Kultur trifft Wirtschaft

Justus Frantz spielt in Bottrops Hansa-Center

Bottroper Premiere: Klavierkonzert mit Justus Frantz auf der Baustelle des Hansa-Centers am Berliner Platz.

Bottroper Premiere: Klavierkonzert mit Justus Frantz auf der Baustelle des Hansa-Centers am Berliner Platz.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Unternehmer Hubert Schulte-Kemper, der das Hansa-Center wieder flott machen will, lud zum Klassik-Abend auf die Baustelle. Klänge der Hoffnung...

Eine Premiere war es auf jeden Fall: Zwar nicht für den bekannten Pianisten Justus Frantz, denn der stand Anfang der 70er Jahre schon einmal in Bottrop auf der Bühne - mit dem hiesigen Kammerorchester. Aber Klassik live auf der Baustelle des Hansa-Centers: Das gab es so noch nicht. Gastgeber war Hubert Schulte-Kemper, der mit der Fakt AG das Center inklusive Hotel (Hilton) und Kino wieder flott machen will. So nannte der Marler Unternehmer die erste Veranstaltung vor Gästen aus Politik und Wirtschaft einen „Übernahme-Abend“ auf dem Weg zur Eröffnung.

Nackter Beton, grauer Estrich, irgendwo lassen sich spätere Rolltreppen erahnen: Nach den ersten Takten von Mozarts leicht-eleganter Sonate - der mit dem berühmten Rondo „Alla Turca“ - vergisst man die Baustelle. Üppiges Lichtdesign vielflammige Kerzenleuchter tun ihr Übriges. Der Weg so mancher Vorgänger-Investoren - viel versprochen, nichts gehalten - scheint vergessen. Hubert-Schulte Kemper versteht es, sein Publikum mitzunehmen.

Ebenso wie Justus Frantz, der erst einmal auf dem improvisierten Podium plaudert. Bierbank statt Klavierschemel, kein Konzert-Grand: Der Pianist der einst sogar mit den Berlinern unter Karajan auftrat, gibt sich ganz handfest und plaudert. Über seine Freundschaft mit Alt-Kanzler Schmidt, aber auch die mit Hubert und Annette Schulte-Kemper.

Premiere auf der Baustelle

Ganz vergessen sind die enttäuschten Hoffnungen in Sachen Hansa-Center nicht. Oberbürgermeister Bernd Tischler erinnert daran - und weiß, dass viele Bottroper zuletzt nicht mehr an das Hansa-Center glaubten. Die aktuellen Pläne von Hubert Schulte-Kemper und die vorsichtige Öffnung der prominenten Innenstadt-Baustelle für eine erste Veranstaltung nach so vielen Jahren, scheinen an diesem Mittwochabend so verheißungsvoll, wie Mozarts vielschichtige Musik.

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