Pflegekinderdienst

Jugendamt sucht wieder neue Pflegefamilien

Das Jugendamt sucht Pflegefamilien

Foto: U. Hildebrand

Das Jugendamt sucht Pflegefamilien Foto: U. Hildebrand

Bottrop.   Das Jugendamt nimmt Kinder in Obhut, wenn ihre leiblichen Eltern mit dem Alltag überfordert sind. Jetzt werden Pflegefamilien gesucht.

Pflegefamilien sind für das Jugendamt immer die erste Wahl, wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche dauerhaft oder auf Zeit außerhalb der eigenen Familie unterzubringen. Für diese Kinder sucht das Jugendamt nun weitere Pflegefamilien.

Es können Familien sein, Paare, Lebensgemeinschaften oder Einzelpersonen – wichtig ist für das Jugendamt, dass diese Menschen bereit sind, ihr Haus und ihr Herz für ein fremdes Kind zu öffnen.

Es sind Kinder, deren Eltern nicht in der Lage sind, die Probleme des Alltags zu bewältigen und ihren Kindern die notwendige Zuwendung, Versorgung und Erziehung zu geben. „Dann müssen wir einschreiten und Kinder in Obhut nehmen“, erklärt Karl Trimborn, Leiter des Fachbereichs Jugend und Schule. Das ist immer dann der Fall, wenn ambulante Hilfen zur Unterstützung der Eltern nicht ausgereicht haben.

Die Zahl der Fälle sei dabei auf einem konstanten Niveau, sagt der Amtsleiter. Rund 200 Bottroper Kinder sind derzeit in Pflegefamilien untergebracht, weitere 174 in stationären Einrichtungen wie Kinderheimen oder Wohngruppen. Gerade für jüngere Kinder aber sei die Unterbringung in einer Pflegefamilie der bessere Weg: „Die haben ganz andere Möglichkeiten, sich den Kindern zuzuwenden.“

Pflegeeltern müssen Zeit haben

Das sieht auch Kerstin Pohl so, die Leiterin des Pflegekinderdienstes der Stadt. Wichtig sei, dass die Pflegepersonen ausreichend Zeit haben und die Bereitschaft mitbringen, „einem fremden Kind ein Zuhause zu geben“, auch wenn das nicht immer ganz einfach sei, sagt Kerstin Pohl. Die Familien stehen damit vor großen Veränderungen und Herausforderungen und auch für die Kinder sei die Umstellung alles andere als einfach.

Die Familien stehen allerdings nicht alleine da, sondern werden vom Pflegekinderdienst der Stadt und anderen Fachkräften unterstützt, betont Elisabeth Kösmeier, die zuständige Abteilungsleiterin beim Jugendamt. Pflegefamilien haben einen festen Ansprechpartner, der sie berät und begleitet. In Vorbereitungskursen werden sie für ihre Aufgabe geschult.

Familien, die diese Aufgabe übernehmen wollen, müssen bereit sein, den Kindern auch den Kontakt zu ihren leiblichen Eltern zu ermöglichen. Sie müssen den Kindern ein eigenes Zimmer zur Verfügung stellen können, in wirtschaftlich gesicherten Verhältnissen leben und sowohl ein Führungszeugnis wie ein Gesundheitszeugnis vorlegen. Sie erhalten ein Pflegegeld, mit dem der Lebensunterhalt des Kindes abgedeckt ist und das auch eine kleine Vergütung der Arbeit enthält. Zusätzlich gibt es Beihilfen für besondere Ausgaben.

>>> ANSPRECHPARTNER BEIM JUGENDAMT

  • Der Pflegekinderdienst der Stadt Bottrop sucht Familien, die bereit sind, ein Pflegekind aufzunehmen. Zukünftige Pflegeeltern werden auf ihre Aufgabe vorbereitet und von den Mitarbeitern des Pflegekinderdienstes begleitet.
  • Mitarbeiter des Fachbereichs Jugend und Schule stehen Familien, die sich für die Aufgabe interessierten für Gespräche zur Verfügung. Ansprechpartner sind Andreas Sosnowski ( 70-3785) und Dorothee Mittelbach ( 70-3602).

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