Soziales Projekt

Kampf gegen Müll und mehr im Bottroper Stadtgarten

Stemmen das Projekt „Sommerparty“: Mahmoud El-Dorr, Isayas Haile (vorne), Ersin Erbagci, Noelle Terlinden (Stadtverwaltung), Irena Wabnitz (Jugendhilfe) und Emrullah Ceper.

Stemmen das Projekt „Sommerparty“: Mahmoud El-Dorr, Isayas Haile (vorne), Ersin Erbagci, Noelle Terlinden (Stadtverwaltung), Irena Wabnitz (Jugendhilfe) und Emrullah Ceper.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Sommerparty heißt das Bottroper Projekt. Junge Besucher erhalten von jungen Ehrenamtern Mülltüten, Aschenbecher, Kondome und Schutzmasken.

Seit August sind sie bei schönem Wetter im Stadtgarten unterwegs: Jugendliche, die sich wieder ehrenamtlich in dem Projekt „Sommerparty“ engagieren. Im Stadtgarten treffen sie auf Gleichaltrige, die die grüne Oase nutzen, um zu feiern und zu entspannen. Die Mitarbeiter des Projekts sprechen sie an und verteilen kostenlos Müllbeutel, Aschenbecher, Kondome, Info-Flyer mit Tipps und Notfallnummern sowie gegenwärtig in der Corona-Zeit auch Mund-Nase-Masken.

Zu zweit sind die Jugendlichen noch bis einschließlich der Herbstferien im Einsatz. „Bei schönem Wetter dreimal pro Woche“, sagt Irena Wabnitz von der Fachstelle für Prävention der Jugendhilfe. Die Sozialarbeiterin betreut das Projekt seit drei Jahren. Die Rückmeldungen der ehrenamtlichen Jugendlichen sind bisher durchweg positiv. „Sie haben keine negativen Erfahrungen gemacht.“

Vor jedem Einsatz wird die Tasche wieder gefüllt

Vorab wurden sie für ihren Einsatz geschult. Regelmäßig wird sich über die Erlebnisse ausgetauscht. Wenn die Produkte aus der Sommerparty-Tasche verteilt sind, wird diese anschließend am Standort der Jugendhilfe gelagert und für den nächsten Dienst wieder aufgefüllt.

Die Dauer des Aufenthalts im Stadtgarten liegt in den Händen der Jugendlichen. Auch die Uhr- und Tageszeit, wann sie sich treffen und auf den Weg durch den Park machen, entscheiden sie selbst. Zuletzt wurde von ihnen angemerkt, wie Irena Wabnitz sagt, dass sie ihre Projektarbeit vielleicht noch mehr in die Abendstunden verlegen sollten. „Jugendliche halten sich eher am Wochenende abends im Stadtgarten auf“, sagt Wabnitz. Dann wird der Park, wenn das Wetter mitspielt, zu einem beliebten Treffpunkt.

Das Projekt trägt seit Jahren Früchte

Das Projekt ist 2004 von der Jugendhilfe Bottrop gemeinsam mit dem Fachbereich Jugend und Schule ins Leben gerufen worden. Längst trägt es Früchte. Mittlerweile werden die Jugendlichen mit ihrer schwarzen Sommerparty-Tasche bereits von weitem erkannt. „Viele Leute kennen uns aus den letzten Jahren“, sagt Isayas Haile, der seit drei Jahren bei dem Projekt mitmacht. Es kam sogar schon vor, dass er Menschen traf, die sich während seines Rundgangs im Stadtgarten aufhielten und ihn noch aus seiner Schulzeit kannten.

Vier neue Mitarbeiter sind im Juli zum Team dazu gestoßen. Unter anderem Ersin Erbagci, Mahmoud El-Dorr und Emrullah Ceper. Das Trio ist schon länger miteinander befreundet. Die Jungs wollen mit gutem Beispiel voran gehen. Ihre Motivation für das Projekt: „Man verbringt gemeinsam eine schöne Zeit und tut nebenbei auch noch etwas Gutes.“

Bei dem Projekt „Sommerparty“ wird auf den persönlichen Kontakt von Gleichaltrigen zu Gleichaltrigen gesetzt. Es soll eine Kommunikation auf Augenhöhe entstehen. Wenn also ein Jugendlicher einem anderen Jugendlichen etwas über Sauberkeit im Stadtgarten erzählt, wird womöglich eher zugehört, als wenn ein Erwachsener diese Dinge im schlimmsten Fall noch mit einem erhobenen Zeigefinger anspricht.

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