Verbraucher-Tipp

Kanalhaie zocken Hausbesitzer an der Haustür ab

Eine TV Kanaluntersuchung und Dichtigkeitsprüfung wird am Mittwoch, 26.10.2011 an Abwässserkanälen in der Straße Grimberger Feld in Herne durchgeführt. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool.

Foto: Gero Helm

Eine TV Kanaluntersuchung und Dichtigkeitsprüfung wird am Mittwoch, 26.10.2011 an Abwässserkanälen in der Straße Grimberger Feld in Herne durchgeführt. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool. Foto: Gero Helm

Bottrop.   Verbraucherberatungsstelle Bottrop warnt vor unseriösen Rohrsanierern.Sie drängen Kunden an der Haustür zum Auftrag und stellen hohe Rechnung.

„Kanalhaie“ – so werden Rohrsanierer genannt, die vor allem ältere Menschen mit Täuschung, Druck und falschen Behauptungen an der Haustür zu einem Auftrag drängen. Sie überrumpeln arglose Hausbesitzer, um schnell an einen Auftrag zu kommen und stellen am Ende hohe Rechnungen. Die Verbraucherberatung Bottrop warnt aus aktuellem Anlass.

Kanalhaie drängen unangekündigt an der Haustür oder am Telefon zu einer Überprüfung der Abwasserleitung. Sie täuschen große Schäden an der Abwasserleitung vor und behaupten sie müsse dringend saniert werden.

Ihr Ziel ist ein schneller Sanierungsauftrag für den sie viel zu hohe Rechnungen fordern. Achtung: Nur Prüfungen von Sachkundigen werden von Städten und Gemeinden anerkannt. Geeignete Betriebe findet man auf der Internetseite des Landesamtes für Natur und Verbraucherschutz.

Dabei lügen sie mitunter zur geltenden Gesetzeslage und behaupten, alle Hauseigentümer müssten eine Zustands- und Funktionsprüfung machen, weil das Haus angeblich im Wasserschutzgebiet liege.

Prüfung kostet 300 bis 600 Euro

Zusätzlich locken sie mit Schnäppchenpreisen von unter 100 Euro für eine Prüfung der Kanäle. Achtung: Eine in Wasserschutzgebieten vorgeschriebene Zustands- und Funktionsprüfung kostet je nach Leitungslänge durchschnittlich zwischen 300 und 600 Euro! Ein günstiges Angebot für unter 100 Euro kann nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Bestimmungen entsprechen.

Hausbesitzer sollten sich nicht unter Druck setzen lassen. Kanalhaie malen oftmals Schreckensszenarien über den Zustand der Rohre aus und bauen mit falschen Aussagen wie diesen Druck auf: „Das Rohr kann jederzeit platzen!“, „Das Haus ist einsturzgefährdet!“ oder „Ihr Keller läuft bald voll!“.

Wenn Kanalhaie Verbraucher an der Haustür massiv zur Auftragserteilung drängen oder gar drohen, sollten man die Polizei rufen und sich nicht beeindrucken oder überreden lassen. Keine seriöse Firma setzt Kunden unter Druck oder drängelt, damit man ein Angebot unterzeichnet. Seriöse Firmen geben ihren Kunden die Zeit, die Sie für Ihre Vertragsentscheidung brauchen.

Eigentümer, die in den eigenen vier Wänden mit ungutem Gefühl ihre Unterschrift unter einen Prüf- oder Sanierungsauftrag gesetzt haben, können oft Schlimmeres verhindern, indem sie den Vertrag binnen 14 Tagen ab Vertragsschluss schriftlich widerrufen – und das am besten per Einschreiben mit Rückschein.

Achtung: Unseriöse Firmen werden versuchen, den Auftrag noch vor Ablauf der Widerrufsfrist auszuführen. Ihr Widerrufsrecht erlischt allerdings erst bei vollständiger Erbringung der Leistung. Das heißt, solange die Arbeiten noch nicht fertig gestellt sind, bleibt der Widerruf innerhalb der Frist möglich. Die Kunden müssen dann zwar Wertersatz für die bisherige Arbeit leisten, ihnen bleibt dadurch aber ein stark überteuerter Gesamtpreis erspart.

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