen Bedingungen eines großen Opernhauses, noch das Kulturamt einen eindrucksvollen Etat, aber: „Das wird keine Produktion zweiter Klasse”, versichert der Kulturamtsleiter.

Dafür stehen auch die 105 Sänger und Sängerinnen ein, die unter Leitung von Ludger Köller den Projektchor bilden. Die Mitglieder von Bottroper Chören werden auch als Schauspieler in die Inszenierung eingebunden, „da wird noch viel Schweiß fließen”, ahnt Wollek. Das bereits zum heutigen Zeitpunkt starke Engagement dieser Männer und Frauen hat ihn beeindruckt. Es bestärkt ihn in der Auffassung, dass vor allem eine Zielgruppe nachhaltig bei allen 2010-Projekten gewinnen soll: „Unsere Kulturschaffenden in Bottrop sollen etwas haben von der Kulturhauptstadt. Wenn nicht sie, wer sonst?”

Weniger rhetorische Fragen gelten zurzeit der Vereinbarkeit von künstlerisch Wünschenswertem und Machbarem. Dies betrifft vor allem die technischen Probleme der Inszenierung von Regisseur Thomas Grandoch. Wollek ist froh, dass der Bergbau wie bisher noch bei jeder Produktion auf der Bergehalde Unterstützung zugesagt hat.

1000 Zuschauer plant er für jede der fünf Vorstellungen ein; damit muss Platz geschaffen werden für weitere 300 Zuschauer pro Abend. Sie werden die Oper erleben, komme, was da wolle: „Alle Beteiligten wissen, dass sie auch im strömenden Regen singen müssen”, erklärt ein fest entschlossener Kulturamtsleiter.

Für ein weiteres 2010-Projekt, die SchachtZeichen, hat sich bisher ein Sponsor aus Bottrop gefunden. Er finanziert einen der gelben Helium-Ballons, die hoch in der Luft im Kulturhauptstadt-Jahr die Standorte des Bergbaus im Ruhrgebiet markieren sollen. Insgesamt neun Schächte kommen für diese Aktion in Bottrop in Betracht, erklärt der Kulturamtsleiter. Er beziffert die Kosten pro Ballon auf 5000 Euro. Dem Bergwerk Prosper-Haniel liegt noch keine Anfrage nach einer Beteiligung am Ballonprojekt vor.

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