Baustellen

Kanalbau: Stadt kommt nicht voran mit der Dorfheide

Baustellenampeln und aufgehobene Bushaltestellen an der Baustelle Dorfheide/Hackfurfthstraße/Horsthofstraße.

Baustellenampeln und aufgehobene Bushaltestellen an der Baustelle Dorfheide/Hackfurfthstraße/Horsthofstraße.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  An die Kanalbaustelle Dorfheide hätte die Stadt eigentlich dieses Jahr einen Haken machen wollen. Doch sie hat dort noch nicht mal angefangen.

Dieses Jahr, so hatte es Baudezernent Klaus Müller im vergangenen Jahr angekündigt, machen wir einen Haken an die Kanalbaustellen Papenheide und Dorfheide im Nordosten des Neubaugebietes Schultenkamp und können dann endlich anfangen mit Kanalbau und anschließender Sanierung der Hackfurthstraße. Der 1,75 Millionen Euro schwere Bauabschnitt an der Dorfheide hätte im November fertig sein sollen. Der Kanalbau in der Papenheide ist in der Tat fertig. Doch in der Dorfheide haben die Arbeiten nicht einmal angefangen.

Die Anwohner haben es als ein gutes Zeichen genommen, als Bauarbeiter im Frühsommer Kanalrohre an der Ecke Dorfheide/Hackfurthstraße stapelten. Doch sie waren keineswegs für die Dorfheide bestimmt. „Das Grundstück war Lagerfläche für die Kanalbauarbeiten an der Papenheide und an der Baustelle Hackfurthstraße/Wellbraucksweg“, sagt Steffen Jonek, Abteilungsleiter im städtischen Fachbereich Tiefbau. „Die Baumaßnahme Dorfheide ist noch gar nicht ausgeschrieben. Wir warten auf die Versorger.“

EVNG erneuert Leitungen

Das heißt derzeit auf den Energienetzversorger EVNG, der dort nach dem Wasserversorger RWW seine Leitungen dort erneuert. Schon der Austausch der Wasserleitungen von RWW und die Neuverlegung der Hausanschlüsse an der Hackfurthstraße hatte sich bis zum Anfang dieses Jahres verzögert. Und danach hat sich auch der Leitungsaustausch der EVNG durch mehrere Faktoren verzögert.

Die EVNG ist die Tochter des Energieversorgers Ele, seit 2006 zuständig für Planung, Bau, Instandhaltung und Betrieb von mehr als 4000 Kilometern Mittel- und Niederspannungsnetzen sowie über 1500 Kilometern Gasleitungen. Mit der Übergabe der Netzverantwortung hat der Versorger Ele die gesetzlich geforderte Trennung von Vertrieb und Netz umgesetzt.

„Eine große Baustelle mit vielen Beteiligten“

Ele-Sprecherin Stefanie Genthe versucht gar nicht erst, den schwarzen Peter für die Bauverzögerung an Dritte weiterzugeben. „Das ist eine große Baustelle mit vielen Beteiligten, und an dieser Baustelle ist einiges nicht optimal gelaufen.“ Das ging damit los, dass der Netzbetreiber seine Bauarbeiten ursprünglich parallel zur Baumaßnahme des Wasserversorgers durchführen wollte: „Das hat aus organisatorischen Gründen nicht geklappt.“

Stefanie Genthe nennt zwei weitere Beispiele für Auslöser von Bauverzögerungen. „Bei den Verhandlungen mit einem privaten Eigentümer über notwendige Arbeiten auf dessen Grundstück haben sich die Verhandlungen verzögert.“ Auf einem anderen Grundstück hätten Bauunternehmen Material gelagert und so den Zugang zu den Leitungen blockiert: „Ein Missverständnis, das Zeit gekostet hat“, sagt die Ele-Sprecherin.

Für September hat die Ele ein Treffen vor Ort mit allen Beteiligten angekündigt, um die restlichen Maßnahmen besser zu koordinieren. Klares Ziel des Energieversorgers: „Wir sind bemüht, die Sache schnellstmöglich über die Bühne zu bringen.“ Wenn klar ist, wann das sein wird, kann die Stadt übernehmen mit dem Kanalbau. Jonek: „Wir haben die Ausschreibung fertig in der Schublade.“

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